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Der Landkreis Kohlatal erstreckt sich nördlich von Kohla, der Hauptstadt Kohlonias, über eine Fläche von etwa 48 mal 20 Kilometern und ist mit nur 1.259 Einwohnern dünn besiedelt, so wie eigentlich alle Kreise des Landes. Das Gebiet wird geprägt durch das namengebende Tal der Kohla, das sich von der Hauptstadt Kohla im Süden bis hinauf zur alten Bergbaustadt Kohlaschleuße im Norden zieht. Westlich des Flusses erhebt sich eine trockene, steinige Hügellandschaft, die nur wenig landwirtschaftliche Nutzung zulässt. Östlich schließt sich die weite, baumlose Kohla-Steppe an, die nach Norden hin in die lebensfeindliche Kohlwüste übergeht – eine flache, kalte Einöde. Die einzige größere Verkehrsader im Tal ist die Bundesstraße B301, die von Kohla kommend entlang des Flusses über Kohlfähre, Viellam und Südort nach Nordort führt und dort auf die B304 in Richtung Nurmal trifft. Die Kohlatalbahn, heute Linie 14 der Kohlbahn, durchmisst den Kreis von Süd nach Nord und bindet die Ortschaften an die Hauptstadt an.
Kreisstadt Nordort

Die Kreisstadt Nordort ist mit 425 Einwohnern und einer Lage von 94 Metern über dem Meeresspiegel die einzige Stadt des Kreises. Sie liegt 41 Kilometer nördlich von Kohla und erstreckt sich zu beiden Seiten des Kohla-Flusses. Als Kreisstadt beherbergt sie sämtliche Verwaltungsgebäude, die einzige Schule des Kreises und eine kleine Stadtkirche. Die Bebauung gruppiert sich um einen zentralen Marktplatz, an dessen Nordseite das 1892 errichtete Kreishaus aus dunklem Backstein thront. Es handelt sich um einen schlichten zweigeschossigen Bau mit einem kleinen Uhrturm, der 1904 aufgesetzt wurde. Gegenüber erhebt sich die St.-Liobans-Kirche, eine Zentralkirche aus dem Jahr 1712, erbaut auf den Fundamenten eines hölzernen Vorgängerbaus, der 1709 einem Flusshochwasser zum Opfer fiel. Im Inneren birgt sie ein bemerkenswertes Taufbecken aus Sandstein, gestiftet 1687 von den ersten Siedlerfamilien, die sich nach 1648 im Kohla-Tal niederließen. Neben dem Kreishaus befindet sich die 1908 gegründete Kreissparkasse Kohlatal in einem renovierten Fachwerkbau. Die Schule, ein langgestreckter Ziegelbau von 1927, beherbergt die Klassen eins bis neun und ist zugleich das kulturelle Zentrum der Stadt mit einem kleinen Theatersaal, der für Gemeindeversammlungen und die jährliche Kohlwoche genutzt wird. Die Stadtbücherei mit rund 4.200 Bänden ist im Erdgeschoss des Schulgebäudes untergebracht. Am südlichen Ortsrand hat die Straßenmeisterei Kohlatal ihren Sitz. Das 1961 gegründete Unternehmen Wüsten- und Landstraßenbau Conrad unterhält hier seine Fahrzeugflotte und wartet die Bundes- und Landesstraßen des Kreises. Der Betrieb beschäftigt 38 Mitarbeiter und ist der größte Arbeitgeber Nordorts außerhalb der Verwaltung. Am östlichen Flussufer, dort wo die B304 in Richtung Kohlwüste abzweigt, liegt die letzte Tankstelle vor der Wüste – ein unverputzter Ziegelbau mit zwei Zapfsäulen und einer kleinen Werkstatt, geführt in dritter Generation von der Familie Brenner. Östlich von Nordort geht die Steppe unmittelbar in die Kohlwüste über.

Die Landschaft ist hier flach und einförmig. In klaren Winternächten sinkt die Temperatur auf minus 25 Grad, im Sommer steigt sie tagsüber auf über 40 Grad. Nur wenige Schafzüchter durchqueren das Gebiet mit ihren Herden auf den alten Triebwegen, die seit dem 18. Jahrhundert genutzt werden. Etwa sechs Kilometer nordöstlich von Nordort liegt die Ruine des Wüstenturms, eines quadratischen Wehrturms aus dem 14. Jahrhundert. Von ihm stehen nur noch die Grundmauern und ein Teil des Stiegenhauses. Die Geschichte des Turms ist in Vergessenheit geraten. Man vermutet einen Außenposten der Wikinger. Der Ort ist nur zu Fuß oder mit geländegängigem Fahrzeug erreichbar.
