T
Roxdorf Eisbergbahn 0
Vel (Zentralmassiv) Eisbergbahn 3,5

Wer Dol (18,1km) kennenlernen möchte, beginnt am besten beim ehemaligen Schulhaus. Die kleine Ausstellung „Wald, Wasser, Harz“ erzählt, wie Waldarbeit, Flößerei und Harzgewinnung die 109 Einwohner zählende Siedlung geprägt haben. Von dort führt der Weg an dunklen Holzhäusern, Holzstapeln und schmalen Gärten zur Drechslerei „Feenholz“. Milan Petrov und Elisa Brandt fertigen dort Schalen und Knöpfe, aber auch präzise Bauteile für die Instrumentenproduktion in Altenow. Gegenüber arbeitet Schneiderin Anna Smirnova im Atelier „Saum am Bach“. Ihre robusten Kleidungsstücke, Rucksäcke und Werkzeugtaschen sind an Ziernähten in Grün und Blau zu erkennen. Oberhalb des Dorfes steht die Feenwasserkapelle mit hölzernen Bankwangen und einem ungewöhnlichen Altarbild. Seelsorgerin Johanna Leclerc aus Boca hält dort Gottesdienste und Gesprächsabende. Für Übernachtungen bietet die Pension „Waldlicht“ sechs Zimmer sowie eine öffentliche Gaststube. Im Sommer verkaufen Familien auf der Mühlenwiese Käse, Honig und Kräuter. Danach beginnt der Feenwassersteig, der durch feuchten Bergwald, über schmale Holzstege und an mehreren kleinen Wasserfällen vorbei in Richtung Vel führt.

In Boxa (24,6km) sind Geschichte, Handwerk und Dorfgemeinschaft eng miteinander verbunden. Mittelpunkt des 421 Einwohner zählenden Ortes ist kein Marktplatz, sondern der schmale Bereich zwischen Nova, Kirche und gedeckter Holzbrücke. Hier begegnen sich Kirchgänger, Radfahrer, Wanderer und Beschäftigte der Papiermühle. Die Kirche St. Johannes am Wasser ist auch Schauplatz des Johannistages, an dem Kräutersträuße die Brücke schmücken. Über dem Dorf erhebt sich die Ruine Boxenstein, deren verwitterte Mauern heute als Aussichtspunkt und gelegentliche Theaterkulisse dienen. Die Schauspielerin Emre Çelik organisiert dort mit Jugendlichen kleine Aufführungen. Einen anderen Akzent setzt die Philosophin Camille Bernard: Bei ihren Gesprächsabenden in der alten Schule werden Fragen des Zusammenlebens und der Nutzung gemeinschaftlicher Gebäude diskutiert. Der Alltag bleibt bodenständig. Die Bäckerei „Kornzauber“, der Dorfladen und die Werkstatt für Fahrräder und Motorräder sichern die Grundversorgung. Gäste lernen in der Papiermanufaktur das Schöpfen von Büttenpapier oder folgen dem Feenwasserweg nach Dol. Am Abend bietet der Gasthof „Zum wilden Bach“ einfache Zimmer, regionale Speisen und von seiner Terrasse einen unmittelbaren Blick auf die rauschende Nova.

Zwischen der Nova und den bewaldeten Hängen des Zentralmassivs liegt Neinsto (32km), ein 231 Einwohner zählendes Dorf auf 405 Metern Höhe. Mittelpunkt ist die Bergkirche St. Nikolaus mit ihrem gedrungenen Turm und einem Altar, der Reisende, Handwerker und das bäuerliche Leben zeigt. Nur wenige Schritte entfernt steht das Hammerhaus. Der frühere Schmiedebau beherbergt heute eine Messerschmiede und die Glockenwerkstatt Novaklang, in der Handglocken gegossen und gestimmt werden. Ein ungewöhnlicher Anziehungspunkt ist die Uhrmacherwerkstatt „Zeitwinkel“. Restauratorin Maëlle Dupont setzt dort historische Tisch- und Wanduhren instand und bewahrt bewusst ihre Gebrauchsspuren. Außerhalb des Ortskerns bestimmen Waldweiden und kleine Obstgärten das Bild. Die Höfe arbeiten in der Kooperation Oberes Novatal zusammen. Umweltwissenschaftlerin Anna Schmidt begleitet die nachhaltige Beweidung und untersucht Quellen, Wiesenpflanzen und die Nova. Vom Bahnhof führt ein Weg zu einer ehemaligen Kühlhöhle, die heute zugleich Fledermäusen Schutz bietet. Im Gasthaus „Hammer und Horn“ endet der Tag bei Kartoffelgerichten, Bergkäse und regionalem Bier.

Für Wanderer ist Novagrund (39,9km) eines der wichtigsten Tore zu den Hochlagen des Zentralmassivs. Das Dorf liegt auf 591 Metern Höhe und besitzt dennoch eine erstaunlich umfassende Versorgung. Rund um den Bahnhof befinden sich das Berghotel Auenitzblick, der Grundkorb, die Barbara-Apotheke und ein Verleih für Wander- und Skiausrüstung. Von hier erreicht man die umliegenden Bergorte oder beginnt den elf Kilometer langen Aufstieg durch das Auenitztal zur Hangbaude. Wer im Dorf bleibt, entdeckt eine eng mit der Landschaft verbundene Gemeinschaft. Die Waldgenossenschaft bewirtschaftet die Hänge gemeinsam und wählt geeignete Stämme als Klangholz aus. In der Werkstatt Grundton entstehen daraus zwar keine neuen Instrumente, doch Akkordeons, Zithern und Blasinstrumente erhalten dort ein zweites Leben. Die Kirche St. Barbara und das kleine Bergwerksmuseum bewahren die Erinnerung an Kupfererz-, Schiefer- und Quarzabbau. Für Erholung sorgt das Thermalbad mit Innen- und Außenbecken sowie Physiotherapie. Im Restaurant Le Ciel Doré klingt der Tag bei regionaler Küche aus. Novagrund verbindet damit Naturerlebnis, Handwerk, Ortsgeschichte und Kurangebot auf engem Raum.
Höhlenbahn (BBB Blumenländer Bergbahn) stündlich 7:37-19:37 nach Annendorf, 7:48-19:48 nach Blue River Hbf
Annendorf Gletscherbahn, Höhlenbahn 43,4
