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Der Landkreis Goldküste bildet im Land Kohlonia die westliche Begrenzung des Kohla-Tals zur offenen Sturmsee hin. Von der Hauptstadt Kohla aus erreicht man das Gebiet in westlicher Richtung über die Landstraße K305, die bei Punktdorf das Hinterland erschließt, oder über die B303, die das Tal bei Kohlamünde verlässt und über Sommereck nach Strandstedt führt. Das Kreisgebiet erstreckt sich über etwa 30 Kilometer in nord-südlicher und 13 Kilometer in ost-westlicher Richtung und ist mit nur 1.375 Einwohnern ähnlich dünn besiedelt wie andere Kreise des Landes. Die Landschaft wird geprägt vom schmalen, windzerzausten Küstenwald, einem Mischwald aus Kiefern und Birken, der sich als bis zu zwei Kilometer breiter Streifen entlang der gesamten Küste zieht und das sanft ansteigende Hinterland vor den Stürmen der Sturmsee schützt. Im Osten des Kreises, wo das Gelände auf etwa 50 Meter über den Meeresspiegel ansteigt, bestimmt Weidewirtschaft das Bild, durchsetzt mit kleinen, durch Brunnen bewässerten Gärten, in denen die kargen Böden Kohl und Wurzelgemüse hervorbringen. Die Kreisstraße K302, die von Südort im Kohla-Tal herüberführt, bindet Sommereck an, während die K303 von Viellam kommend Frühlingsdorf mit dem Küstenort Silberstrand verbindet. Die Bahnlinie 12 der Kohlbahn verläuft am Rand des Küstenwaldes und bietet an den Haltepunkten Goldstrand und Kleinstrand Anschluss an die Strecke von Kohla nach Westmünde.
Kreisstadt Goldstrand
Die Kreisstadt Goldstrand liegt auf nur zwei Metern über dem Meeresspiegel an der Küste der Sturmsee und ist mit 725 Einwohnern nicht nur die größte Siedlung des Landkreises, sondern auch dessen administratives, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Der Ort gruppiert sich um einen rechteckigen Marktplatz, auf dessen Nordseite das 1744 errichtete Kreishaus aus rotem Backstein thront, ein schlichter zweigeschossiger Bau mit Walmdach und einem kleinen Uhrturm, der 1891 aufgesetzt wurde. Gegenüber, auf der Südseite, erhebt sich die St.-Eobans-Kirche, deren schlanker Turm schon von weitem sichtbar ist. Die Kirche wurde 1683 als Saalbau auf den Fundamenten eines älteren, bei einer Sturmflut beschädigten Vorgängerbaus errichtet und birgt in ihrem Inneren ein bemerkenswertes Taufbecken aus der Zeit um 1520, das vermutlich aus einer aufgelassenen Kapelle im nahen Frühlingsdorf stammt.

Das Schulhaus, ein langgestreckter Fachwerkbau von 1827, beherbergt die einzige Schule des Kreises und wird von etwa 80 Kindern aus allen sechs Ortschaften besucht, die mit drei Kleinbussen täglich herangebracht werden. Unmittelbar neben dem Schulhaus steht das 1790 erbaute Amtsgericht, ein sandsteinverkleideter Bau mit drei hohen Rundbogenfenstern und einem tonnengewölbten Sitzungssaal, in dem noch immer monatlich Verhandlungstage abgehalten werden. An der Südwestecke des Marktplatzes führt eine gepflasterte Gasse, die „Muschelgasse“, hinunter zum Hafen. Dort liegen die Kutter der örtlichen Fischer an einem 60 Meter langen Kai, der ursprünglich 1893 aus Holz erbaut und 1962 durch eine Betonkonstruktion ersetzt wurde. Eine kleine Fischauktionshalle, werktags Schauplatz des geschäftigen Morgens, und die Räucherei Bartels, die seit 1921 Sturmseelachs und Makrele über Buchenholzrauch veredelt, prägen das Hafenviertel. An der Hafeneinfahrt wurde 1908 auf einer leichten Anhöhe ein kleines Molenfeuer errichtet, das heute als Tagestonne dient. Am Ende der K302 liegt der Haltepunkt Goldstrand der Kohlbahn. Das kleine Stationsgebäude mit hölzernem Wartehäuschen und einem Bahnsteig für zwei Wagenlängen wird achtmal täglich von Norden und Süden angefahren.
