(Pop.: 4.587 – 74m NN)

Die Kreisstadt Aglitz thront 74 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Plateau, neun Kilometer nördlich des Hafens der Hauptstadt Insula. Schon von weitem kündigt der 48 Meter hohe Turm der Sankt-Martins-Kirche den Reisenden an, dass hier ein besonderer Ort erreicht ist. Der Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert ist das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt und prägt das Stadtbild bis heute.

Das Herz der Stadt ist der historische Marktplatz, gesäumt von gut erhaltenen Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Hier pulsiert das Leben, hier wird gehandelt und gefeiert. In einem ehemaligen Speicher am Marktplatz hat das Heimatmuseum seinen Platz gefunden und dokumentiert eindrucksvoll die Geschichte der nördlichen Inselregion. Wer die Vergangenheit dieser Gegend wirklich verstehen will, kommt an diesem Ort nicht vorbei.

Die Kreisstadt ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Eine der ältesten und traditionsreichsten Adressen ist die Brauerei „Zum goldenen Anker“. Seit 1823 wird hier das dunkle „Aglitzer Plateau-Bier“ gebraut. Braumeister Pascal Roy, ein Mann, der das Handwerk noch in jeder Faser seines Körpers spürt, hält an den überlieferten Rezepturen fest, während er gleichzeitig mit modernsten Methoden die Qualität sicherstellt. Das Bier ist mehr als nur ein Getränk; es ist ein Stück gelebte Identität, ein Grundpfeiler der lokalen Geselligkeit.

Ein völlig anderes Kapitel schreibt die RoboTech Automation GmbH. Unter der Leitung ihres charismatischen CEO Ben Krüger hat sich das Unternehmen zu einem der führenden Anbieter für Automatisierungstechnik in der Region entwickelt. Die Firma, die im Westen der Stadt in einem modernen, aber unaufdringlichen Gebäudekomplex untergebracht ist, zieht hochqualifizierte Fachkräfte an und sorgt für einen überraschenden, modernen Wirtschaftsimpuls im traditionsreichen Aglitz. Ein weiterer Pfeiler dieser Entwicklung ist das Zentrum für Medizinische Forschung, das unter der Leitung von Dr. Élodie Marchand steht. Die gebürtige Insulanerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern und gleichzeitig innovative Forschungsprojekte voranzutreiben. Die Einrichtung ist ein Magnet für Wissenschaftler aus dem gesamten Inselstaat und ein Beweis dafür, dass Aglitz mehr zu bieten hat als nur idyllische Ruhe.

Das öffentliche Leben in Aglitz wird von einem regen Vereinswesen und einer aktiven Bürgerschaft getragen. Bürgermeister Leon Hartmann, ein Mann mit Herz für sein Dorf, ist fast täglich auf dem Marktplatz oder in den Gaststätten anzutreffen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Er versteht es, die unterschiedlichen Interessen der alteingesessenen Familien, der Unternehmer wie Ben Krüger und der Zugezogenen zu bündeln. Das Gemeindehaus, ein stattliches Gebäude aus der Gründerzeit, ist das Zentrum der kommunalen Verwaltung, aber auch Ort für Dorffeste, Trauungen und öffentliche Versammlungen. Die Feuerwehr, ein eingeschworener Haufen von Ehrenamtlern, ist nicht nur für den Brandschutz zuständig, sondern organisiert auch das alljährliche Feuerwehrfest, das zu den Höhepunkten im Aglitzer Kalender zählt.

Direkt am Bahnhofsvorplatz, wo der Duft von Salzluft und frisch gebrühtem Kaffee in der Luft liegt, befinden sich zwei Gaststätten, die sich seit Generationen eine treue Stammkundschaft teilen. Das „Restaurant Zur alten Lok“ ist die erste Adresse für alle, die herzhaft und bodenständig essen möchten. In der holzgetäfelten Stube mit den gerahmten Fotografien historischer Dampflokomotiven serviert Wirtin Greta Hofmann ihre berühmte „Aglitzer Hochzeitssuppe“ – eine kräftige Brühe mit Klößchen, Gemüsestreifen und feinen Fleischeinlagen, die nach einem Geheimrezept ihrer Großmutter zubereitet wird. Ebenso legendär ist das „Bahnwärter-Schnitzel“, ein paniertes Kalbsschnitzel, das mit einer cremigen Pfeffersauce und hausgemachten Bratkartoffeln serviert wird. Die Stammtische hier sind fest in der Hand der Bahnangestellten und Lokführer, die hier ihre Pausen verbringen und bei einem „Kleinen Aglitzer“ – einem halben Liter des dunklen Plateau-Biers – über Gott und die Welt disputieren. Nur wenige Türen weiter, aber ganz anders im Charakter, lockt die „Schwarze Dampfer-Kneipe„. Dieser Name ist Programm, denn hier trifft sich das künstlerische und junge Aglitz. Die Wände sind geschmückt mit wechselnden Ausstellungen lokaler Künstler, und an den Abenden verwandelt sich die Kneipe in einen Treffpunkt für Geschichtenerzähler und Musikanten. Inhaber Jan Martens, ein gelernten Schiffskoch, hat die kulinarische Karte um internationale Akzente erweitert. Sein Geheimtipp ist die „Inselmuschel-Pfanne“ mit Knoblauch, Weißwein und einer Prise Chili, serviert mit knusprigem Baguette. Dazu reicht er gerne einen der hausgemachten Fruchtliköre, die aus den Kirschen und Pflaumen der umliegenden Obstgärten gebrannt werden. Besonders beliebt ist hier auch das „Blaue Wunder“, ein erfrischender Cocktail aus Wodka, Blue Curaçao und Limettensaft, dessen Name an die sagenumwobene blaue Flagge der alten Inselkoggen erinnert.

