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Tagebucheintrag von Lena Wagner
(Pluto, 2. November 2025) Heute ist ein besonderer Sonntag. Schon beim Aufstehen dachte ich an den Gottesdienst, den wir heute in St. Pancratius feiern werden. Anina hat mir den Ablaufplan noch nicht geschickt, was mich ein wenig nervös, aber auch neugierig macht. Ich hoffe, sie wählt kein allzu schwieriges Predigtlied – manchmal überrascht sie mich mit Liedern, die selten gesungen werden. Ich werde mein Bestes tun, die Gemeinde sicher durch die Melodien zu begleiten, selbst wenn ich das Stück vorher nicht üben konnte. Der Predigttext für heute stammt aus 1. Mose 8,18–22 und 9,12–17 – die Geschichte vom Bund Gottes…
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Berno (Kreis Altenow – Seeland)
Berno, das kleinste Dorf der Seelandebene mit 347 Einwohnern, liegt nördlich von Altenow auf 119 Metern Höhe. Umgeben von Obstwiesen, ist es bekannt für die „Seeländische Fruchtdarre Berno“, eine Genossenschaft, die Apfelchips und Trockenfrüchte produziert. Mittelpunkt des Ortes ist die kleine Kirche St. Lucian mit ihrer schiefen Turmspitze, die seit dem Sturm von 1849 das Dorfbild prägt. Berno lebt vom Obstanbau und pflegt alte Sorten wie den „Seelandischen Roten“. Blüten- und Erntefeste prägen das Jahr, während Handwerk, Gemeinschaft und Natur den stillen, beständigen Charakter dieses Ortes formen.
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Altro (Kreis Altenow – Seeland)
Altro, ein Straßendorf mit 758 Einwohnern im Landkreis Altenow, liegt auf 217 Metern Höhe nördlich von Melos in der Seelandebene. Es lebt von Landwirtschaft und Viehzucht, bekannt durch den Hof „Sperlmann & Sohn“, der alte Getreidesorten anbaut und das begehrte „Altro-Mehl“ herstellt. Mittelpunkt des Dorfes ist die Kapelle St. Timo, die auf den Fundamenten eines heidnischen Kultplatzes errichtet wurde. Kinder besuchen die Schule in Melos. Feste, Handwerk und Nachbarschaft prägen das Leben, Felder und Auenwald die Umgebung. Altro ist ein stilles, traditionsbewahrtes Dorf, das den Rhythmus des Seelandes spürbar macht.
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Tagebucheintrag von Pfarrer Alois Schlögl (Neuwalo)
25. Oktober 2025. Früh um sechs hat die Kaffeemaschine länger gerattert als mir lieb war. Unsere Tochter stand schon in der Küche, blass, die Tasse in der Hand, aber ohne einen Schluck zu trinken. Sie hat fast die ganze Nacht wachgelegen, sagte sie. Meine Frau und ich haben das Tablettenfach neu bestückt, Termine auf dem Zettel neben dem Kühlschrank sortiert, der Blick der Tochter blieb an dem morgigen Datum hängen. Ich habe ihr erklärt, dass ich heute für ein paar Stunden nach Western fahre, einfach, um den Kopf zu lüften und letzte Bilder für die Predigt zu sammeln. Sie nickte,…
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Melos (Kreis Altenow – Seeland)
Melos, ein Dorf von 987 Einwohnern im Landkreis Altenow, liegt vier Kilometer nördlich des Grenzbaches auf 232 Metern Höhe in der Seelandebene. Es ist bekannt für seine traditionsreiche Holzwerkstatt Sorgel, die Türen, Fenster und Fachwerkprofile fertigt. Zentrum des Dorfes ist der Platz mit der St.-Marien-Kirche von 1824, Schauplatz des jährlichen Pfingst-Holzfestes. Dorfleben, Handwerk und Gemeinschaft prägen den Alltag. Die Bahnlinie SeeLB90 verbindet Melos mit Altenow und Zentro, während die B6 nach Kleinros führt. Ein Ort, der seine handwerkliche Tradition bewahrt und zugleich von stiller, seeländischer Beständigkeit erfüllt ist.
