(Pop.: 2.799)

Der Landkreis Teichfurt, der südlichste Kreis Kohlonias, ist ein stiller Flickenteppich aus Ackerland, Feuchtwiesen und kleinen Wäldern im Süden des Landes. Eingebettet in die Seeland-Ebene schmiegt er sich östlich, südlich und westlich an die Hauptstadt Kohla und bildet so einen fast ländlichen Gürtel um das urbane Zentrum. Seine Ausdehnung beträgt etwa 30 Kilometer in der Ost-West-Achse und 20 Kilometer von Nord nach Süd, was eine Fläche von rund 600 Quadratkilometern ergibt, wovon man aber das Gebiet der Stadt Kohla noch abziehen muss. Das Gelände ist nur sanft bewegt, eine leicht hügelige Landschaft, die ihre Entstehung den eiszeitlichen Schmelzwassern und der langsamen Ablagerungsarbeit des Teichflusses verdankt. Im Westen bei Kohlamünde öffnet sich der Kreis zur Bucht von Kohla, dem Mündungstrichter des Kohla-Flusses in die Sturmsee, wo salzige Brisen über die Deiche streichen. Die Böden der Ebene sind schwer und lehmig, über Jahrtausende von den Flüssen mit nährstoffreichen Sedimenten angereichert, und tragen eine intensive Landwirtschaft, die das Gesicht der Region prägt: Goldgelbe Getreidefelder im Sommer, dunkelgrüne Reihen von Kohlpflanzen, Reisfelder in den flachen Senken und Obstplantagen entlang der sanften Hänge. Eingestreut in diese Agrarlandschaft liegen drei Waldstücke. Der Hochwald im Süden nahe Bunsa ist ein alter Eichen-Hainbuchen-Mischwald auf einer leichten Anhöhe, der früher der fürstlichen Jagd diente. Der Trollskog im Norden nordwestlich von Kohla ist ein geheimnisvoller, sumpfiger Bruchwald mit Erlen und Weiden, durchzogen von dunklen Wasserarmen, um den sich zahllose lokale Legenden ranken. Und der Küstenwald im Westen, ein windzerzauster Mischwald aus Kiefern und Birken, schützt die dahinterliegenden Felder vor den Stürmen, die gelegentlich von der Sturmsee heraufziehen.

Teichfurt (Pop.: 1.254 – 28m NN), Teichfurt, mit nur 1.254 Einwohnern aber damit nicht die kleinste Kreisstadt des Landes Kohlonia, liegt unmittelbar an der südlichen Stadtgrenze der Hauptstadt Kohla. Der Ortsname geht auf eine Furt durch den Teichfluss zurück, die jahrhundertelang die einzige Querungsmöglichkeit für Fuhrleute auf der Route von Kohla nach Seestadt bot, bevor 1898 eine steinerne Brücke errichtet wurde. Das Zentrum bildet der Eobansplatz mit dem schlichten Rathaus von 1742 und der barocken St.-Aldomars-Kirche, geweiht dem letzten Fürsten des alten Seelandes. An der Südseite des Platzes braut die Teichfurter Brauerei seit 1831 ein untergäriges Landbier von malzigem Charakter. Die Seestädter Chaussee ist gesäumt von zweigeschossigen Fachwerkhäusern mit kunstvoll geschnitzten Sprüchen und Füllhölzern. Wirtschaftliche Bedeutung haben der traditionsreiche Landmaschinenhandel Hennecke & Sohn sowie der Obsthof Quorzo, dessen Plantagen entlang des gleichnamigen Flüsschens Tafelobst und Apfelsaft liefern. Der fruchtbare Lehmboden der geschützten Täler von Teichbach und Quorzo macht die Region zu einem der ertragreichsten Gemüseanbaugebiete des Landes. Verkehrlich ist Teichfurt mit zwei Bahnlinien und der Bundesstraße 36 gut an die Hauptstadt angebunden.

Das Quorzo-Tal und das Tal des Teichbaches oberhalb Teichfurts sind das landwirtschaftliche Rückgrat des nordöstlichen Kreisgebiets. Der Teichbach, ein unscheinbarer, träge fließender Bach, entspringt im Trollskog und mündet nach etwa zwölf Kilometern in den Quorzo, der in Teichfurt in den Teichfluss mündet. Entlang seines Laufs reihen sich Felder mit Kohl, Weizen und Hafer, unterbrochen von schmalen Streifen Bruchwald und Schilf. Der fruchtbare Lehmboden und die geschützte Tallage machen das Teuchbach- und das Quorzo-Tal zu einem der ertragreichsten Gemüseanbaugebiete des gesamten Landes Kohlonia.