Das Kohla-Tal
Der südliche Abschnitt des Kohla-Tals zwischen Kohlfähre und Viellam wird geprägt durch die Reste des alten Auenwaldes. Der sumpfige, kalte und mückenreiche Wald erstreckt sich auf etwa vier Kilometern beiderseits des Flusses und ist trotz seiner Unwirtlichkeit ein bedeutendes Rückzugsgebiet für Vögel. Ornithologen verzeichnen hier Brutplätze von Graureihern, Kormoranen und mehreren Entenarten. Botanisch bemerkenswert ist das Vorkommen des seltenen Sumpf-Schachtelhalms und mehrerer Torfmoosarten, die hier eines ihrer südlichsten Vorkommen in Kohlonia haben. Ein schmaler Bohlenweg, 1978 vom Kreis angelegt, führt auf 800 Metern durch den östlichen Teil des Auenwaldes und endet an einer hölzernen Beobachtungsplattform. Der Zugang ist von Viellam aus möglich und kostenfrei.
Der Kohlwüsten-Randkanal, 1875 nach zwölfjähriger Bauzeit fertiggestellt, ist das technische Rückgrat des östlichen Kreisgebiets. Er verläuft über eine Länge von 31 Kilometern exakt parallel zum Kohla-Fluss in einem Abstand von zwei Kilometern zum östlichen Talrand, biegt dann nach Osten und wieder nach Norden ab und markiert die Grenze zwischen bewässertem Gartenland und der beginnenden Steppe. Sechs Verbindungskanäle, schlicht von Kanal A bis Kanal F benannt, leiten das Flusswasser in den Randkanal, wobei Kanal B bei Südort über ein gemauertes Stauschütz von 1873 verfügt, das noch heute von Hand betrieben wird. Die Kanalbreite beträgt einheitlich 4,20 Meter, die Tiefe 1,80 Meter. Ursprünglich für die Bewässerung der neu angelegten Kohlfelder konzipiert, dient er bis heute den Gärtnereien entlang des Ostufers als Wasserquelle. Im Winter wird der Kanal über die Einlaufbauwerke abgesperrt, um Schäden durch Frostdruck an den Böschungen zu verhindern.
Südort liegt mit 58 Einwohnern auf 72 Metern Höhe am westlichen Ufer der Kohla und ist die kleinste Ortschaft des Kreises. Der Weiler besteht aus neun Höfen, die sich entlang der B301 aufreihen. Eine eigene Kirche besitzt Südort nicht; die Gottesdienste finden in der 1784 erbauten kleinen Kapelle St. Koloman statt, die von den Bauern der Umgebung in Eigenleistung aus Bruchstein errichtet wurde. An der Fassade ist eine steinerne Gedenktafel mit den Namen der Erbauer eingelassen. Das Kapellenschiff fasst etwa dreißig Personen. In Südort zweigt die Landesstraße K302 nach Westen ab und führt durch die Hügellandschaft in den Landkreis Goldküste hinüber. An dieser Kreuzung steht das Gasthaus „Zum Auenwald“, ein weiß getünchtes Fachwerkhaus von 1802, das als letzte Einkehr vor dem Übergang über die Hügelkette dient. Die Wirtin bietet ein eigenes Schwarzbier an, gebraut nach einem Rezept, das seit vier Generationen in der Familie ist.
Viellam zählt 121 Einwohner und liegt auf 52 Metern Höhe am östlichen Flussufer. Viellam entstand als Rastplatz der Kohltransporteure, die auf dem Flussweg Steinkohle von Kohlaschleuße zur Hauptstadt verschifften. Das Ortsbild wird dominiert von der barocken St.-Barbara-Kirche aus dem Jahr 1756. Ihr schlanker, verschieferter Turmhelm ist von weitem sichtbar. Die Kirche beherbergt einen geschnitzten Altar, der die Heilige Barbara zeigt – die Schutzpatronin der Bergleute und Kohleträger, ein Hinweis auf die historische Bedeutung des Kohlhandels für den Ort. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich die ehemalige Kornmühle von 1689, ein mächtiger zweigeschossiger Bruchsteinbau, der bis 1952 mit Wasserkraft betrieben wurde. Heute dient das Gebäude als Heimatmuseum des Kreises Kohlatal, das eine kleine Sammlung zur Siedlungsgeschichte, zum Kohletransport und zum Kanalbau zeigt. Geöffnet ist von Mai bis September jeden ersten Sonntag im Monat. Etwa einen Kilometer nördlich von Viellam liegt die Burgruine Stollenfels auf einem niedrigen Felssporn über dem Fluss. Die Burg wurde um 1380 von den Wikingern aus Western als Außenposten errichtet und 1622 während eines lokalen Aufstandes niedergebrannt. Erhalten sind die Grundmauern des Bergfrieds, Teile der Ringmauer und ein tonnengewölbter Keller, der bei trockenem Wetter begehbar ist. Von der Plattform des Bergfrieds bietet sich ein weiter Blick über das gesamte mittlere Kohla-Tal. Viellam ist zudem Standort eines der ältesten Handwerksbetriebe des Kreises: der Seilerei Falkenhagen, gegründet 1847, die ursprünglich Taue für die Kohleschiffe herstellte und heute Spezialseile für die Bauwirtschaft fertigt. Die Werkstatt mit ihren hölzernen Spinnmaschinen liegt am nördlichen Ortsrand und kann nach Voranmeldung besichtigt werden.
