(Pop.: 499 – 205m NN)

Dona – ein Name, der auf den ersten Blick schlicht daherkommt, doch die Bewohner des Dorfes, das sich auf 205 Metern Höhe in die Nordhänge des Insulagebirges schmiegt, hüten eine kleine Überlieferung. Ein alter Dorfchronist, dessen Name längst vergessen ist, notierte einst, dass die ersten Siedler, die hier im Schatten des Gebirges ihre Hütten errichteten, das sanfte Rauschen des Windes durch das hohe Gras als „Don“ bezeichneten. Ob dies der wahre Ursprung des Namens ist, lässt sich heute nicht mehr mit Gewissheit sagen, doch die Erzählung verleiht dem Ort eine sanfte Melancholie, die jeden Besucher willkommen heißt.

Die Anreise nach Dona ist ein kleines Abenteuer für sich. Von der im Westen gelegenen Kreisstadt Aglitz, deren 48 Meter hoher Kirchturm weithin sichtbar ist, führt die I-4 in östlicher Richtung durch eine sich stetig wandelnde Landschaft. Nach nur drei Kilometern passiert man den Ort Felsenfeld, bevor die Straße sanft ansteigt und das Dorf Dona in einer Mulde am Nordhang des Insulagebirges erreichbar wird. Die I-9 zweigt im Ortskern ab und zieht sich nach Norden bis nach Ishkar, während sie in südlicher Richtung das zwölf Kilometer entfernte Wieso ansteuert.

Was das Dorf bei der Ankunft sofort in den Bann zieht, ist die mächtige, neuromanische Sankt-Elisabeth-Kirche, die weithin sichtbar den Ortskern überragt. Erbaut im Jahr 1895 aus hellem Sandstein, erhebt sich ihr 40 Meter hoher Turm wie ein stiller Wächter über die umliegenden Weiden und Äcker. Das Kirchenschiff ist schlicht und majestätisch zugleich; das Licht fällt durch schmale, hohe Fenster und taucht den Innenraum in ein mildes, fast gregorianisches Dämmerlicht. Pfarrer Julien Lambert, ein Mann mit leiser Stimme und einem offenen Ohr für die Sorgen seiner Gemeinde, leitet hier seit einem Jahrzehnt die Geschicke. Unter seiner Ägide hat sich die Kirche nicht nur zum geistlichen Zentrum entwickelt, sondern auch zu einem Ort der Begegnung: Die Gemeinde feiert regelmäßig Abendmessen, bei denen der Chor des Dorfes unter der Leitung von Musiklehrerin Elena Vogt alte Kirchenlieder anstimmt, und im Sommer finden auf dem Vorplatz stimmungsvolle Open-Air-Gottesdienste statt.

Die Wirtschaft Donas ist tief in der Viehzucht verwurzelt. Die saftigen, wenn auch baumlosen Weiden der Umgebung bieten ideale Bedingungen für die Milchwirtschaft, und so verwundert es nicht, dass der „Donaer Milchhof“ das wirtschaftliche Herz des Dorfes bildet. Der große Milchviehbetrieb am südlichen Ortsausgang beliefert die eigene Molkerei, deren Käsespezialitäten weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt sind. Produktmanagerin Avery Clarke, eine junge Frau mit einem untrüglichen Gespür für Aromen, hat in den letzten Jahren das Sortiment des „Donaer Milchhofs“ behutsam modernisiert. Ihr Flaggschiff ist der milde „Donaer Weidekäse“, ein halbfester Schnittkäse mit einer zarten, buttrigen Note, der hervorragend zu den lokalen Brotsorten passt. Daneben erfreut sich der butterweiche „Donaer Schmelzkäse“ großer Beliebtheit, der nicht nur im Dorfladen, sondern auch in den Delikatessengeschäften der Hauptstadt Insula angeboten wird. Die Molkerei ist ein lebendiger Betrieb; wer früh genug kommt, kann durch ein großes Fenster im Verkaufsraum den Käsern bei der Arbeit zusehen, während der Duft von frischer Milch und reifendem Käse in der Luft liegt.

Dona hat sich in den letzten Jahren zu einem überraschenden Knotenpunkt für moderne Wirtschaftszweige entwickelt. Am westlichen Ortsrand, wo der Wind vom Insulagebirge herab ungehindert über die Felder streicht, hat die Firma WindFlow Dynamics KG ihre Anlagen errichtet. Der Industriebetrieb, der sich der Windenergie verschrieben hat, betreibt ein kleines Windrad zur Eigenversorgung und forscht an effizienteren Rotorblättern für den Einsatz in küstennahen Regionen. Die Belegschaft ist klein, aber fein, und die Techniker sind im Dorf bestens integriert – nicht zuletzt, weil sie regelmäßig im „Café Am Kieselpfad“ am nördlichen Ortsausgang einkehren. Dieses Café, geführt von der Gastgeberin Mira Kaufmann, ist mit seinen verwinkelten Räumen und dem duftenden Kuchenbuffet ein beliebter Treffpunkt für Alt und Jung; der Name des Cafés bezieht sich auf den kleinen, mit glatten Flusskieseln gepflasterten Weg, der direkt am Gebäude vorbei in die offene Landschaft führt.

Ein weiterer Akzent, der das Dorf von anderen ländlichen Gemeinden unterscheidet, ist das Institut für Bioinformatik und Systembiologie. Untergebracht in einem sanierten Bauernhaus an der Hangstraße, forschen hier Wissenschaftler aus der gesamten Insel an der Schnittstelle von Biologie und Datenverarbeitung. Die Biologin Odhrán Byrne, eine ruhige, aber leidenschaftliche Forscherin, hat sich auf die Analyse der lokalen Weidepflanzen spezialisiert. Sie und ihr Team untersuchen, wie sich die Böden am Nordhang des Insulagebirges verändern und welche Auswirkungen dies auf die Futterqualität für die Milchkühe hat. Das Institut ist nicht abgeschottet; regelmäßig laden die Forscher zu öffentlichen Vorträgen ein, bei denen sie ihre neuesten Erkenntnisse mit den Dorfbewohnern teilen, und im Sommer betreuen sie Schulklassen aus der Hauptstadt, die für ein paar Tage in die Welt der Mikroskope und Datenmodelle eintauchen.

Für das leibliche Wohl der Besucher und Einheimischen ist ebenfalls bestens gesorgt. Abseits der Molkerei und des Cafés hat sich die „Weinbar Traubengold“ in der alten Schmiede am Dorfplatz etabliert. Hier serviert der Wirt Laszlo Horváth, ein gebürtiger Insulaner mit montanischen Wurzeln, nicht nur erlesene Tropfen aus den umliegenden Weinbergen, die besonders an den geschützten Hängen um Ishkar gedeihen, sondern auch herzhafte Brotzeiten mit dem berühmten Donaer Weidekäse. An lauen Sommerabenden wird die kleine Terrasse der Bar zum geselligen Mittelpunkt des Dorfes, wenn die Bewohner zusammenkommen, um bei einem Glas Rotwein den Feierabend zu genießen.


Verkehrsverbindungen:
Straße: I-4 (W: Felsenfeld 3km. O: Hama 6km); I-9 (N: Ishkar 4km, S: Wieso 12km)

LandInsula
LandkreisAglitz
Gemeinde: I-4120 Dona