Die Gaststätte „Zum Grünen Tannenbaum“ in Voleck liegt am westlichen Ortsrand, unweit der alten Poststraße, die von Grenzburg nach Alno an der Wetha führt. Das zweigeschossige Fachwerkhaus mit tiefgezogenem Satteldach steht leicht zurückgesetzt hinter einer niedrigen Steinmauer, vor der drei hohe Tannen wachsen, die dem Haus den Namen gaben. Der Haupteingang führt über zwei breite Sandsteinstufen in eine holzgetäfelte Gaststube, deren Einrichtung aus dunklem Kiefernholz stammt und von den Vorbesitzern in den 1970er-Jahren handgefertigt wurde. An den Wänden hängen gerahmte Schwarzweißfotos aus dem alten Voleck, darunter eine Aufnahme der ehemaligen Dorfmolkerei und ein Bild des Hochwassers von 1954.

Betreiberin ist derzeit Marita Klewen, die das Haus 2011 von ihrem Onkel übernahm. Sie führt den Betrieb zusammen mit ihrem Mann Heiner, der in der Küche steht. Bekannt ist das Gasthaus für seine „Tannenbaum-Pfanne“, eine Mischung aus Bratkartoffeln, eingelegtem Sauerkraut und geräucherten Wurstspezialitäten aus der Metzgerei Bruckner, die zwei Straßen weiter ihre Räucheröfen betreibt. Im Winter bietet Marita dazu selbstangesetzten Schlehenlikör an, den sie aus Früchten vom Rand des Volecker Forsts gewinnt.

In den Sommermonaten sitzen die Gäste gern im kleinen Biergarten hinter dem Haus, der an einen schmalen Bachlauf grenzt. Hier wird manchmal gegrillt, und bei gutem Wetter stellen die Klewens eine alte Kegelbahn aus Holz auf, die noch aus der Zeit stammt, als die Gaststätte Anfang des 20. Jahrhunderts als „Gesellschaftshaus Tannenbaum“ geführt wurde. Damals traf sich hier der örtliche Schützenverein, und eine Legende besagt, dass ein besonders treffsicherer Schütze 1928 versehentlich die große Standuhr im Gastraum „erlegte“.
Regelmäßige Veranstaltungen wie der Skatabend am ersten Donnerstag im Monat oder das Karpfenessen im November ziehen auch Gäste aus den Nachbarorten an. Für viele Einheimische ist das „Grüne Tannenbaum“ nicht nur ein Ort zum Essen, sondern ein Treffpunkt, an dem man Neuigkeiten austauscht, Geburtstage feiert und gemeinsam auf das örtliche Fußballteam anstößt, dessen Mannschaftsfoto ebenfalls einen festen Platz an der Thekenwand hat.
Die Umgebung mit dem Kloster St. Ansgar und den sanften Hügeln des Landkreises Grenzburg sorgt dafür, dass Wanderer und Radfahrer hier immer wieder einkehren. Manche kommen nur auf ein schnelles Radler, andere bleiben länger, um Geschichten zu hören – etwa von Heiner, der behauptet, er könne allein am Klang des zuschlagenden Hoftors sagen, wer gerade hereinkommt.