Südlich der Stadt beginnt der Küstenwald. Davor liegt der Schulwald, ein drei Hektar großer Kiefernbestand, der ursprünglich 1855 als Windschutzhecke gepflanzt wurde und heute als Unterrichtsrevier für die naturkundlichen Fächer dient, in dem die Schüler die heimische Flora und Fauna studieren.
Küstenwald
Entlang der Küste erstreckt sich ein bis zu zwei Kilometer breiter Küstenwald, der die Ortschaften Goldstrand, Silberstrand und Kleinstrand vor den Stürmen der Sturmsee schützt. Die eigentliche Goldküste hat ihren Namen nicht von Edelmetallfunden, sondern von den feinen Glimmerpartikeln, die im Sand eingelagert sind und an sonnigen Tagen einen goldenen Schimmer erzeugen.
Von Goldstrand führt die befestigte Küstenstraße zwischen Kiefern und windzerzausten Birken hindurch etwa vier Kilometer nach Süden zum Fischerdorf Silberstrand. Der Ort, mit nur 121 Einwohnern eine Streusiedlung, liegt auf drei Metern über dem Meeresspiegel und besteht aus einem halben Dutzend Gehöften, die sich um einen Sandweg gruppieren, welcher von der Landesstraße K303 gequert wird. Vier Familien betreiben hier die Muschelzucht in den Flachwasserzonen vor der Küste. Die Miesmuschelpflöcke, an Stricken in den felsigen Prielen aufgewachsen, liefern jährlich etwa 15 Tonnen Muscheln, die teils frisch nach Kohla verkauft, teils in einer kleinen Konservenfabrik am nördlichen Ortsrand eingelegt werden. Diese Fabrik, ein 1936 von der Genossenschaft „Miesmuschel Silberstrand e.G.“ errichteter Bau, beschäftigt heute sechs Arbeiter und produziert auch eingelegten Sturmseehering in Dosen mit handgemalten Etiketten. Am südlichen Ende des Dorfes, wo der Küstenwald für etwa dreihundert Meter zurücktritt, liegt eine kleine Badebucht, deren grober Sandstrand von abgerundeten Kieseln durchsetzt ist. Das Wasser der Sturmsee erreicht hier selbst im Hochsommer selten mehr als 16 Grad, doch an windstillen Tagen baden die Einheimischen und einige Unentwegte aus dem Landesinneren in der klaren, salzigen See.
Sechs Kilometer weiter südlich erreicht die Küstenstraße das Dorf Kleinstrand, benannt nach dem hier besonders schmalen, nur 600 Meter breiten Küstenwaldstreifen. Mit 254 Einwohnern ist es die zweitgrößte Siedlung des Kreises. Der Ort besitzt einen eigenen, etwas windgeschützten Naturhafen, dessen Einfahrt von zwei niedrigen Molen aus Granitbruchsteinen flankiert wird, die 1784 auf Veranlassung des damaligen Gutsherrn von Kohlfähre errichtet wurden, um den Handel mit dem Hinterland zu fördern. Heute ist der Hafen das Zentrum der Fischerei im südlichen Kreisgebiet; sieben Kutter, von denen der älteste noch aus dem Jahr 1949 stammt, sind hier stationiert und fangen hauptsächlich Dorsch und Flunder. An der westlichen Mole liegt das markanteste Wahrzeichen des Ortes: das Wrack des hölzernen Dreimastschoners „Albatros“, der am 17. März 1871 während eines schweren Frühjahrssturms auf die Felsen lief und heute als halb im Sand versunkener Rumpf an die Gefahren der Sturmsee erinnert. Der Bugspriet ragt noch drei Meter aus dem Wasser, und bei Ebbe sind die kupferbeschlagenen Planken des Unterwasserteils zu erkennen. Taucher können die Reste des 32 Meter langen Wracks bei ruhiger See umtauchen; die hölzerne Galionsfigur, eine einst farbig gefasste Meermöwe, wurde 1929 geborgen und ist heute im Zollhausmuseum von Kohlamünde ausgestellt.
