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Kohlonia nimmt den äußersten Nordwesten der Inselwelt Landauris ein und wird von drei Meeren umgeben: der Sturmsee im Süden, dem Westmeer im Westen und dem Nordmeer im Norden. Das Land präsentiert sich als ein Mosaik aus fruchtbaren Flusstälern, kargen Wüsten, zerklüfteten Gebirgen und windumtosten Küsten.
Das Herzstück Kohlonias bildet das Kohla-Tal. Der namengebende Fluss entspringt im Kohlgebirge und mündet nach etwa 50 Kilometern in die Sturmsee. An seiner Mündung liegt die Hauptstadt Kohla, die älteste Stadt Landauris. Von hier aus erstreckt sich der Flusslauf nordwärts bis zur Stadt Kohlaschleuße. Das gesamte Tal wird von einem dichten Netz aus Kanälen durchzogen, die das Land bewässern und den für Kohlonia charakteristischen Kohl-Anbau ermöglichen. Entlang des Flusses reihen sich die Dörfer Kohlfähre, Viellam, Südort und Nordort wie Perlen an einer Schnur. Westlich des Tals erstreckt sich ein sanftes Hügelland, das zur Sturmseeküste hin abfällt. Hier liegen die drei Küstenorte Goldstrand, Silberstrand und Kleinstrand. Trotz ihrer verheißungsvollen Namen wurde in dieser Gegend nie Gold oder Silber gefunden; die Bezeichnungen rühren vermutlich von der Färbung des Sandes oder alten Legenden her. Östlich des Kohla-Flusses beginnt die weite Kohlsteppe, eine Graslandschaft, die nach Norden hin zunehmend trockener wird und schließlich in die Kohlwüste übergeht. Die Wüste hat eine ovale Ausdehnung von etwa 25 mal 45 Kilometern, ist vollkommen unbewohnbar und reicht im Osten bis in das angrenzende Nudelland hinein. Nördlich dieser Einöde, an der unfruchtbaren Küste des Nordmeeres, liegt abgeschieden die Kreisstadt Fliegenstadt. Sie wurde 1924 von Aussiedlern gegründet und ist bis heute der einzige städtische Siedlungskern dieses kargen Küstenkreises.
Westlich von Kohlaschleuße erhebt sich das Kohlgebirge, das den nordwestlichen Teil des Landes prägt. Seine beiden höchsten Gipfel sind der Kolaberg mit 1304 Metern über dem Meeresspiegel und der Felberg mit 1261 Metern. In den Tälern der Flüsse Kohla und Fel, die das Gebirge entwässern, befinden sich große Steinkohlevorkommen, die über Jahrhunderte die Wirtschaft der Region bestimmten. In den Orten Zusma, Kolaquell, Feltal, Felmarn und Felfurt wurde die Kohle unter Tage abgebaut. Seit etwa 1975 geht der Abbau jedoch stark zurück, nachdem bessere und nachhaltigere Energiequellen entdeckt wurden und Verwendung fanden. Heute sind nur noch zwei Bergwerke aktiv: jene in Zusma und Felmarn. Das Kohlgebirge selbst formt eine markante Halbinsel, die weit in das Nordmeer und das Westmeer hineinragt. An ihrer Nordostseite, im Bereich der Boxbucht, überwiegen landwirtschaftlich geprägte Siedlungen, deren Bewohner von Ackerbau und Viehzucht leben. Ganz im Norden, an der exponierten Nordküste, liegen die Kreisstadt Nordwestkap und die kleine Wissenschaftler-Siedlung Nordstation, die vor allem meteorologische und meeresbiologische Forschungen betreibt.
Der Nordwesten des Kohlgebirges schließlich ist eine Region im Wandel. Seit dem allgemeinen Rückgang der Industrialisierung und einer wachsenden Hinwendung zu Handwerk und Selbstversorgung suchen Menschen aus den Großstädten Landauris unbewohntes Land auf und gründen kleine Aussiedler-Siedlungen. Diese Bewegung begann in Kohlonia bereits 1922 und machte den Nordwesten des Gebirges zur ersten auf diese Weise besiedelten Region Landauris. Bis heute prägt dieser Pioniergeist die verstreuten Gehöfte und Weiler. So vereint Kohlonia auf engem Raum extreme landschaftliche Gegensätze und wirtschaftliche Umbrüche.