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Aussichtsturm „Nordlicht“ bei Altenow
Der Aussichtsturm „Nordlicht“ steht am südlichen Stadtrand von Altenow und bietet auf 27 Metern Höhe einen weiten Blick über Felder, Wald und Grenzsee. 1923 als meteorologischer Messturm erbaut, wurde er später vom Verschönerungsverein restauriert und 1983 wiedereröffnet. Der Name erinnert an ein ungewöhnliches Himmelsleuchten, das man einst für ein Nordlicht hielt. Heute ist der Turm ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Von seiner Plattform sieht man die Dörfer des Landkreises, und im Sommer finden am Fuß kleine Musikabende statt – ein Ort stiller Weite und seeländischer Gelassenheit.
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Altenow (Kreisstadt – Seeland)
Altenow, Kreisstadt des Landkreises Altenow im Süden des Seelandes, liegt in 119 m Höhe an der SeeLB-Bahn und zählt 9.875 Einwohner. Die Stadt vereint Handwerk, Geschichte und Gemeinschaft: Rathaus und St.-Nordian-Kirche prägen den Marktplatz, während Betriebe wie die Möbelmanufaktur Rüter, die Papierfabrik Grenzbach und die Fahrradfabrik Nordrad das wirtschaftliche Rückgrat bilden. Das Café Ruthenhof, der Musikverein Altenow und das Museum am Grenzbach prägen das kulturelle Leben. Der Aussichtsturm Nordlicht bietet Blick bis zum Grenzsee. Altenow ist ein stiller, beständiger Ort, der seine Geschichte in Arbeit und Alltagsleben bewahrt.
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Kreis Altenow (Seeland)
Der Landkreis Altenow im Süden des Seelandes umfasst Felder, Wälder und den Grenzsee. Zentrum ist die Stadt Altenow mit ihrer St.-Nordian-Kirche, der Papierfabrik Grenzbach, der Möbelmanufaktur Rüter und der Fahrradfabrik Nordrad. Dörfer wie Melos, Altro und Berno prägen die Ebene mit Handwerk, Obstbau und Traditionen. Im Osten liegt der Seelandwald mit Arnsheim, Berenburg und den Dörfern am Flutkanal. Historische Orte wie die Wüstung Nardorf, der Högelstein und die Steinmark erinnern an alte Zeiten. Der Kreis verbindet Arbeit, Geschichte und Gemeinschaft – ein Abbild des gesamten Seelandes zwischen Wasser, Holz und Geduld.
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Kappellenklause Südteich
Die Kapellenklause in Südteich liegt direkt am Großen Teich, neben der Kapelle St. Bereniké. Das kleine Holzgasthaus entstand im 19. Jh. aus einer Fischerhütte und bietet heute regionale Küche: Kaninchen mit Wacholder, Fischsuppe, Flachsbier und Spezialitäten aus der Südteicher Räucherei. Von der Terrasse sieht man die Boote der Werft und hört die Glocke der Kapelle. Drei einfache Zimmer laden zum Übernachten ein. Im Sommer Treffpunkt von Fischern, Handwerkern und Reisenden, im Winter ein Ort der Stille. Die Klause verkörpert seeländische Gastlichkeit – schlicht, ehrlich und tief mit Land und Wasser verbunden.
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Südteicher Räucherei & Konserven GmbH
Die Südteicher Räucherei & Konserven GmbH, gegründet 1897, liegt am Werfthafen Südteich und ist eines der ältesten Fischverarbeitungsunternehmen im Seeland. In gemauerten Hallen werden Karpfen, Hecht und Aal geräuchert, Teichkrebse in Dilllake eingelegt und Gemüse konserviert. Besucher können die Produktion von einer Galerie aus beobachten. Der Betrieb verbindet handwerkliche Tradition mit moderner Technik und arbeitet eng mit regionalen Partnern zusammen. Besonders bekannt sind die Spezialitäten Teichkrebse in Dilllake und Rote Bete in Wacholderessig. Die Räucherei prägt bis heute das Bild von Südteich – ein Ort, wo Arbeit, Wasser und Rauch ineinander übergehen.
