
(Pop.: 325 – 199m NN)
Teeheim liegt auf 199 Metern Höhe in einer von Kiefern umschlossenen Lichtung des Seelandwaldes. Wer von Arnsheim her die B53 entlangfährt, erreicht nach einigen Kilometern dichter Waldstrecke eine sanfte Senke, in der sich der Wald öffnet und Teeheim mit seinen verstreuten Häusern sichtbar wird. Die Bauweise ist schlicht und utilitaristisch, geprägt vom Holz der Region: niedrige Wohnhäuser mit hellen Fassaden, Schindeldächern und Veranden, auf denen im Sommer die Körbe der Imker stehen. Der süßwürzige Duft nach Harz, Bienenwachs und Rauch aus kleinen Gartenöfen hängt oft über dem Dorf, und manche Besucher erkennen Teeheim an diesem Geruch, noch bevor die ersten Häuser auftauchen.

Im Zentrum des Ortes steht das ehemalige Forsthaus, ein länglicher Bau aus 1821, dessen Fachwerk im Laufe der Zeit mehrfach ausgebessert wurde. Ursprünglich war es Dienstsitz des Waldhüters, später auch Herberge für Durchreisende, die im Seelandwald übernachten mussten. Heute beherbergt es ein Café mit kleiner Pension, das von der Familie Lehwald betrieben wird. Im Gastraum stehen dunkle Kiefernholztische, an den Wänden hängen alte Karten des Seelandwaldes, und im Winter brennt in der Mitte ein gusseiserner Ofen, dessen Duft sich mit dem Geruch frisch gebackenen Brotes mischt. Die Pension hat vier Zimmer, alle schlicht, aber mit Blick in den Wald. Gäste berichten, dass man morgens oft das Summen der Bienen hört, bevor die Sonne zwischen den Baumstämmen erscheint.

Die Imkerei macht Teeheim einzigartig im Kreis Altenow. Fast jedes zweite Haus besitzt Bienenstöcke, und viele Familien betreiben die Imkerei seit Generationen. Der „Seeland-Honig“, der in Altenow verkauft wird, stammt zum großen Teil von den Teeheimer Imkern. Seine charakteristische dunkle Farbe entsteht durch den hohen Anteil an Wald- und Heidehonig, denn im Seelandwald blühen im Sommer großflächig die niedrigen Heidebüsche, und die Bienen sammeln sowohl Nektar als auch Honigtau in den ausgedehnten Kiefern- und Fichtenbeständen. Im Dorf existiert eine kleine Honiggemeinschaft, die den Vertrieb organisiert, Gläser etikettiert und auf lokalen Märkten Probierstände aufstellt. Jeden Donnerstagabend treffen sich die Imker im alten Schuppen hinter dem Forsthaus, um über die Pflege der Völker, über Krankheiten und die Wetterlagen zu sprechen. Wer dort zuhört, erfährt mehr über den Wald als in jedem Buch: über das Frühjahr, das zu früh kam, die Tracht, die unerwartet reich war, oder die Spätfröste, die den Bienen zu schaffen machten.
Teeheim hat ein kleines, aber lebendiges dörfliches Leben, das sich an wenigen, aber festen Orten abspielt. Neben dem Café gibt es einen Dorfladen, der zweimal wöchentlich von einem Händler aus Tewitz beliefert wird und aus dessen Hinterzimmer die Honigkisten der Imker abgeholt werden. Im Sommer werden vor dem Laden kleine Holztische aufgebaut, an denen die Dorfbewohner sitzen, während Lastenräder und alte Forstfahrzeuge vorbeirumpeln. Ein alter Spielplatz neben der Straße nach Teicha ist Sammelpunkt für die Kinder, die im Sommer bis spät abends dort herumstreifen; er wurde in den 1930er-Jahren angelegt und besitzt noch die ursprünglichen Holzgerüste, inzwischen mehrfach ausgebessert.
Die Lage Teeheims am Rand mehrerer alter Forstschneisen macht den Ort zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen. Nordwärts führt die SEE25 nach Teicha, eine Strecke, die durch ein Gebiet mit besonders hohen Kiefern verläuft. Der Weg nach Süden nach Tewitz dagegen ist enger, kurviger und führt am sogenannten Högelstein vorbei, einem alten Burgwall aus der Zeit der Waldwikinger. Viele Teeheimer Kinder besuchen die Schule in Tewitz, und so ist der Weg dorthin ein alltäglicher Bestandteil des Lebens. Vom Busstopp am Café starten sie morgens in kleinen Gruppen, während der Wald noch feucht vom Tau ist.
An der westlichen Seite des Dorfes verläuft ein alter Rückeweg, der heute kaum noch genutzt wird, aber eine eigenartige Anziehung ausübt. Er führt zu einigen verlassenen Holzhütten, die einst von Waldarbeitern bewohnt wurden, die auf den Schlägen übernachteten. Einige dieser Hütten wurden inzwischen vom Wald zurückerobert, Dächer eingestürzt, Balken moosbewachsen. Doch in einer der Hütten haben die Teeheimer Imker eine kleine Werkstatt eingerichtet, in der sie Rähmchen sägen, Wachs einschmelzen und Geräte instand setzen. Der Rauch eines kleinen Ofens steigt im Winter dünn zwischen den Bäumen auf und zeigt an, dass dort gearbeitet wird.
Das Dorf besitzt keine eigene Kirche, doch der sonntägliche Kirchgang nach Arnsheim oder Tewitz ist für viele selbstverständlich. Man geht zu Fuß oder bildet Fahrgemeinschaften, und oft wird die Gelegenheit genutzt, Besuch einzuladen, denn Teeheim mag ruhig sein, aber es ist kein Ort der Abgeschlossenheit. Die Dorfgemeinschaft ist offen, und wer länger bleibt, wird oft in das Leben hineingezogen – etwa beim Honigabfüllen, beim Säubern der Bienenkästen im Frühjahr oder bei den kleinen Sommerfesten, die vor dem Forsthaus stattfinden.
Im Herbst, wenn die Kiefern ihre trockenen Nadeln verlieren und der Waldboden raschelt, verändert sich die Stimmung des Dorfes. Der Honig ist geerntet, die Bienenkästen werden vorbereitet, und die Menschen widmen sich der Arbeit am Holz: Brennholz hacken, Unterstände reparieren, Wege freischneiden. Es ist die Zeit, in der Teeheim am ruhigsten wirkt. Doch gerade dann ist der Duft von Wachs und Holz besonders intensiv und macht dem Besucher deutlich, dass hier ein Dorf lebt, das seinen Rhythmus aus der Natur bezieht – nicht laut oder spektakulär, sondern beständig und in sanften Übergängen.
Im Winter schließlich, wenn Schnee fällt und der Wald fast lautlos wird, erscheint Teeheim wie ein Ort, der für sich selbst besteht. Die wenigen Lichter spiegeln sich auf dem Schnee der Lichtung, und im Café knistert das Holz im Ofen. Dann sitzen die Dorfbewohner zusammen, trinken Tee oder Kräuterschnaps und sprechen leise über die kommenden Monate, über die Völker, die den Winter überstehen sollen, und über die Wege, die im Frühling wieder frei sein werden. Teeheim ist ein Ort ohne Dramatik, aber mit Tiefe – ein Dorf, in dem Natur und Arbeit ein gemeinsames Leben formen und der Wandel der Jahreszeiten das tägliche Bild bestimmt.
Ch.: B53 (W: Arnsheim 11km, O: Amselfeld 22km); SEE25 (N: Teicha 11km, S: Tewitz 5km)

