
(Pop.: 497 – 268m NN)
Wer von der Hauptstadt Insula aus ostwärts fährt, erreicht nach wenigen Minuten eine Landschaft, in der sich die ersten Hänge des Insulagebirges aus den Feldern erheben. Hier, auf 268 Metern Höhe am Westabhang des Gebirges, liegt Nachfeld, Hauptort der Gemeinde I-5130 Nachfeld mit seinen 497 Einwohnern. Gemeinsam mit dem kleinen Weiler Tanhäuser bildet das Dorf eine Gemeinschaft, die von Handwerk, Nachbarschaft und einer bemerkenswerten Verbundenheit zu ihrer Geschichte geprägt wird. Die Vennabahn verbindet Nachfeld mit der Hauptstadt und den Orten des Landkreises Wum und macht das Dorf zu einem gut erreichbaren Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gebirgsregion.
Der Ortsname wird von den Bewohnern gerne mit einer alten Geschichte erklärt. Als die ersten Siedler die fruchtbaren Flächen zwischen den Hügeln erschlossen, sollen sie ihre Felder „nach den Bergen“ angelegt haben, also unmittelbar an den aufsteigenden Hängen. Aus den „Feldern nach dem Berg“ sei im Laufe der Jahrhunderte Nachfeld geworden. Ob diese Erklärung historisch zutrifft, darüber streiten die Heimatforscher, doch sie passt gut zu einem Ort, dessen Erscheinungsbild bis heute von Wiesen, Äckern und den bewaldeten Höhen darüber bestimmt wird.

Das Zentrum des Dorfes zieht sich entlang der Bahnhofstraße und der alten Dorfgasse. Die gepflegten Häuser tragen häufig verputzte Fassaden in hellen Farben, viele Gärten sind mit Obstbäumen bepflanzt. Besonders auffällig ist die Töpferei Blauzweig von Keramikerin Clara Vennert. Ihre Gebrauchskeramiken mit den charakteristischen blauen Rankenmustern finden sich in Küchen und Gaststuben weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. Teller, Krüge und Vorratsgefäße werden noch immer in traditionellen Brennöfen gefertigt. Besucher können den Handwerkern häufig bei der Arbeit zusehen und im kleinen Laden neben der Werkstatt einkaufen.
Nur wenige Schritte weiter befindet sich die Werkstatt Bergstock & Sohn. Unternehmensgründer Emil Berg begann einst mit der Herstellung robuster Wanderstöcke für Bergwanderer. Heute führt sein Enkel Luc Bergstock den Betrieb. Neben kunstvoll gefertigten Wanderstöcken entstehen hier Holzgestelle für Museen, Ausstellungen und private Sammlungen. Verarbeitet werden überwiegend Hölzer aus den Wäldern des Insulagebirges. Manch ein Besucher verlässt Nachfeld mit einem handgeschnitzten Stock, der ihn später auf den Wegen rund um den Insulaberg begleitet.

Zwischen diesen traditionsreichen Betrieben hat sich mit Helix Automation ein moderner Akzent entwickelt. Das Unternehmen beschäftigt rund zwanzig Mitarbeiter und produziert kompakte Automatisierungslösungen für Handwerks- und Kleinbetriebe. Firmeninhaber Rafael Mendes gründete den Betrieb vor zwölf Jahren in einer umgebauten Lagerhalle nahe der Bahnlinie. Die Maschinen und Steuerungen von Helix Automation kommen inzwischen in Werkstätten und Produktionsbetrieben auf ganz Insula zum Einsatz. Viele Einwohner sehen das Unternehmen als Beispiel dafür, wie sich moderne Technik und dörfliche Strukturen miteinander verbinden lassen.

Das geistliche Zentrum des Dorfes ist die Kirche St. Verena. Der helle Bruchsteinbau entstand im späten 15. Jahrhundert auf einer kleinen Anhöhe über dem Dorfplatz. Ihr quadratischer Turm dient seit Jahrhunderten als Orientierungspunkt für Reisende und Wanderer. Im Inneren fallen die blauen Glasfenster auf, die Szenen aus dem Leben der Schutzheiligen darstellen und zugleich die traditionellen Farben der Nachfelder Keramiken aufnehmen. Pfarrerin Elise Navarro organisiert neben den Gottesdiensten auch einen Kirchenchor, einen Handarbeitskreis und das beliebte Herbstfest der Gemeinde. Wenn im September die Erntewagen geschmückt werden, füllt sich der Platz vor der Kirche mit Einwohnern aus Nachfeld und Tanhäuser.
Nicht weit entfernt unterrichtet Lehrer Théo Lambert die Kinder der Gemeinde in der kleinen Grundschule am Lindenweg. Der freundliche Pädagoge gilt als wandelndes Geschichtsbuch des Ortes. Regelmäßig führt er Schulklassen zum ehemaligen Bahnwärterhaus am Ortsausgang, wo sich eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Nachfelds befindet. Dort betreibt der pensionierte Lokführer Maurice Delacourt ein liebevoll eingerichtetes Museum zur Geschichte der Vennabahn. Alte Fahrkarten, Signallampen, Fotografien und Uniformen erzählen von der Entwicklung der Strecke zwischen Insula und Venna. Besonders stolz ist Delacourt auf ein funktionsfähiges mechanisches Streckentelefon, das früher entlang der Bahnlinie verwendet wurde. Eisenbahnfreunde aus dem ganzen Land kommen wegen dieser Sammlung nach Nachfeld.