Kohlfähre ist mit 315 Einwohnern und einer Lage von 45 Metern über dem Meeresspiegel der südlichste Ort des Kreises und der erste Halt nördlich der Hauptstadt Kohla. Der Name verweist auf die historische Fährverbindung über die Kohla, die hier bis zum Bau der ersten steinernen Brücke 1841 bestand. Der Ort erstreckt sich entlang beider Flussufer, verbunden durch die heutige K304. Am östlichen Ufer steht die neugotische St.-Jakobus-Kirche von 1873 mit einem spitzen Turm und einem Rosettenfenster über dem Westportal. Sie ersetzte eine hölzerne Vorgängerkapelle, die 1865 bei einem Brand zerstört wurde. Die drei Bronzeglocken wurden 1874 in der Gießerei Brückner in Kohla gegossen. Auf dem kleinen Friedhof hinter der Kirche befindet sich das Grab des ersten Kreisrates von Kohlatal, Albrecht von der Heide, verstorben 1882. Sein Grabstein aus schwarzem Marmor trägt die Inschrift: „Dem Tal verpflichtet, dem Fluss verbunden“. Kohlfähre ist das wirtschaftliche Zentrum des südlichen Kreises. Hier hat die 1938 gegründete Kohlataler Genossenschaftsbank ihren Sitz, ein solider Backsteinbau von 1911, der früher als Lagerhaus für Kohl diente. Am südlichen Ortsrand befindet sich die Gärtnerei Löwenhaupt, die auf einer Fläche von vier Hektar in langen Folientunneln Frühkohl, Weißkohl und Wirsing anbaut. Sie beschäftigt in der Haupterntezeit bis zu 22 Saisonkräfte und beliefert den Großmarkt in Kohla. Daneben hat sich die Käserei Kohlfähre einen Namen gemacht, die aus Schafmilch einen halbfesten Schnittkäse produziert und in einem kleinen Hofladen verkauft. Die Landesstraße K304 verbindet Kohlfähre mit dem westlich gelegenen Landkreis Goldküste. An der Abzweigung steht der Gasthof „Zur Alten Fähre“, ein verputzter Bau von 1798 mit einem schattigen Biergarten unter alten Kastanien.
Südöstlich von Kohlfähre erstreckt sich der Trollskog, das größte zusammenhängende Waldgebiet des Kreises. Der Mischwald aus Birken, Erlen und vereinzelten Kiefern ist sumpfig und von dunklen Wasserarmen durchzogen. Die lokale Überlieferung berichtet von Irrlichtern und einem Waldgeist, der hier Wanderer vom Weg locken soll. Forstwirtschaftlich wird der Trollskog nicht genutzt; er ist seit 1968 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein markierter Rundweg von sechs Kilometern Länge beginnt an der K304 sieben Kilometer östlich von Kohlfähre.
Ortschaften an der Northern Desert Railway
Östlich des Kohla-Tals, im südlichen Bereich der Kohla-Steppe, liegt das Dorf Herbstplatz auf 105 Metern Höhe mit 215 Einwohnern. Es entstand mit dem Bau der Northern Desert Railway, die von Kohla durch die Steppe nach Norden führt. Der Ortsname geht auf einen alten Rastplatz der Karawanen zurück, die hier im Herbst vor dem Übergang über die Steppe lagerten. Herbstplatz ist ein Straßendorf entlang der B30. Im Zentrum steht die 1902 erbaute St.-Matthias-Kirche im Stil der Backsteingotik, ein ungewöhnlicher Anblick in der flachen Steppenlandschaft. Ihr roter Ziegelbau mit einem kleinen Dachreiter ist weithin sichtbar. Die Kirche wurde von den Eisenbahnpionieren gestiftet, die beim Bau der NDR-Strecke hier stationiert waren. In der Vorhalle erinnert eine schlichte Holztafel an die neun Arbeiter, die beim Bau des nahen Steppendamms 1897 ums Leben kamen. Herbstplatz ist ein Zentrum der Kohlverarbeitung im Kreis. Die 1964 gegründete Kohlonia-Konserve GmbH betreibt hier einen Betrieb mit 35 Mitarbeitern, der Sauerkraut und eingelegten Kohl in Gläsern produziert. Der beißende Essiggeruch liegt oft über dem östlichen Dorfrand, wo die flachen Produktionshallen stehen. Drei Kilometer nordwestlich von Herbstplatz befindet sich das Gestüt Steppenhof, das seit 1926 Araberpferde züchtet. Die Tiere werden auf den kargen Weiden der Steppe gehalten und sind an die extremen Temperaturen angepasst. Das Gestüt bietet im Sommer Reitkurse und Führungen an. Von Herbstplatz führt die B51 nach Osten in den Nachbarkreis Seeland.
