Morgendämmerung in der Scheffelbergbaude
Noch vor sechs Uhr klopft der Wind ans Holz der Berghütte auf 1 285 m NN. Ingrid Kristiansen ist bereits wach: Sie prüft zuerst die kleinen Displays der Solarpaneele und das Regenwassersystem – ihr ganzer Stolz, denn sie will zeigen, dass ein Traditionshaus klimafreundlich funktionieren kann. Gleich danach glimmt das Kaminfeuer im Gastraum; frisches Sauerteigbrot backt, während draußen die ersten Farbstreifen über dem Sturmgebirge stehen.

Vormittag: Ankünfte per Seil und Fuß
Gegen acht Uhr erreicht die erste Kabine der Arisko-Seilbahn die Bergstation. Drei Tagesgäste treten heraus, begeistert vom Panoramablick während der 3,4 km langen Fahrt. Fast zeitgleich kommen zwei Wanderer von dem 8-km-Pfad herauf, der sich von Alaska durch Lärchenwälder zur Hütte windet. Ingrid begrüßt alle persönlich, gibt Wettertipps und stempelt Wanderpässe – kleine Rituale, die hier oben Vertrauen schaffen.
Mittag: Kulinarische Heimat
Zur Mittagszeit duftet es im Gastraum nach Wildragout, Preiselbeeren und frisch gebackenem Brot. Ingrid schnitzt Kräuter aus dem Hüttenbeet und trägt die Teller, während Chefkoch Lars Björnsson in der Küche wirbelt. Für Ingrid ist das Gespräch mit den Gästen genauso wichtig wie das Essen: Sie sammelt Geschichten vom Höhenweg, gibt Empfehlungen für den nächsten Abschnitt und merkt sich vegetarische Wünsche für den Abend.
Nachmittag: Nachhaltigkeit & Planung
Wenn der Mittagstrubel abebbt, kontrolliert Ingrid die Wassersparanlagen, notiert den Vorratsstand und nimmt per Funk die Bestellung entgegen, die morgen früh mit der Seilbahn bergauf kommen soll. Danach schmückt sie den Kaminbereich – heute stehen Gedichte und Sagen vom Butha-Höhenweg auf dem Programm. Ein kurzer Blick auf den Himmel bestätigt ihr: bis Sonnenuntergang bleibt das Wetter stabil – perfekt für den geplanten Aussichtsspaziergang zum Scheffelbergpass.
Abend: Kultur unter Sternen
Kurz vor 18 Uhr gleitet die letzte Seilbahn talwärts. Drinnen in der Baude lauschen Wanderer und Dorfbewohner Ingrids Lesung über die Geschichte der Bergwege; dazu spielt ein junger Geiger aus Alaska. Später, wenn nur noch Kaminknistern zu hören ist, geht Ingrid mit einer Stirnlampe die Flure entlang, löscht Lichter und stellt sicher, dass jeder Schlafplatz warm ist. Gegen 22 Uhr schreibt sie die Tagesnotizen ins Hüttenbuch – Berichte über Wetter, Gäste und Ideen für kommende Veranstaltungen – bevor auch für sie die Ruhe der Bergnacht beginnt.

