Róisín Gallagher wurde 1985 in Mioswitz im Landkreis Angfurt geboren. Sie wuchs als mittlere von drei Geschwistern in einem Haus am Rand der Ackero-Ebene auf, wo ihre Eltern einen kleinen Gemüsegarten und einige Hühner hielten. Ihr Vater, Dermot Gallagher, arbeitete als Hafenarbeiter in Ata, während ihre Mutter, Fionnuala, als Köchin im Gasthof „Seeblick“ in Geilsdorf tätig war. Schon als Kind zeigte Róisín großes Interesse am Kochen; besonders die Sommerabende, an denen ihre Mutter frische Muscheln aus der Küstenbucht zubereitete, prägten ihre Vorstellung von Geschmack und Gastfreundschaft.

Nach dem Schulabschluss in Orson begann sie eine Ausbildung zur Köchin im Hotel „Blauer Wellenkamm“ in Ata. Dort lernte sie nicht nur die klassische Küche Landauris, sondern auch mediterrane und fernöstliche Einflüsse kennen, da das Hotel viele internationale Gäste beherbergte. In dieser Zeit entwickelte sie eine Vorliebe für einfache Gerichte mit wenigen, dafür frischen Zutaten. Ein Auslandspraktikum führte sie 2006 nach Südfähre (Zisterno), wo sie ihre Wurzeln väterlicherseits vertiefte und erstmals mit der Idee spielte, später ein eigenes Lokal zu eröffnen.

2008 kehrte sie nach Ackerland zurück und arbeitete zunächst als Souschefin im „Restaurant Meeresbrise“ in Gomol. Dort kam sie mit den Fischerfamilien der Küste in Kontakt, die sie direkt mit frischem Fang belieferten. Die enge Zusammenarbeit mit diesen Lieferanten verfeinerte ihr Gespür für saisonale Küche. 2011 nahm sie eine Anstellung in der „Waldidylle“ an, die damals noch eine einfache Frittenbude war. Zunächst kümmerte sie sich um eine kleine Auswahl an Fischbrötchen und Pommes, begann jedoch bald, neue Gerichte auszuprobieren.

Als der damalige Besitzer 2014 in den Ruhestand ging, ergriff Róisín die Gelegenheit und übernahm das Lokal. Sie investierte in eine grundlegende Renovierung: Holzvertäfelungen, neue Küche, ein kleiner Wintergarten mit Blick auf den Küstenwald. Die Speisekarte erweiterte sie um Gerichte wie gebratenes Zanderfilet mit Dill-Sauce, Ackero-Schweinebraten oder vegetarische Quinoapfanne. Ihre Pizza Margherita mit Büffelmozzarella wurde schnell zum Markenzeichen – ein Gericht, das so schlicht wirkte, aber in Perfektion zubereitet wurde.

Bekannt wurde Róisín auch für ihre Offenheit gegenüber neuen kulinarischen Strömungen. Während die „Waldidylle“ tief in der regionalen Küche verwurzelt blieb, integrierte sie Ideen aus der vegetarischen und veganen Gastronomie. Ihr Beerensmoothie wurde zum festen Bestandteil der Karte, ebenso wie saisonale Aktionswochen, in denen sie sich ganz einem Thema widmete, etwa „Gerichte aus dem Sturmmeerraum“ oder „Küstenküche Buthaniens“.

Neben ihrer Arbeit engagiert sich Róisín stark im Dorfleben. Sie unterstützt die Sommerfeste von Gomol mit Catering, hilft beim Karaoke-Club am Samstagabend hinter der Bar aus und spendet regelmäßig an den kleinen Fußballverein in Orson. Eine Anekdote erzählt, dass sie einmal während eines Stromausfalls im Gasthaus kurzerhand Kerzen auf allen Tischen entzündete, mit der Gitarre ihrer Jugendfreundin Aileen auftrat und den Abend in ein spontanes Liederfest verwandelte – zur Freude aller Gäste, die noch Jahre später davon sprechen.

Privat lebt Róisín in einem kleinen Haus an der Küstenstraße, nur wenige Gehminuten von der „Waldidylle“ entfernt. Ihr Garten ist ein Experimentierfeld für Kräuter und seltene Gemüsesorten, die später in der Küche Verwendung finden. In den frühen Morgenstunden sieht man sie oft am Strand entlanggehen, um Treibholz oder besondere Steine zu sammeln, die später im Gastraum als Dekoration dienen.

Freunde beschreiben sie als temperamentvoll, herzlich und pragmatisch. Sie hat die seltene Fähigkeit, auch in Stresssituationen Ruhe zu bewahren – eine Eigenschaft, die sie während der Hochsaison im Sommer täglich unter Beweis stellt, wenn die Tische in der „Waldidylle“ restlos ausgebucht sind und der Geräuschpegel im Gastraum stetig steigt. Ihre Mitarbeiter schätzen ihren Führungsstil: klare Ansagen, aber immer ein offenes Ohr für Ideen und Sorgen.

Heute ist die „Waldidylle“ unter Róisíns Leitung weit über Gomol hinaus bekannt. Gäste aus Ata, Geilsdorf und sogar aus der Kreisstadt Angfurt kommen, um hier zu essen. Manche bringen gleich ganze Reisegruppen mit, was Róisín zu Schmunzeln bringt – schließlich hatte sie vor nicht allzu langer Zeit noch selbst in überfüllten Küchen gearbeitet und sich gefragt, wie man jemals mit so einem Andrang fertigwerden könnte.

Róisín denkt inzwischen darüber nach, ein zweites, kleineres Lokal zu eröffnen, vielleicht in Orson oder direkt in Angfurt. Doch sie betont, dass Gomol immer ihr Lebensmittelpunkt bleiben wird. „Hier kenne ich jeden Strandabschnitt, jeden Fischer und jede Geschichte“, sagt sie oft, „und das schmeckt man auch im Essen.“