Fünf Kilometer flussaufwärts von Teichfurt, liegt Altbrück (Pop.: 335 – 35m NN). Der Name verweist auf eine ehemalige Brücke, von der heute nur noch die steinernen Widerlager am Flussufer zeugen. Die jetzige Brücke, eine genietete Stahlkonstruktion von 1927, überspannt den Fluss in einem Bogen und verbindet die beiden Ortsteile. Der Ortskern besteht aus einer unregelmäßigen Ansammlung von Gehöften um die Wehrkirche St. Matthias, deren romanischer Turm aus dem 12. Jahrhundert stammt und die mit ihren meterdicken Mauern aus Feldstein der Bevölkerung einst als Fliehburg bei Hochwasser und feindlichen Übergriffen diente. Im Innern der Kirche hat sich ein spätgotischer Schnitzaltar erhalten, der Szenen aus dem Leben des heiligen Matthias zeigt. Am Flussufer steht auf einer leichten Anhöhe die denkmalgeschützte Altbrücker Mühle, eine ehemalige Wassermühle, die 1992 stillgelegt und zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Das Wasserrecht am Teichfluss ist noch immer an das Anwesen gebunden. Altbrück ist Standort der einzigen Käserei des Kreises, die aus der Milch der umliegenden Weidebetriebe einen halbfesten Schnittkäse produziert, der unter dem Namen Altbrücker Gold in der Region gehandelt wird. Ein Stellmacherbetrieb im Süden des Dorfes fertigt und repariert traditionelle Holzwagen und -karren, die vor allem von den örtlichen Landwirten und für touristische Kutschfahrten nachgefragt werden.

Die Bucht von Kohla ist eine flache, von Prielen und Salzwiesen durchzogene Meeresbucht, die sich trichterförmig von der Mündung des Kohla-Flusses in die Sturmsee öffnet. Bei Ebbe fallen weite Schlickflächen trocken, auf denen Watvögel und Möwen nach Würmern und Krebsen suchen. Der stete Kampf gegen den Blanken Hans hat die Küstenlandschaft geformt: Alte Deichlinien, heute oft zu grasbewachsenen Wegen umfunktioniert, zeugen von früheren Landgewinnungsprojekten, während Schleusen und Siele den Wasserstand in den hinter den Deichen liegenden Marschen regulieren.

Die Stadt Kohlamünde (Pop.: 735 – 5m NN), der zweitgrößte Ort des Kreises, liegt auf der Südseite der Flussmündung direkt an der B30. Die Siedlung ist ein alter Fischerort, dessen Hafen sich in einem natürlichen, von Sandbänken geschützten Becken hinter der Flussmündung befindet, und besteht aus zwei baulich getrennten Siedlungskernen, dem ursprünglichen Hafenviertel am Wasser mit seinen schmalen, kopfsteingepflasterten Gassen und einem neueren Wohngebiet auf dem Deichvorland, das in den 1960er Jahren angelegt wurde. Die Fischereigenossenschaft Kohlamünde betreibt vier Kutter, die auf Sturmsee und Westmeer Dorsch, Hering und Plattfisch fangen. Direkt am Kai befindet sich die 1885 gegründete Fischräucherei Kordes, deren Produkte in der gesamten Region verkauft werden und deren Räucheraromen bei Westwind bis weit in den Ort hineinziehen. Der alte Leuchtturm von 1876, ein schlanker, rot-weiß gestreifter Ziegelbau mit einer Feuerhöhe von 28 Metern, steht auf einer kleinen Anhöhe westlich des Hafens und dient heute als Aussichtsturm mit einem kleinen Standesamt. Im alten Zollhaus von 1734, das zu Zeiten der Binnenzollgrenzen die Warenströme kontrollierte, ist heute ein kleines Museum zur Geschichte der Fischerei und der Küstenschifffahrt untergebracht, das neben historischen Fischereigeräten und Schiffsmodellen auch eine Sammlung von Buddelschiffen zeigt. Eine Besonderheit ist die Kohlamünder Muschelzucht an den Buhnen, die seit 1998 Miesmuscheln für den regionalen Markt produziert. Die Pflege des Hafens und der Fahrrinne ist eine Daueraufgabe, denn die Sturmsee versandet die Einfahrt immer wieder.