Für Reisende, die länger verweilen möchten, bietet das angeschlossene „Hotel Vierstrand“ komfortable und dennoch preisgünstige Unterkünfte. Das Haus, das direkt an den Bahnhofsbau anschließt und durch eine überdachte Galerie verbunden ist, wird in dritter Generation von der Familie Wagner geführt. Die Zimmer im oberen Stockwerk sind hell und freundlich eingerichtet, viele mit einem direkten Blick über die Dächer der Stadt hinweg bis zum Meer. Besonders die beiden Suiten im Dachgeschoss mit ihren großen Gaubenfenstern sind bei Wiederkehrern sehr begehrt. Das Hotel verfügt über einen kleinen, aber feinen Wellnessbereich mit einer Sauna, in der die Gäste nach einem langen Wandertag entspannen können. Am Morgen erwartet die Gäste ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit regionalen Spezialitäten: selbstgemachte Marmeladen aus den Früchten des Plateaus, frischer Honig vom Imker aus Sterndorf und das knusprige Roggenbrot der hiesigen Bäckerei.

Die Lage des Hotels ist ideal: Vom Bahnhofsvorplatz sind es nur wenige Minuten zu Fuß über die malerische Bahnhofstraße, vorbei an kleinen Geschäften und dem alten Brunnen mit der Figur des heiligen Martin, bis zum pulsierenden Marktplatz. Der Lärm der ankommenden und abfahrenden Züge, der für Ortsfremde zunächst ungewohnt sein mag, wird von den Einheimischen und den Stammgästen der Gaststätten längst nicht mehr als Störung empfunden. Das rhythmische Rattern der Vierstrandbahn, das Pfeifen der Lokomotiven und das Ansagen der Abfahrten sind für sie der vertraute Herzschlag ihrer Stadt – ein beruhigendes Zeichen der Verbundenheit mit der Hauptstadt Insula, den Küstenorten und der weiten Welt da draußen. Wer in der „Schwarzen Dampfer-Kneipe“ bei einem Glas des „Aglitzer Plateau-Biers“ sitzt und den Blick über den Bahnhofsvorplatz schweifen lässt, auf dem sich das Leben der Kreisstadt auf so angenehm unaufgeregte Weise abspielt, der wird verstehen, warum dieser Ort für die Menschen hier weit mehr ist als nur eine Durchgangsstation.

Neben diesen gastronomischen Einrichtungen gibt es in Aglitz alles, was der tägliche Bedarf erfordert. Ein gut sortierter Supermarkt bietet Lebensmittel und Alltagsgegenstände, eine Bäckerei mit angeschlossener Konditorei verwöhnt mit frischem Brot und Kuchen, und eine Fleischerei ist für ihre hausgemachten Spezialitäten bekannt. Einmal in der Woche verwandelt sich der Marktplatz in einen bunten Wochenmarkt, auf dem Bauern aus der Umgebung ihre Produkte anbieten. Auch Dienstleistungen wie eine Postfiliale, eine Bankfiliale und eine Arztpraxis sind vorhanden, sodass man die Kreisstadt nicht verlassen muss, um wichtige Erledigungen zu tätigen.

In Aglitz leben Menschen, die ihre Stadt lieben und mit Leben füllen. Felix Bergman, eine der wenigen männlichen Hebammen der Insel, ist eine feste Institution im Ort und betreut werdende Mütter mit großer Einfühlsamkeit. Mason Doyle, der Fotograf, hat sich darauf spezialisiert, die Besonderheiten des nördlichen Inselteils in stimmungsvollen Bildern festzuhalten. Seine Ausstellungen im Gemeindehaus sind immer gut besucht. Es sind diese Persönlichkeiten, die Aglitz seinen unverwechselbaren Charakter verleihen: bodenständig, weltoffen und voller Überraschungen. Wer die Hektik der Hauptstadt hinter sich lassen und in eine Welt eintauchen möchte, in der Geschichte lebendig ist und die Zukunft bereits begonnen hat, der wird in Aglitz sein persönliches Paradies finden.


Verkehrsverbindungen:
Bahn: Vierstrandbahn (IB121) stündlich 6:31-21:31 nach Insula, 6:24-20:24 über Venna nach Vierstrand, 21:24 nach Venna
Straße: B37 (W: Buchtkap 6km, O: Sonnenblick 10km); B315 (S: Insula Hafen 9km); I-2 (W: Waldbad 3km, SW: Steinfeld 9km); I-3 (N: Sterndorf 4km)

Land: Insula
Landkreis: Aglitz
Stadt: I-4000 Aglitz (Insula)