Hinterland des Kreises
Das Hinterland des Kreises Goldküste steigt östlich des Küstenwaldes sanft auf etwa 50 Meter über NN an und öffnet sich in eine hügelige, eher trockene Landschaft, in der schüttere Grasflächen von Dornbüschen und vereinzelten Eichen durchsetzt sind. Die Böden sind steinig und karg, wenig geeignet für Ackerbau, weshalb die Bewohner hier seit Jahrhunderten auf Weidewirtschaft setzen. Schafe und eine robuste Landrinderrasse, das Goldküsten-Rind, das an das raue Klima und die spärliche Vegetation angepasst ist, prägen die Flächen. Die Tiere liefern Fleisch für den Eigenbedarf und einen bescheidenen überregionalen Handel, während Milch zum Teil in kleinen Dorfkäsereien verarbeitet wird. Einige Familien unterhalten zudem kunstvoll angelegte Gärten, die mit Wasser aus tiefen Ziehbrunnen bewässert werden und in denen Kohlköpfe, Möhren und Kartoffeln gedeihen, die in den hiesigen Küchen zu deftigen Eintöpfen verarbeitet werden.
Die nördlichste Siedlung des Hinterlandes ist Sommereck, ein auf 18 Metern über NN gelegenes Dorf mit 96 Einwohnern, von der K302 durchzogen und umgeben von weiten Koppeln, auf denen die Goldküsten-Rinder mit ihrem dunkelbraunen Fell und den geschwungenen Hörnern grasen. Sommereck ist ein Straßendorf mit einer zentralen Viehtränke aus Sandstein, und an seinem nördlichen Ende, wo die Landesstraße in die Bundesstraße 303 mündet, liegt die alte Dorfkirche St. Jakobus, ein romanisierender Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit einem gedrungenen Rundturm, dessen Mauern fast einen Meter dick sind. Der Innenraum birgt einen schlichten Holzaltar von 1688 und eine kleine Orgel der Firma Dreher & Klose aus Kohla von 1902. Zwischen der Kirche und der Viehtränke ist die ehemalige Schule zu finden, ein Backsteinbau von 1780, der seit der Schließung 1962 als Gemeindehaus dient und einen Raum mit historischen Fotografien der Landwirtschaft im Kreis beherbergt. Am südlichen Ortsausgang liegt die kleine Fleischerei Bergmann, ein Familienbetrieb in dritter Generation, der traditionelle Kohlwurst herstellt, eine grobe Bratwurst aus Rindfleisch mit Kohlstücken, in Buchenholz geräuchert und nur im Umkreis von 20 Kilometern erhältlich. Die Räucherei ist in einem umgebauten Stall untergebracht, und das Rezept, überliefert in einem vergilbten Notizbuch von 1903, wird streng gehütet. Von Sommereck aus führt ein Feldweg zur K302, der nach einer knappen Stunde Fußmarsch die Ruine der Burg Goldwacht erreicht, einer kleinen Höhenburg aus dem 15. Jahrhundert, die auf einem 40 Meter hohen Hügel etwa zwei Kilometer westlich des Dorfes thront. Von dem einst zweigeschossigen Wohnturm mit umlaufender Ringmauer sind nur noch die bis zu sechs Meter hohen Außenmauern und ein tiefer, in den Fels gehauener Brunnen erhalten. Die Burg diente als Zollstation an der alten Handelsroute von Kohlamünde zur Goldküste, verfiel jedoch nach dem Niedergang des Kohlhandels im 17. Jahrhundert. Heute ist sie ein Ziel für Schulausflüge, und an klaren Tagen reicht der Blick von den zerfallenen Zinnen über den gesamten Kreis bis zur Sturmsee.
Weiter südlich, auf 52 Metern über NN und damit der höchstgelegene Ort des Kreises, liegt Frühlingsdorf mit seinen 83 Einwohnern, eingebettet zwischen sanften Hügeln und erreichbar über die K303. Der Ortsname rührt von der Legende, dass hier jedes Jahr die ersten Krokusse und Schneeglöckchen des Kreises blühen, angelockt von einer warmen Quelle, die am Fuße des Hügels entspringt und einen kleinen Teich speist, der nie zufriert. Das Dorf ist ein Haufendorf mit verwinkelten Gassen und einem zentralen Platz, auf dem ein steinerner Brunnen aus dem 17. Jahrhundert steht. Die Einwohner betreiben überwiegend Schafzucht, angesiedelt in den geschützten Tälern, und die Wolle wird zum Teil in einer kleinen Handweberei verarbeitet, in der traditionelle Teppiche und Decken in kräftigen Farben entstehen. Im Dorfkern steht die 1742 erbaute Filialkirche Maria Königin, ein schlichter Saalbau mit einem Dachreiter. Ihr Inventar umfasst eine holzgeschnitzte Pietà aus dem 16. Jahrhundert und ein Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert. Am Ortsausgang in Richtung Silberstrand, dort wo die K303 den Hügelkamm überquert, befindet sich das Brauhaus Goldküste, gegründet 1803 von Johann Friedrich Töpfer, das ein leicht salziges Bier braut, das unter dem Namen „Goldküstenbier“ verkauft wird. Das Brauwasser stammt aus einem eigenen, 28 Meter tiefen Brunnen, dessen Wasser durch unterirdische Salzlagerstätten einen feinen Salzgeschmack annimmt, der dem untergärigen Bier seine charakteristische Note verleiht. Der Braumeister verwendet neben Gerstenmalz aus dem Teichfurter Raum auch eine kleine Menge getrockneten Strandhafer, was dem Bier eine leicht strohige Bitterkeit verleiht. Das Sudhaus, ein zweistöckiger Fachwerkbau mit einem kupfernen Kessel von 1927, produziert jährlich etwa 400 Hektoliter, die fast ausschließlich im Landkreis und in den umliegenden Dörfern ausgeschenkt werden, am besten frisch vom Fass im angeschlossenen Brauereigasthof, der sechs einfache Zimmer vermietet.