Geschichte des Landes Kohlonia
Die Geschichte Kohlonias ist untrennbar mit dem Schicksal seiner ersten Hauptstadt Kohla und den wechselvollen Ereignissen der Inselwelt Landauri verbunden. Die offizielle Geschichtsschreibung beginnt im Jahr 722, als der erfahrene Kapitän Eoban an der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Sturmsee die Siedlung Kohla gründete. Eoban, der sich selbst den Titel „Fürst der Seefahrer“ gab, erkannte die strategischen Vorteile des Ortes und baute ihn gezielt zu einem Handelshafen aus. Kohla war damit nicht nur die erste geschichtlich belegte Stadt Landauris, sondern auch die Keimzelle des „Seelandes“, jenes mächtigen Herrschaftsgebiets, das in den kommenden Jahrhunderten zur bedeutendsten politischen und kulturellen Kraft der Inselwelt aufsteigen sollte.
Unter Eobans Nachfolgern, insbesondere unter Fürst Erinor I. (779–804), erlebte das Seeland sein „Goldenes Zeitalter“. Kohlas Hafenanlagen wurden erweitert und modernisiert, die Stadt avancierte zum kulturellen Zentrum mit Tempeln, Theatern und Bibliotheken. In dieser Epoche entstand auch das bekannte Epos „Seefahrten Eobans“, das die Taten des Gründers poetisch würdigte. Die folgenden Fürsten bauten die Verwaltung aus, reformierten das Recht – das unter Erinor II. erarbeitete Gesetzbuch von Seeland diente später anderen Reichen als Vorbild.
Doch das Glück währte nicht ewig. Seit dem frühen 9. Jahrhundert verstärkten Wikinger ihre Raubzüge entlang der Küsten. Trotz des Ausbaus der Verteidigungsanlagen gelang ihnen 837 ein erster schwerer Angriff auf Kohla. Die entscheidende Katastrophe folgte 847, als die Stadt erneut geplündert und schwer zerstört wurde. Fürst Aldomar II. (837–850) musste sich in eine Festung im Westmassiv, dem späteren Sturmgebirge, zurückziehen, wo er drei Jahre später starb. Die überlebende Bevölkerung floh in großer Zahl in die südlichen Gebiete; Kohla selbst blieb auf Jahrhunderte hinaus ein Ruinenfeld. Die siegreichen Wikinger errichteten ihre eigene Machtbasis und bauten die Stadt Western am Sturmmeer zu ihrem neuen Hauptort aus. Sie prägten die Region mit ihren Thing-Plätzen und Festungen wie der Burgruine Drachenfels auf der Sturminsel, während das Gebiet um Kohla herrenlos blieb und nur von kleinen Fischergemeinschaften bewohnt wurde.
Erst vier Jahrhunderte später wendete sich das Blatt. 1432 besiegte ein vereintes Heer der Königreiche Storha und Storcha unter Königin Pascalia III. „der Visionärin“ und Despot Albertus III. die Bergwikinger in einer entscheidenden Schlacht. Die Neuordnung des Nordens teilte das ehemalige Wikingergebiet in zwei Provinzen des nun vereinten Königreichs Storcha: die Küstengebiete wurden zur Provinz Sturmland, die östlich gelegenen Gebiete zur Provinz Seeland. Da Kohla weiterhin zerstört und strategisch zu exponiert lag, wählte man eine geschützte Siedlung zwischen dem Großen und dem Kleinen Teich als neuen Verwaltungssitz – das spätere Seestadt. Kohla gehörte zunächst zur neuen Provinz Seeland, doch seine Bedeutung war so stark gesunken, dass es nur noch ein stiller Zeuge vergangener Größe war.
Der Wendepunkt kam im 17. Jahrhundert. 1632 fasste König Hanns Adam (1612–1642) nach der ersten vollständigen Umsegelung der Landmasse Landauris, der nach ihm benannten Hanns-Adamsche Expedition, den Beschluss, Kohla wieder aufzubauen. Zur Ausführung gelangte der Plan jedoch erst unter seinem Nachfolger, König Demiphones (1642–1677). Demiphones entschied zudem, Kohla nicht dem Seeland einzugliedern, sondern als eigenständige Provinz mit dem Namen Kohlonia zu konstituieren. Diese Entscheidung war Ausdruck eines neuen politischen Konzepts: Die neu zu besiedelnde Region sollte nicht nur wiederbelebt, sondern auch administrativ klar vom traditionellen Seeland getrennt werden.