Nördlich von Kohlamünde, eingebettet in den Küstenwald, liegt Nordorf (Pop.: 86 – 7m NN). Die isolierte Lage im Wald und auf der Nordseite der Flussmündung hat den Ort vor allzu vielen Besuchern bewahrt. Der Weiler, über die B303 und die K306 angebunden, wirkt mit seinen reetgedeckten Häusern wie aus der Zeit gefallen. Nordorf ist ein altes Köhler- und Teerschwelerdorf, das über Jahrhunderte von der Verarbeitung des Holzes aus dem umliegenden Wald lebte. Die Köhlerei Knoop, seit 1746 in Familienbesitz, stellt noch heute Holzkohle in traditionellen Erdmeilern her und beliefert Restaurants und Privathaushalte in der gesamten Region. Neben der Köhlerei betreibt die Familie Knoop ein Forsthaus mit einer kleinen Ausstellung zur Wald- und Köhlergeschichte und einem Waldlehrpfad. Der Küstenwald selbst ist ein Mischwald aus Kiefern, Birken und Stieleichen, durchzogen von sumpfigen Mulden und kleinen Mooren. Mehrere gut markierte Wanderwege erschließen das etwa 15 Quadratkilometer umfassende Waldgebiet, darunter der 7,2 Kilometer lange Köhlerpfad, der an den Relikten von neun historischen Meilerplätzen vorbeiführt. Ein Bohlensteg führt zum versteckt im Wald liegenden Hünengrab von Nordorf, einem neolithischen Ganggrab, das auf ein Alter von etwa 5.000 Jahren geschätzt wird und aus 14 Tragsteinen und drei Decksteinen besteht. Seit 2018 betreibt ein gemeinnütziger Verein zudem einen kleinen, ehrenamtlich besetzten Rettungsturm an der Nordorfer Küste, der in den Sommermonaten an Wochenenden die Badegäste an dem kleinen, steinigen Strandabschnitt überwacht. Die Nächte in Nordorf sind von Dunkelheit und Stille geprägt, nur gelegentlich unterbrochen vom Licht des Leuchtturms auf der anderen Flussseite, dessen Strahl alle acht Sekunden über das Dorf hinweggleitet.

Radebeul (Pop.: 92 – 35m NN) liegt südlich von Kohla in einem Gebiet intensiver Landwirtschaft. Radebeul ist das Zentrum des Reisanbaus im Landkreis. Die schweren, tonigen Böden und der hohe Grundwasserstand bieten ideale Bedingungen für die Nassreiskultur, die hier seit 1928 betrieben wird. Die Reisfelder, ein Mosaik aus gefluteten, von niedrigen Dämmen umgebenen Parzellen, prägen das Landschaftsbild. Die Radebeuler Reismühle, ein genossenschaftlich organisierter Betrieb, verarbeitet den geernteten Rohreis und vertreibt ihn unter dem Markennamen Seeland-Reis. Am südlichen Ortsrand liegt der Gutshof Radebeul, ein ehemaliger Adelssitz aus dem 18. Jahrhundert, dessen Herrenhaus mit seinem Mansarddach von einem verwilderten Park umgeben ist. Der Hof befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich, doch die Silhouette des Gebäudes mit seinen zwei Ecktürmen ist eine weithin sichtbare Landmarke. Im Dorf selbst gibt es eine kleine Fachwerkkapelle von 1765, die Heilig-Kreuz-Kapelle, in der einmal im Monat ein Gottesdienst stattfindet. Der Reit- und Fahrverein Radebeul organisiert jährlich im August ein Erntedankfest mit einer Ausstellung historischer Landmaschinen.