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Bereniké-Spur
Die Bereniké-Spur ist ein rund zwei Kilometer langer Uferweg am Großen Teich bei Südteich. Sie beginnt an der Kapelle St. Bereniké und führt durch Schilf, Weiden und alte Pfahlreste bis zu einem Beobachtungspunkt über dem Wasser. Der Weg folgt alten Fischerpfaden und Holztransportlinien, gesäumt von Eschen, deren Holz für den Bootsbau genutzt wird. Rastplätze, Inschriften und kleine Reliefs erinnern an die Heilige Bereniké, Schutzpatronin der Fischer. Heute ist die Spur ein stiller Naturpfad, der Arbeit, Geschichte und Landschaft verbindet – ein Ort seeländischer Ruhe zwischen Wasser, Wind und Handwerk.
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Südteich (Kreis Unterstrand – Seeland)
Südteich (Pop. 715) liegt am Südufer des Großen Teichs und ist vom Bootsbau, der Räucherei & Konserven GmbH und der Kapelle St. Bereniké geprägt. Das Dorf verbindet Handwerk, Schifffahrt und Fischverarbeitung. Zur Kirchweih werden Boote geschmückt und an der Kapelle vorbeigeschoben; im Sommer verkehren Ausflugsschiffe nach Seestadt und Unterstrand. Die Bereniké-Spur führt am Ufer entlang zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf Schilf und Wasser. Südteich steht für die Arbeitswelt des Seelandes – ein Ort aus Holz, Dampf und Musik, in dem Handwerk und Landschaft eine stille, beständige Einheit bilden.
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St.-Torgils-Kirche (Antlas)
Die St.-Torgils-Kirche thront über Antlas und ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Westküste der Sturminsel. Der schlichte Steinbau mit viereckigem Glockenturm bietet weite Ausblicke über Stadt und Meer. Geweiht ist sie dem heiligen Torgils, einem legendären Seefahrer-Mönch, der Antlas einst vor Piraten rettete. Jährlich ehrt eine Prozession zum Hafen den Schutzpatron mit brennenden Laternen auf Fischerbooten. Im Inneren schlicht und maritim gestaltet, steht die Kirche in enger Verbindung zur Geschichte und Seele der Stadt. Ein Rundgang von Museum über Kirche bis Hafen zeigt Antlas in seiner ganzen Tiefe.
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Thingplatz von Zajin
Der Thingplatz von Zajin, eine leicht erhöhte Wiese mit einem Kranz aus zwölf Findlingen und einer alten Linde, war über Jahrhunderte Versammlungs- und Gerichtsplatz des südlichen Seelandes. Hier regelten die Dörfer Zajin, Ulmdorf, Schittingen und Papierstedt ihre Wasser- und Flurstreitigkeiten. Heute dient der Platz kulturellen Zwecken: Beim jährlichen Thingfest entzündet Rosengarten eine Fackel vom Kamm von Ragelblitz, es gibt Musik, Aufführungen und das traditionelle „Spiel der Zwölf“. Zwischen Geschichte und Gegenwart bleibt der Thingplatz ein lebendiger Erinnerungsort – ein Ort des Zuhörens, der Begegnung und der Stille im Wind des Seelandwaldes.
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Kamm von Ragelblitz
Der Kamm von Ragelblitz ist eine halbmondförmige Wallanlage über dem Tal des Ragelblitzbaches im Seelandwald. Archäologische Funde belegen, dass hier im 9. Jahrhundert eine Wikingerwarte stand, von der Feuerzeichen zum Teichufer gegeben wurden. Heute führt ein Pfad über den Grat mit einer alten Eichenholztafel, die an die Geschichte erinnert. Von oben reicht der Blick bis nach Unterstrand. Der Ort ist still, umgeben von Wald und Wind, ein Platz der Erinnerung, an dem das Rauschen der Bäume die alten Feuer ersetzt.