Die südlichste Siedlung des Hinterlandes ist Punktdorf, ein an der K305 gelegenes Dorf mit 96 Einwohnern auf zwölf Metern über NN, dessen ungewöhnlicher Name auf einen trigonometrischen Punkt zurückgeht, den die Kartografen des Seelandes hier 1823 bei der ersten systematischen Landesvermessung setzten. Der Punkt ist durch eine steinerne Markierung auf dem Dorfplatz gekennzeichnet und bildet noch heute eine Station für die Geodäsie-Studenten der Technischen Universität Kohla. Punktdorf ist ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit mehreren Viehzuchtbetrieben und einigen bewässerten Gärten, die von den nahegelegenen Hügeln mit Wasser versorgt werden. Im Dorf existiert eine kleine Sattlerei, die Geschirre für die noch vereinzelt als Zugtiere verwendeten Pferde herstellt, sowie eine Schmiede, die seit 1880 in Familienbesitz ist und heute vor allem Reparaturen an landwirtschaftlichen Geräten ausführt. Im Dorfzentrum, das von drei hohen Ulmen beschattet wird, steht die kleine Kapelle St. Maria zur Wiese, ein verputzter Bau mit Satteldach, errichtet 1765, ohne Turm, aber mit einem kleinen Glockenstuhl aus Holz, in dem zwei Glocken aus dem 18. Jahrhundert hängen, die sonntags von Hand geläutet werden. Drei Kilometer östlich von Punktdorf, auf halbem Weg zum Kohla-Tal, überquert die K305 den kleinen Punktbach, der das Hinterland in die Sturmsee entwässert, und passiert die Reste eines alten Steinbruchs, in dem bis 1914 Pflastersteine für die Straßen der Hauptstadt gebrochen wurden, heute ein kleines Naturschutzgebiet, in dem seltene Orchideen und eine Kolonie von Uferschwalben heimisch sind.
Städte und Gemeinden
- Kreisstadt Goldstrand
- Kleinstrand (Kohlonia)
- Silberstrand
- Sommereck
- Punktdorf
- Frühlingsdorf
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Goldstrand (Kreisstadt des Landkreises Goldküste – Kohlonia)

Goldstrand, mit 725 Einwohnern die größte Siedlung und Kreisstadt des Landkreises Goldküste in Kohlonia, liegt nur zwei Meter über der Sturmsee. Der Ort gruppiert sich um einen rechteckigen Marktplatz mit dem Kreishaus von 1744 und der St.-Eobans-Kirche von 1683. Eine Fachwerkschule, das Amtsgericht und die Muschelgasse prägen das Ortsbild. Am Hafen liegen Fischerkutter, die Räucherei Bartels und die Fischauktionshalle. Der Haltepunkt der Kohlbahn verbindet… Weiter …
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Landkreis Goldküste (Kohlonia)

Der Landkreis Goldküste liegt an der Sturmsee westlich des Kohla-Tals und zählt 1.375 Einwohner. Die Kreisstadt Goldstrand beherbergt Verwaltung, Schule und Hafen. An der Küste reihen sich Silberstrand mit Muschelzucht und Kleinstrand mit Fischereihafen und dem Wrack der „Albatros“. Das hügelige Hinterland mit Sommereck, Frühlingsdorf und Punktdorf ist von Weidewirtschaft, Gärten und Handwerk geprägt. Eine Burgruine, das salzige Goldküstenbier aus Frühlingsdorf und historische Kirchen… Weiter …