Auch kulturell hat der Ort einige bekannte Gesichter hervorgebracht. Die Musikerin Zeynep Şahin lebt in einem renovierten Hof am Sonnenhang oberhalb des Dorfes. Ihre Mischung aus traditionellen Melodien Insulas und modernen Klängen hat ihr Auftritte weit über die Insel hinaus eingebracht. Im Sommer veranstaltet sie mehrere Konzerte im Innenhof des Gemeindehauses. Dann sitzen Gäste und Einwohner zwischen Keramiklaternen und Obstbäumen, während die untergehende Sonne die Berge in warmes Licht taucht.
Zum gesellschaftlichen Mittelpunkt hat sich das Gasthaus zum Lächeln entwickelt. Das zweigeschossige Gebäude mit seinen grünen Fensterläden steht direkt am Dorfplatz. Wirtin Isabella Moreau serviert dort regionale Gerichte, darunter geschmortes Gemüse aus den Höfen der Umgebung, Forelle aus den Gebirgsbächen und hausgemachte Apfeltarte. Vier Gästezimmer im Obergeschoss werden von Wanderern, Eisenbahnfreunden und Besuchern des Landkreises geschätzt. Viele Geschichten über Nachfeld beginnen oder enden an einem der Holztische im Schankraum.

Sportlich begegnet man den Einwohnern auf dem kleinen Tennisplatz am Birkenrain. Die Anlage umfasst einen roten Ascheplatz, der von Freiwilligen gepflegt wird. Der Tennisclub Nachfeld zählt zwar nur wenige Mitglieder, besitzt aber eine erstaunlich aktive Mannschaft. Besonders die Begegnungen mit dem Tennisverein aus Steinfeld haben beinahe schon traditionellen Charakter. Zuschauer bringen Klappstühle mit, Familien verkaufen Kuchen, und nach den Spielen wird häufig gemeinsam im Gasthaus gefeiert. Die freundschaftliche Rivalität zwischen beiden Orten sorgt jedes Jahr für Gesprächsstoff.
Wer Nachfeld besucht, wird früher oder später auch von der bekanntesten Sage des Dorfes hören. Oberhalb der letzten Felder soll sich ein verzauberter Brunnen verbergen. Der Überlieferung zufolge zeigt sich sein Standort nur bei Vollmond. Wer sich ihm zur richtigen Zeit nähert, könne einen Blick auf das eigene zukünftige Leben werfen. Tagsüber erinnern lediglich einige verwitterte Steine und alte Geschichten daran. Dennoch ziehen bei klarem Vollmond regelmäßig Spaziergänger auf die Hügel, in der Hoffnung, das Geheimnis des Brunnens zu entdecken.
So präsentiert sich Nachfeld als einer jener Orte, die ihre Besonderheiten nicht laut zur Schau stellen. Handwerk, Eisenbahngeschichte, eine lebendige Dorfgemeinschaft und die Nähe zum Insulagebirge verbinden sich hier zu einem charakteristischen Bild des Landkreises Wum. Wer zwischen Hauptstadt und Bergland einen Halt einlegt, findet in Nachfeld einen Ort, an dem Tradition und Gegenwart in angenehmer Selbstverständlichkeit zusammengehören.
Verkehrsverbindungen:
Bahn: Vennabahn (IB120) stündlich 6:40-21:40 nach Insula Hbf, 6:28-21:28 nach Venna
Straße: B34 (W: Insula Ost 5km, O: Antos 6km); I-5 (N: Steinfeld 7km, S: Tanhäuser 2km)
Land: Insula
Landkreis: Wum
Gemeinde: I-5130 Nachfeld
Orte: I-5130 Nachfeld, I-5131 Tanhäuser
Zur Gemeinde Nachfeld gehört der Weiler Tanhäuser im Insulatal.