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Rosenkranzkirche in Rosengarten
Die Rosenkranzkirche in Rosengarten wurde 1708 als schlichte Holzkirche im Seelandwald erbaut. Ihr freier Glockenstuhl, das Prozessionskreuz aus Hainbuche und der Name – abgeleitet von Hagebuttenketten, die Kinder bei der jährlichen Rosenprozession anlegen – prägen ihren Charakter. Als Teil der „Teichkonzerte“ erklingt sie samstags im Wechsel mit Zajin und Unterstrand. Der Duft von Harz, Rosen und Torf erfüllt den Raum, die Glocke trägt ihren Ton weit in den Wald.
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Ragelblitz (Gemeinde Rosengarten – Kreis Unterstrand – Seeland)
Ragelblitz, mit nur zwölf Einwohnern die kleinste Siedlung des Kreises Unterstrand, liegt im Seelandwald südlich von Rosengarten im Tal des gleichnamigen Baches. Die Lichtung erhielt ihren Namen von wiederholten Blitzeinschlägen; am Hang über dem Ort liegt der „Kamm von Ragelblitz“, eine alte Wikingerwarte mit halbmondförmigem Wall. Heute leben hier drei Familien, betreiben Imkerei, Holzhandwerk und Schafwollverarbeitung. Besucher kommen wegen der Stille und des alten Walls. Ragelblitz ist ein Ort zwischen Sage und Alltag, zwischen Feuer und Wasser – ein winziger Punkt im Wald, der das Gedächtnis des Seelandes bewahrt.
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Rosengarten (Kreis Unterstrand – Seeland)
Rosengarten, 453 Einwohner auf 115 m NN, liegt im Seelandwald südlich von Seestadt. Der kreisrunde Waldort ist bekannt für seine Rosenkulturen und die Rosenkranzkirche, eine schlichte Holzkirche mit Schindeldach und Glockenstuhl. Hier finden die Teichkonzerte statt, die Rosengarten mit Zajin und Unterstrand verbinden. Im Sommer wird das Prozessionskreuz aus Hainbuche mit Hagebuttenketten geschmückt und durch das Dorf getragen. Baumschulen, Holzhandwerk und kleine Werkstätten prägen das Leben, der Rosenmarkt und die Rosenprozession das Jahr. Rosengarten ist ein stiller, handwerklicher Ort – geprägt von Blüten, Holz und Gemeinschaft.
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Aus dem Leben von Hermann Friedhelm (Schafzüchter in Schittingen)
Tagebucheintrag – Freitag, 10. Oktober 2025 Ich weiß nicht, was sich Herr Drömer dabei denkt. Eine Samstagsprobe – und das im Oktober, wo der Nebel morgens noch zwischen den Erlen hängt und der Boden so nass ist, dass man die Gummistiefel kaum wieder auskriegt. 9:19 Uhr soll’s losgehen, „damit wir wach sind, wenn wir an den Eingangschor gehen“. Wach! Ich wäre ja lieber ausgeschlafen, wenn wir den singen. Es geht natürlich ums große Projekt: Bachs Weihnachtsoratorium, Kantaten 1, 4 und 5. Als ob unser kleiner Chor aus Schittingen das stemmen könnte, aber Drömer hat sich das in den Kopf gesetzt.…
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Vier Mühlen – Tuch & Strick (Papierstedt)
Das Werk „Vier Mühlen – Tuch & Strick“ in Papierstedt entstand aus vier Wassermühlen am Seitenkanal und produziert seit dem 19. Jahrhundert Textilien aus regionaler Wolle und Flachs. Es arbeitet eng mit der Auenwolle Schittingen eG und dem Leinenwerk Faultierwald zusammen. In den Backsteinbauten mit historischen Webstühlen entstehen Walkwaren, Stricktextilien und Sackstoffe. Die Fabrik ist zugleich Handwerksort, Denkmal und Teil des seeländischen Wirtschaftskreislaufs. Beim jährlichen Vier-Mühlen-Fest öffnet sie ihre Tore, und der Rhythmus der Webstühle bleibt das hörbare Herz Papierstedts.
