Lena Wagner wurde im Jahr 1992 in Teichstedt geboren, einer kleinen Stadt am Nordrand der Butha-Ebene. Ihre Kindheit war geprägt von Musik. Ihr Vater leitete den örtlichen Kirchenchor, ihre Mutter spielte Geige im Schulorchester, und so war es kaum verwunderlich, dass Lena schon früh ihre Liebe zur Kirchenmusik entdeckte. Mit acht Jahren saß sie zum ersten Mal an einer Orgelbank – eine alte pneumatische Orgel in einem Nebenraum der Stadtkirche St. Nikolaus – und fühlte, wie sich in ihr eine Begeisterung für Klang und Bewegung verband.
Nach dem Abitur studierte sie Kirchenmusik und Gemeindepädagogik an der Hochschule für Kirchenmusik in Butha. Während des Studiums übernahm sie bereits Vertretungsdienste in umliegenden Gemeinden und leitete einen Jugendchor, der vor allem durch seine Offenheit für moderne geistliche Lieder bekannt wurde. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2016 zog sie nach Pluto, wo sie an der Kirche St. Pancratius als Organistin, Kantorin und Gemeindepädagogin tätig wurde.
In Pluto fand Lena rasch ihren Platz. Sie begleitet die Gottesdienste an der historischen Orgel, die über Generationen hinweg gepflegt wurde und deren Klang sie besonders liebt. Neben der musikalischen Gestaltung des Gemeindelebens leitet sie den Kirchenchor, der wöchentlich im alten Gemeindehaus probt. Mit ihrer ruhigen, zugleich energischen Art hat sie es geschafft, Sängerinnen und Sänger aller Altersgruppen zu einer echten Chorgemeinschaft zusammenzuführen.
Darüber hinaus engagiert sich Lena intensiv in der kirchlichen Bildungsarbeit. Sie organisiert Kinder- und Jugendnachmittage, gestaltet Musik-Workshops und führt jedes Frühjahr mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden kleine Singspiele auf. Besonders am Herzen liegt ihr die Verbindung von Musik und Glaubensleben – sie versteht Musik als Form der Verkündigung, die Menschen unmittelbar berührt.
Pfarrerin Anina Zurmühle, mit der sie seit 2020 eng zusammenarbeitet, beschreibt Lena als „ruhende Kraft“ der Gemeinde – jemand, der mit leisen Tönen Wirkung erzielt. Die beiden Frauen ergänzen sich: Anina in der Verkündigung, Lena in der musikalischen Ausgestaltung. Viele Gemeindemitglieder sagen, dass Lenas Orgelspiel die Predigt nachklingen lässt, als trage es die Worte weiter in die Herzen der Zuhörenden.
Lena wohnt in einem kleinen Fachwerkhaus am südlichen Dorfrand von Pluto, nahe der Felder, die im Sommer nach Leinen und Heu duften. In ihrer Freizeit wandert sie gern im Plutowald, liest Biografien von Komponisten und pflegt ihren kleinen Kräutergarten. An stillen Abenden hört man manchmal aus ihrem offenen Fenster das gedämpfte Spiel eines Harmoniums – ein leises Nachklingen des Sonntags, bevor die Woche wieder beginnt.
Ihr Name steht in Pluto längst für musikalische Verlässlichkeit, aber auch für Herzenswärme und Glauben, der klingt.
Siehe auch: Tagebucheintrag vom 2. November 2025

