
Nele Heitmann wurde am 9. Oktober 1984 in Dermbach geboren, als Tochter eines Schmieds und einer Lehrerin. Schon früh war sie fasziniert von dem Rhythmus der Werkstatt: das Schlagen des Hammers, das Glühen des Eisens, der Geruch von Ruß und Öl. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Metallbauerin und übernahm später die Schmiede „Am Geraer Weg“ in Vielitz, die sie heute mit zwei Gesellen führt. Sie ist bekannt für ihre ruhige, präzise Art – jemand, der lieber arbeitet als redet, aber in jedem Werkstück eine Spur von sich hinterlässt.
Ihr Tag beginnt meist mit dem ersten Feuer um sechs Uhr. Während andere noch schlafen, steht Nele in der Werkstatt, prüft die Temperatur, richtet Werkzeuge und hört das leise Zischen, wenn das Metall sich dem Feuer beugt. Sie arbeitet konzentriert, fast meditativ, und spricht wenig, bis die Arbeit getan ist. Mittags sitzt sie oft draußen auf der Bank vor der Schmiede, isst Brot mit Käse und beobachtet die Straße.

Abends, wenn die Hitze aus der Werkstatt gewichen ist, fährt sie manchmal zu Rike Langenau in den Dorfladen. Dort sitzen sie auf Getränkekisten, trinken Radler und reden über das, was im Dorf passiert – über Reparaturen, über Leute, über kleine Dinge, die sich verändern. Nele schätzt diese Gespräche, weil sie ehrlich sind, ohne Absicht, ohne Lärm.
Sie hat wenige, aber feste Freundschaften: mit Rike, mit dem alten Schmied Paul, der ihr die Werkstatt überließ, und mit Karin, die ihr manchmal beim Schleifen hilft. In ihrer Freizeit fährt Nele Motorrad, ein altes Modell, das sie selbst restauriert hat. Sie liebt das Gefühl, wenn der Motor anspringt und die Straße sich öffnet. Außerdem sammelt sie alte Werkzeuge, nicht aus Nostalgie, sondern weil sie die Geschichte in ihnen sieht – die Spuren von Händen, die vor ihr gearbeitet haben.
Nele Heitmann ist eine Frau, die sich nicht in den Vordergrund drängt. Sie lebt zwischen Feuer und Eisen, zwischen Arbeit und Freundschaft, und findet darin eine Form von Ruhe, die sie nicht erklären muss.

