Raffaella Costa wurde im Jahr 1985 in Caputh, der lebhaften Hafenstadt am Westmeer, geboren. Ihre Eltern, der Fischer Enzo Costa und die Schneiderin Mirella Costa, führten ein schlichtes, aber gastfreundliches Haus am Rande des Fischereihafens. Schon als Kind verbrachte Raffaella viel Zeit am Wasser, beobachtete die Rückkehr der Boote und half ihrer Mutter beim Nähen von Segeltuchresten zu einfachen Taschen.

Mit 17 Jahren nahm sie an einem regionalen Modelwettbewerb in Westseeheim teil und gewann überraschend den ersten Preis. Dieser Erfolg öffnete ihr die Türen zu einer internationalen Karriere. In den folgenden Jahren arbeitete sie in Metropolen wie Bierona, Storha und Storcha, stand für Modehäuser aus ganz Landauri und darüber hinaus vor der Kamera und zierte die Titelseiten mehrerer Lifestyle-Magazine. Trotz des schnellen Tempos der Branche pflegte sie eine enge Verbindung zu ihrer Familie und kehrte, wann immer möglich, nach Caputh zurück.

Ein Schlüsselerlebnis hatte sie 2012 bei einem Fotoshooting in Steppenoase in der Nordwüste, als ein Sandsturm das Team tagelang festhielt. Diese erzwungene Pause führte zu langen Gesprächen mit einer befreundeten Fotografin, die Raffaella darin bestärkte, ihre Arbeit stärker mit persönlichen Projekten zu verbinden. In den Jahren danach begann sie, neben Mode auch Dokumentarfotografie zu betreiben, vor allem zu Themen des Küstenlebens und handwerklicher Traditionen.

2019 entschied sie sich, ihr Leben zu entschleunigen, und zog nach Endstation im Landkreis Andos. Dort bewohnt sie ein Haus mit Blick auf den Hafen, dessen Dachgestaltung von „Zimmermann’s Dachkunst“ stammt. Sie nutzt die maritime Kulisse für Auftragsarbeiten und freie Fotoprojekte, organisiert hin und wieder Open-Air-Shootings am Blaumuschelweg und bindet lokale Handwerker in ihre Projekte ein.

Im Dorf ist sie nicht nur als Fotomodell, sondern auch als Mentorin für junge Kreative bekannt. Sie leitet einen kleinen Foto- und Zeichenkurs im Gemeinschaftsraum der Hafenkneipe „Seemannsruh“ und beteiligt sich an Ausstellungen in der Sternwarte „Andos Blick“. Privat pflegt sie eine enge Freundschaft mit Margot Petit, mit der sie oft spontane Radtouren entlang der Küstenstraße unternimmt.

Eine Anekdote erzählt, wie sie einmal bei starkem Seegang ihr Kameraequipment per Ruderboot zu einer vorgelagerten Sandbank brachte, um dort das morgendliche Licht einzufangen – und erst mit Hilfe eines überraschten Fischers zurückkam, der eigentlich nur Krabbenkörbe kontrollieren wollte. Für Raffaella selbst ist Endstation inzwischen mehr als Wohnort: Es ist der Ruhepol, an dem ihre Reisen beginnen und enden, und wo ihre Arbeit eine neue, persönliche Tiefe gefunden hat.