Tretkreuz (Gemeinde Tretwitz – Kreis Novafurt – Blumenland)

(Pop.: 14 – 84m NN)

Eingebettet in die weite, flache Blumenthal-Ebene, umgeben von sanft wogenden Feldern, die sich unter dem weiten Himmel bis zum Horizont erstrecken, liegt der Flecken Tretkreuz. Die Landschaft hier wird seit Jahrhunderten von denselben zwei Dingen geprägt wird: dem Anbau von Hülsenfrüchten und der Geflügelzucht. Zwei Höfe sind es, die wie die Pfeiler des Ortes wirken. Da ist zum einen der Treterhof der Familie Brenner, ein Anwesen mit weitläufigen Ställen und einem Innenhof, in dem sich das geschäftige Leben der Geflügelzucht abspielt. Es heißt, die Brenners züchten ein besonders widerstandsfähiges Huhn, das sich das ganze Jahr über auf den Feldern der Umgebung sein Futter sucht und dessen Eier für ihren tiefgoldenen Dotter bekannt sind. Nur einen Feldweg weiter, am südöstlichen Ortsrand, liegt der Markhof. Hier ist alles auf den Anbau von Hülsenfrüchten ausgerichtet. Im Frühling bedecken zarte grüne Ranken die Felder, im Sommer duftet es nach reifenden Erbsen und Bohnen, und im Herbst werden die getrockneten Hülsenfrüchte in den alten Speichern des Hofes gelagert.

Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Namen der Gemeinde Tretwitz verbunden, zu der Tretkreuz gehört. Die Entstehung des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Eine alte Überlieferung besagt, dass einst an dieser Wegkreuzung ein hölzernes Kreuz stand, an dem die Fuhrleute auf dem Weg von Leisen nach Norden ihre Pferde zur Rast brachten und ihnen die „Tritte“ – sprich die Hufeisen – erneuerten. Eine andere, weniger romantische Erklärung führt den Namen auf die „tretenden“ Füße der vielen Hühner zurück, die einst auf dem Treterhof gehalten wurden und die Staubpisten des Ortes unsicher machten. Beide Geschichten haben ihren Reiz, und die Bewohner von Tretkreuz pflegen beide, je nachdem, in welcher Stimmung sie sich gerade befinden.

Für den Besucher, der die Abgeschiedenheit sucht, bietet Tretkreuz eine bescheidene, aber herzliche Unterkunft. Auf dem Treterhof der Familie Brenner können Gäste in zwei einfachen, aber gemütlichen Zimmern übernachten, die nach den Bewohnern des Hofes „Hühnerstall“ und „Gockelkammer“ genannt werden. Hier wacht man morgens nicht mit Wecker, sondern mit dem Krähen der Hähne auf – ein Erlebnis, das in der hektischen Welt der Städte längst zur Seltenheit geworden ist. Auch der Markhof bietet Übernachtungsmöglichkeiten, vor allem für diejenigen, die sich für den ökologischen Landbau interessieren. Die Familie Wiesenbach, die den Hof seit drei Generationen führt, bietet Führungen über ihre Felder an und erklärt die alten Methoden des Hülsenfruchtanbaus, die hier noch gepflegt werden.

Ein eigenes Restaurant gibt es in Tretkreuz nicht, aber die Küche der beiden Höfe ist für ihre herzhaften Gerichte bekannt. Auf dem Treterhof werden an den Wochenenden oft Gänsebraten oder Hühnerfrikassee serviert, zubereitet nach den Rezepten von Oma Brenner. Der Markhof hingegen ist berühmt für seine Eintöpfe und Aufläufe mit Linsen und Bohnen, die mit frischem Brot aus der Backstube von Tretwitz serviert werden. Wer es etwas süßer mag, findet im Nachbarort Leisen das Café Bernstein & Brot, das für seine selbstgebackenen Kuchen und den herben Apfelwein aus der örtlichen Mosterei bekannt ist.


Verkehrsverbindungen:
Straße: L5 (N: Windelmühle 6km, S: Leisen 2km); Feldwege (SW: Tretwitz 7km, NO: Tretufer 9,5km)

LandBlumenland
LandkreisNovafurt
Gemeinde: B-2110 Tretwitz
Ort: B-2111 Tretkreuz