Nordöstlich von Herbstplatz, mitten in der trockenen und kalten Kohla-Steppe, liegt Winterburg mit 125 Einwohnern auf 82 Metern Höhe. Auch dieser Ort entstand mit dem Bau der Northern Desert Railway. Der Name leitet sich von der Burgruine Winterburg ab, die sich etwa zwei Kilometer nordwestlich des Dorfes auf einer flachen Anhöhe inmitten der Steppe befindet. Die Burg wurde um 1688 von Bürgern aus Kohla als Jagdsitz im Stil einer mittelalterlihen Wikingerburg erbaut und war nur im Winter bewohnt während der Jagdsaison auf die kohlonischen Steppenhühner. Erhalten ist der quadratische, viergeschossige Wohnturm aus grob behauenem Sandstein mit einer Türöffnung in sechs Metern Höhe, die ursprünglich nur über eine einziehbare Leiter zugänglich war. Das Innere des Turms ist hohl und bis unter das Dach offen. Die Burg wurde 1756 aufgegeben und dem Verfall preisgegeben. Sie ist frei zugänglich, der Aufstieg zur Turmplattform über die erhaltene steinerne Wendeltreppe aber nur bei Tageslicht und auf eigene Gefahr zu empfehlen. Winterburg selbst ist ein Haufendorf um einen unregelmäßigen Dorfplatz. Die schlichte St.-Hedwigs-Kapelle von 1899 ist ein verputzter Saalbau mit einem kleinen Glockenstuhl vor dem Eingang. Sie wurde von Eisenbahnarbeitern aus dem Nachbarland Nudelland errichtet. Am südlichen Dorfrand befindet sich die Schäferei Kolbenheyer, die eine Herde von etwa 200 Merinoschafen in der Steppe hält und hochwertige Wolle produziert, die über den Bahnhof Winterburg direkt nach Kohla geliefert wird. Der Betrieb besteht seit 1887 und wird in fünfter Generation geführt. Nördlich von Wiunterburg wird ide Vegetation immer karger und etwa 13 Kilometer nördlich von Winterburg beginnt die Kohlwüste. An der Gemeindegrenze steht ein einsamer Kilometerstein aus dem Jahr 1891, der die historische Grenze der besiedelten Welt markiert. Die Inschrift lautet: „Bis hierher und nicht weiter – wer weitergeht, trägt sein Wasser selbst.“
Städte und Gemeinden
- Kreisstadt Nordort
- Kohlfähre
- Herbstplatz
- Winterburg
- Viellam
- Südort
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Landkreis Kohlatal (Kohlonia)

Der dünn besiedelte Landkreis Kohlatal im Norden Kohlonias umfasst das langgestreckte Tal der Kohla zwischen der Hauptstadt Kohla und der alten Bergbaustadt Kohlaschleuße. Landschaftlich prägen trockene Hügel im Westen und die weite Kohla-Steppe im Osten das Gebiet, das nach Norden in die lebensfeindliche Kohlwüste übergeht. Verkehrsadern wie die B301 und die Kohlatalbahn verbinden die Orte. Zentrum ist die Kreisstadt Nordort mit Verwaltung, Schule und… Weiter …
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Nordort (Kreisstadt im Kohlatal – Kohlonia)

Nordort, die kleinste Kreisstadt Kohlonias, liegt mit 425 Einwohnern 41 Kilometer nördlich von Kohla am Kohla-Fluss. Der Ort gruppiert sich um einen Marktplatz mit dem Kreishaus von 1892 und der St.-Liobans-Kirche von 1712. Die Schule von 1927 beherbergt Stadtbücherei und Theatersaal. Am östlichen Ortsrand betreibt Familie Brenner die letzte Tankstelle vor der Kohlwüste. Sechs Kilometer nordöstlich liegt die Ruine des Wüstenturms. Größter Arbeitgeber ist… Weiter …
