Die Weishäuser Möbelmontage sitzt in der Industriestraße 4 in Weishaus und ist mehr als eine einfache Montagewerkstatt: sie ist ein Knotenpunkt in der lokalen Wirtschaft und ein Betrieb, der weit über das übliche Zusammensetzen von Möbeln hinausgewachsen ist. Direkt an den Hallen sieht man morgens Paletten mit Möbelteilen stehen, morgens um sieben ist der Hof voller Betrieb, Lkw rollen mit fertigen Schränken, Kommoden und Bettrahmen ab, und am Spätnachmittag werden noch Kleinteile verladen, bevor die Hallentore ins Schloss fallen. Weishaus selbst liegt oberhalb der Ebene, auf dem Rücken, der die Industriestraße in das Gefüge der Stadt einbindet; der Verkehr über die B51 und die Nähe zur Zentralmassivbahn macht den Standort für handwerkliche und logistische Betriebe attraktiv.

Die Gründung der Weishäuser Möbelmontage reicht zurück bis in die frühen 1970er‑Jahre, als zwei junge Schreinermeister aus Frunse und Altenroda, Konrad Heller und Jürgen Bracht, beschlossen, in Weishaus einen Betrieb zu eröffnen, der sich auf die Montage von Serienmöbeln und die Fertigung von Zusatzteilen spezialisiert. Was heute wie ein solider Mittelstands­betrieb wirkt, begann in einer Halle von weniger als 200 Quadratmetern, in der Heller und Bracht zunächst Küchenmodule für Händler im Seeland – etwa für den Möbelmarkt in Seestadt – zusammensetzten und auf Maß brachten. Die Wahl des Namens war kein Zufall: „Weishäuser Möbelmontage“ sollte aus der Verbindung von Ort und Tätigkeit einen einfachen, aber einpräg­samen Namen bilden, der Kunden sofort klar macht, woher der Betrieb kommt und was er macht. Weishaus war damals im Landkreis Teichdorf schon als Handwerkerort bekannt, die Anbindung an Bahn und Straße machte den Namen auch für Kunden aus dem benachbarten Dermbach und bis nach Teichdorf hörbar.

Im Lauf der Jahrzehnte hat sich das Unternehmen technisch und personell stark entwickelt. In den 1980er‑Jahren kam die erste CNC‑Fräse in die Halle, mit der man nicht nur Möbelteile zuschnitt, sondern auch Spezialprofile für Beschläge und Zierkanten fertigte. Später wurden Bereiche für Verpackung und Qualitätssicherung ausgebaut, und heute arbeiten in der Weishäuser Möbelmontage rund 45 Menschen, die in verschiedenen Teams organisiert sind: in der Holzbearbeitung, der Montage, der Logistik, der Verpackung und im Kundendienst. Einige von ihnen sind seit mehr als zwanzig Jahren im Betrieb, andere sind junge Fachkräfte, die in einer weitläufigen Ausbildungspartnerschaft mit der Berufsfachschule in Seestadt gelernt haben.

Zu den prägenden Personen im Unternehmen gehört Werkstattleiterin Selma Kurnaz, die seit zehn Jahren den reibungslosen Ablauf auf dem Montageboden überwacht. Sie kennt jede Maschine und jeden Handgriff, überprüft täglich die Qualität der Kanten, Schraubenverbindungen und Oberflächen und gilt unter den Mitarbeitenden als diejenige, die keine halben Lösungen akzeptiert. Ihr Stift hinter dem Ohr ist ein bekanntes Bild für alle, die durch die Hallen gehen; wenn etwas nicht passt, wird es stillgelegt, angepasst und erneut geprüft – das ist ihre Devise. Neben ihr steht der Logistikleiter Boris Menzel, dessen Aufgabe es ist, sicherzustellen, dass die fertigen Möbel termingerecht zu den Kunden – oft große Einrichtungen oder Händler im gesamten Seeland – transportiert werden. Die Disposition der Transporter ist eine tagesabhängige Kunst: Morgenaufträge aus Seestadt, Zwischenstopps in Teichdorf, abendliche Auslieferungen nach Zunig oder Polausi – Menzel plant die Routen so, dass Fahrzeiten, Ladezeiten und Bahnverbindungen optimal ineinandergreifen.