In den Folgejahren wurde das Tal des Kohlaflusses systematisch besiedelt. Um die fruchtbaren Böden der Region zu erweitern, legte man östlich des Flusstals ein Netz von Kanälen an, die der Kohlwüste durch Bewässerung Land abgewannen. Entlang dieser neuen Wasseradern entstanden Dörfer wie Herbstplatz, Südort und Nordort, das sich später zu einem Markt- und Verwaltungsort entwickelte. Auch die Küste der Sturmsee wurde dauerhaft besiedelt – Fischerei und Handel mit dem benachbarten Sturmland, insbesondere mit dem Hafen Western, bildeten das wirtschaftliche Rückgrat. Hier entstand als Verwaltungszentrum die Stadt Goldstrand. Einen weiteren Schub erhielt Kohlonia im späten 18. Jahrhundert. Zur Zeit König Laurentius‘ (1756–1801) entdeckte man im Kohlgebirge oberhalb der heutigen Stadt Kohlaschleuße mächtige Steinkohleflöze. Diese Entdeckung verwandelte die Region binnen weniger Jahrzehnte: Bergwerke und Arbeitersiedlungen schossen aus dem Boden, das Gebirge wurde durch Straßen und später durch eine Eisenbahnlinie erschlossen. Die Kohleförderung befeuerte nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern trug erheblich zur beginnenden Industrialisierung Landauris bei.
Das ausgehende 19. Jahrhundert brachte eine neue politische Strömung: das Streben nach Dezentralisierung. Auch in Kohlonia regte sich der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Lokale Honoratioren wie der Kaufmann und Reformer Corvin von Haseneck argumentierten, dass eine eigene Regierung die besonderen Interessen der Bergbau- und Bewässerungsregion besser vertreten könne. 1897 gründete sich der Kohlonische Verein für Selbstverwaltung, und auf Gemeindeebene wurden eigene Räte gewählt, die schrittweise Verwaltungsaufgaben vom fernen Seestadt oder der Krone übernahmen. Der endgültige Schritt erfolgte 1923: Eine Volksversammlung in Kohla erklärte die Unabhängigkeit Kohlonias. Zwar war dieser Akt zunächst nicht von allen anerkannt, doch drei Jahre später, auf dem Föderalen Kongress von Nortismo 1926, bestätigte der Miguel Hernandez nach seinem Sieg über die Zentralregierung in Storcha die Souveränität Kohlonias im Rahmen der neuen föderalen Ordnung Landauris. Seitdem ist Kohlonia ein eigenständiges Mitglied der Inselwelt, das seine Identität aus der bewegten Geschichte zwischen den alten Fürsten, den Wikingerstürmen und dem neuzeitlichen Aufbruch zieht – und das die Erinnerung an das vergangene, aber nie vergessene alte Seeland wachhält.
Hauptstadt Kohla
Kohla (Pop. 16.353 – 22m NN)

Die Hauptstadt Kohla wurde im Jahr 722 von Kapitän Eoban gegründet, der den geschützten Naturhafen an der Mündung des Kohla-Flusses als idealen Standort erkannte und eine planmäßige Siedlung mit Hafen, Fürstensitz und Tempel errichtete. Im 8. und 9. Jahrhundert erblühte es unter den Fürsten zu einem goldenen Zeitalter mit Badehäusern, Bibliothek, Theater und einem Gesetzbuch, das anderen Reichen als Vorbild diente. Nach der verheerenden Zerstörung durch Wikinger im Jahr 847 verfiel es für vier Jahrhunderte, bis es im 17. Jahrhundert unter König Demiphones als barocke Planstadt wiederaufgebaut wurde. Die barocke Altstadt mit dem zentralen Eobansplatz, der St.-Aldomars-Kathedrale, dem Museum der Seelandgeschichte und den ehemaligen Ruinen des Theaters im Stadtwald spiegelt die wechselvolle Geschichte wider. Später wurde es Hauptstadt der Provinz Kohlonia und schließlich des unabhängigen Landes. Heute ist es das politische, kulturelle und touristische Zentrum mit sechs Stadtbezirken, die von der Altstadt über den Neuen Hafen bis zu Wohn- und Technologievierteln reichen.
Landkreise
Teichfurt (Pop.: 2.799)
Goldstrand (Pop.: 1.375)
Nordort (Pop.: 1.259)
Kohlaschleuße (Pop.: 6.467)
Westmünde (Pop.: 1.496)
Boxbucht (Pop.: 1.605)
Nordwestkap (Pop.: 1.000)
Fliegenstadt (Pop.: 578)