Das Dorf Bunsa (Pop.: 225 – 12m NN), das am Rand des Hochwalds liegt, ist ein ehemaliges Waldbauerndorf, dessen Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Die Ortsmitte, ein kleiner Anger mit einer Linde und einem steinernen Brunnen, wird gesäumt von einigen Fachwerkhäusern. Der Hochwald südlich des Dorfes ist mit etwa 28 Quadratkilometern (wovon die Hälfte südlich der Landesgrenze im Seeland liegt) das größte geschlossene Waldstück des Kreises und ein alter Eichen-Hainbuchen-Wald, der früher als Hutewald genutzt wurde. Die Burgruine Bunsa auf einem bewaldeten Hügel über dem Dorf ist das bedeutendste historische Bauwerk des gesamten Landkreises. Errichtet im 12. Jahrhundert als Sitz eines Ministerialengeschlechts, wurde die Burg in den Kämpfen der Bergwikinger gegen das vereinte Heer der Königreiche Storha und Storcha nach 1432 zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Erhalten sind der Stumpf des Bergfrieds, Teile der Ringmauer und die Grundmauern des Palas, die seit 1954 vom Heimatverein Kohla-Süd gesichert und gepflegt werden. Von der Burg aus bietet sich ein weiter Blick über die Seeland-Ebene bis zu den Türmen von Kohla und an klaren Tagen sogar bis zum Sturmgebirge. Der Aufstieg zur Ruine führt über einen schmalen Pfad von der K309 aus, der an mehreren Stellen mit Holzstufen befestigt ist. Im Dorf selbst befindet sich eine kleine Tischlerei, die sich auf die Restaurierung antiker Möbel spezialisiert hat und Aufträge aus ganz Kohlonia und dem benachbarten Seeland erhält. Am Ortsrand, an der Einmündung der K309 in die K310, steht die Holländerwindmühle von Bunsa aus dem Jahr 1817, deren Flügel nach einer aufwändigen Restaurierung 2011 wieder voll funktionsfähig sind und die heute als Außenstelle des Standesamtes Teichfurt für Trauungen genutzt wird.

Das Dorf Welso (Pop.: 72 – 18m NN) liegt in der offenen Seeland-Ebene an der Kreuzung der K308 mit der K310. Es ist ein Haufendorf, dessen Gehöfte sich unregelmäßig um einen zentralen Teich gruppieren, der dem Ort seinen Namen gab und der früher als Viehtränke und Löschwasserreservoir diente. Welso ist Standort des größten fleischverarbeitenden Betriebs im Kreis, der Landschlachterei Petersen, die nach alter Handwerkstradition arbeitet und ihre Produkte wie geräucherte Mettwürste und luftgetrocknete Schinken über einen Hofladen und Wochenmärkte in Kohla und Seestadt vertreibt. Die Familie Petersen hält auf ihren Weiden entlang der K308 eine Herde von etwa 120 Rindern der Rasse Deutsches Angus. Am Dorfteich steht eine kleine Pumpstation der Kohlonischen Wasserwirtschaft, die den Grundwasserstand reguliert und die Drainage der umliegenden Felder sicherstellt. In Welso hat sich zudem eine kleine Drechslerei angesiedelt, die aus heimischen Hölzern unter anderem Schalen, Kerzenständer und Pfeffermühlen fertigt und auf Kunsthandwerkermärkten in der gesamten Region vertreten ist.

Städte und Gemeinden

  • Kreis Teichfurt (Kohlonia)

    Kreis Teichfurt (Kohlonia)

    Der Landkreis Teichfurt, Kohlonias südlichster Kreis, umschließt die Hauptstadt Kohla mit einer landwirtschaftlich intensiv genutzten, leicht hügeligen Ebene von rund 600 km². Die 2.799 Einwohner verteilen sich auf die Kreisstadt Teichfurt mit Brauerei und barocker Kirche, Altbrück mit romanischer Wehrkirche und Käserei, das Fischerstädtchen Kohlamünde mit Hafen und Leuchtturm, das Köhlerdorf Nordorf im Küstenwald, das Reisdorf Radebeul, Bunsa mit Hochwald, Burgruine und Holländerwindmühle sowie… Weiter …

  • Teichfurt (Kreisstadt – Kohlonia)

    Teichfurt (Kreisstadt – Kohlonia)

    Teichfurt, mit 1.254 Einwohnern nicht die kleinste Kreisstadt Kohlonia, liegt nur zwei Kilometer südlich der Hauptstadt Kohla am Teichfluss. Der Ortsname erinnert an eine Furt, die hier jahrhundertelang den Flussübergang ermöglichte. Herz des Ortes ist der Eobansplatz mit dem Rathaus von 1742, der barocken St.-Aldomars-Kirche und der Brauerei, die seit 1831 ein malziges Landbier braut. Die Seestädter Chaussee ist gesäumt von Fachwerkhäusern mit geschnitzten… Weiter …