Im Büro sitzt meist Marina Lehmann, die Kundenanfragen bearbeitet, Angebote kalkuliert und auch Reklamationen koordiniert. Lehmann arbeitet seit fünf Jahren im Unternehmen und hat eine Liste von Stammkunden, mit denen sie regelmäßig kommuniziert – Möbelhändler, Inneneinrichter oder lokale Einrichtungshäuser in Feldzig und Giesen. Besonders stolz ist man in der Weishäuser Möbelmontage auf die Zusammenarbeit mit dem Frunser Möbelwerk Reimann aus dem benachbarten Frunse, dessen Zuschnitt und Pressarbeiten oft direkt in die Montagehallen gelangen. Diese Kooperation ist ein Beispiel dafür, wie Betriebe im Landkreis Teichdorf wirtschaftlich miteinander verwoben sind: Roh- und Halbfertigteile werden regional produziert, montiert und wieder regional verteilt.

Die Produktpalette des Unternehmens hat sich im Lauf der Jahre ausdifferenziert. Beginnend bei der Montage klassischer Serienküchen und Schrankwände fertigt Weishäuser Möbelmontage heute auch modulare Einbauschränke nach Kundenmaß, Büroeinrichtungen mit speziellen Trennwänden und Akustikpaneelen sowie Bettsysteme mit funktionellen Lattenrosten und Schubkästen. In einem abgegrenzten Bereich der Halle werden Spezialteile montiert: Schubladen mit gedämpften Läufen, modulare Regalsysteme für Bibliotheken in Seestadt oder maßgefertigte Theken für Ladenlokale in Teichdorf. Es sind nicht nur einfache Montage­schritte, die dort ausgeführt werden, sondern auch das Einpassen von Beschlägen, das Nacharbeiten von Kanten und – für besondere Aufträge – das Aufbringen lasergravierter Logos und Beschriftungen. Für einige Kunden übernimmt das Team auch den Aufbau vor Ort: Das heißt, ein kleines Montageteam fährt zu den Adressen in den Tälern nördlich des Zentralmassivs und bringt dort die Möbel in den gewünschten Zustand, faltet Elemente, richtet Schränke aus und nimmt letzte Feinheiten vor Ort vor.

Was die Weishäuser Möbelmontage von vielen anderen Montagebetrieben unterscheidet, ist die Vernetzung mit dem sozialen und wirtschaftlichen Umfeld von Weishaus selbst. Viele der Beschäftigten engagieren sich in lokalen Vereinen: Kurnaz etwa ist Mitglied im Schachclub, der im „Haus am Rücken“ seine Bretter lagert, und nimmt an den Vereinsabenden teil, wenn die Halle für Proben oder Treffen nicht benötigt wird. Menzel ist aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, und Lehmann organisiert zusammen mit dem Paketshop an der Rückenstraße eine jährliche Sammelaktion für gebrauchte Möbel, die an Bedürftige im Kreis verteilt werden. Die Möbelmontage unterstützt regelmäßig kulturelle Veranstaltungen in St. Hedwig oder dem Kulturhaus, sei es durch das Bereitstellen von Tischen und Stühlen oder durch handwerkliche Hilfe beim Aufbau von Ausstellungen.

Die Beziehungen zu anderen Institutionen sind pragmatisch und eng. Mit der Handwerkskammer in Seestadt gibt es regelmäßige Austausch­formate, bei denen Lehrlinge ausgebildet und weitergebildet werden; die Zusammenarbeit mit dem Frunser Möbelwerk Reimann wurde bereits erwähnt, und es gibt immer wieder kurzfristige Aufträge für die Giesener Werkstatt für Musikinstrumente, bei denen spezielle Halterungen und Regalteile für Instrumente montiert werden. Auch innerhalb von Weishaus spielt die Weishäuser Möbelmontage eine Rolle: Kunden aus dem Ort lassen hier oft Reparaturen und Umbauten durchführen, die in anderen Werkstätten nicht so leicht möglich wären, etwa das Nachrüsten von Schiebetürsystemen oder den Einbau spezieller Küchenleisten.

Für Besucher und Reisende, die durch Weishaus kommen – sei es auf der B51 oder per Zug über die Zentralmassivbahn – ist das Gelände der Weishäuser Möbelmontage ein Ort, an dem wirtschaftliches Leben und handwerkliches Tun sichtbar wird. Es sind nicht nur die Hallen und Maschinen, die dort stehen, sondern die Menschen, die mit Können, Erfahrung und Zusammenarbeit Möbel herstellen, die in vielen Häusern im Seeland ihren Platz finden.