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Der Schittinger Auenpfad
Der Schittinger Auenpfad ist ein 4,2 Kilometer langer Rundweg durch den feuchten Auenwald am Zajinbach. Bretterstege, Brücken und Beobachtungsstände führen durch eine Landschaft aus Erlen, Wasser und Weiden. Der Pfad entstand 1989 aus alten Wartungswegen der Auenwolle Schittingen eG und zeigt die Verbindung von Natur und Arbeit: Wiesen, Schafe, Wolle und Wasser bilden einen geschlossenen Kreislauf. Besucher begegnen Reusenhütten, Schafweiden und alten Wehren. Der Weg lehrt, langsamer zu gehen, zu hören und zu sehen – ein Sinnbild seeländischer Lebensweise zwischen Arbeit, Ruhe und Natur.
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Auenwolle Schittingen eG
Die Auenwolle Schittingen eG, gegründet 1923, verarbeitet Wolle aus den Auen und Sandrücken des Seelandwaldes. In Waschhalle, Sortierhaus und Kardierhalle wird die Rohwolle gereinigt, gekämmt und zu kardierten Bändern verarbeitet. Der Lanolindampf prägt das Dorfbild, die Produkte gehen an das Werk „Vier Mühlen – Tuch & Strick“ in Papierstedt. Die Genossenschaft beliefert den Agrarverbund Unterstrand mit Mist und webte das Wolltuch im Altar der Kirche Maria Magdalena in Zajin. Sie verbindet Handwerk, Landschaft und Gemeinschaft zu einem funktionierenden Kreislauf, der seit einem Jahrhundert das seeländische Leben prägt.
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Schittingen (Gemeinde Papierstedt – Kreis Unterstrand – Seeland)
Schittingen, 524 Einwohner auf 122 m NN, liegt im Schittinger Auenwald am Zajinbach. Der Ort lebt von der Auenwolle Schittingen eG, einer Genossenschaft, die Wolle aus den Auen wäscht, kämmt und an Papierstedt liefert. Der Dampf über den Blechwannen und der Duft nach Lanolin prägen das Dorf. Schittingen verbindet Landwirtschaft, Handwerk und Natur: Mist geht an die Felder des Agrarverbunds Unterstrand, Wolle in die Werkhallen von Papierstedt. Der Auenpfad führt über Stege, Brücken und Beobachtungsstände. Gemeinschaftlich geprägt, ruhig und bodenständig, ist Schittingen ein Zentrum seeländischer Arbeit am Wasser.
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Bogenstube Kolski (Zajin)
Die Bogenstube Kolski in Zajin, gegründet 1898, liegt direkt am Zajinbogen und ist seit vier Generationen Gasthaus und Treffpunkt des Dorfes. In ihrem gewölbten Gastraum mit Ofen und Holzbänken serviert die Familie Kolski ihre berühmten Heringe auf Roggenfladen, gesalzen in eigener Lake. Der Eimer mit Flusskieseln erinnert an alte Fischtraditionen, der Blick auf den Fluss an die enge Verbindung zwischen Wasser und Leben. Während der „Teichkonzerte“ dringt Orgelmusik aus der Kirche herein, und die Gäste lauschen still. Die Bogenstube verkörpert seeländische Schlichtheit: ein Ort, an dem Essen, Arbeit und Geschichte zusammenfinden.
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Agrarverbund Seeland-Ebene Unterstrand eG
Der Agrarverbund Seeland-Ebene Unterstrand eG bewirtschaftet rund 2.100 Hektar in Achthaus, Ulmdorf, Zajin und Unterstrand. Seit 1924 arbeitet die Genossenschaft mit Rotationsanbau von Rüben, Roggen und Flachs, bewässert durch ein historisches Schleusen- und Grabensystem. Der Flachs geht nach Faultierwald, Roggen an die Ulmdorfer Brauerei. Auf dem Hof Schulten in Achthaus können Besucher die Flachsröste und das Saatgutarchiv besichtigen. Der Verbund pflegt Hecken, Gräben und alte Sorten, organisiert jährlich die Feldversammlung und symbolisiert das seeländische Zusammenspiel von Wasser, Arbeit und Gemeinschaft.
Reise in ein weitgehend unbekanntes Land. Fiktiv? Ja!


























