(Pop.: 842 – 231m NN)

Man mag es kaum glauben, aber mitten in der sanften Hügellandschaft des Blumenlandes, dort, wo die weite Blumenthal-Ebene langsam zum Drosener Rücken ansteigt, liegt auch ein Ort, der scheinbar in der Zeit stehen geblieben ist: Nossen (bei Rastitz). Mit seinen 842 Einwohnern und einer stattlichen Höhe von 231 Metern über dem Meeresspiegel ist das Dorf zwar klein, aber es hat einen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter. Wer von der geschäftigen Kreisstadt Novafurt oder gar aus der pulsierenden Hauptstadt Nova kommt und die Bundesstraße B43 in nordwestliche Richtung nimmt und dann in Scalso links abbiegt, merkt, wie sich die Landschaft kaum verändert. Die flache Ebene weicht einem welligeren Terrain, die Felder werden von kleinen Wäldchen und Obstwiesen durchbrochen, und plötzlich, fast wie aus dem Nichts, tauchen die ersten Häuser von Nossen auf.

Das Herz des Dorfes bildet die kleine, schlichte Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist kein prunkvolles Bauwerk, aber sie hat eine besondere Ausstrahlung. Aus dem umliegenden, hellen Sandstein errichtet, fügt sie sich harmonisch in die Hanglage ein, die den gesamten Ort prägt. Die Landwirtschaft in diesen Hanglagen ist es auch, die Nossen seit jeher sein Gesicht gibt. Die steilen, aber fruchtbaren Felder werden von den alteingesessenen Familien bewirtschaftet, und noch heute kann man an manchen Abenden den Klang von Traktoren hören, die von den Feldern heimkehren.

Doch Nossen wäre nicht das, was es ist, ohne seine lebendige Dorfgemeinschaft. Ein zentraler Anlaufpunkt ist das Gemeindehaus, ein heller, zweckmäßiger Bau, in dem das öffentliche Leben pulsiert. Hier finden die Sitzungen des Gemeinderats statt, hier treffen sich der Chor und der örtliche Kartenspielkreis, und einmal im Monat lädt die Gemeinde zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken ein, bei dem die neuesten Dorfgeschichten ausgetauscht werden.

Direkt gegenüber, etwas versteckt hinter einer alten Linde, liegt der Handwerksbetrieb, der in der ganzen Region für seine akribische Arbeit bekannt ist: „Der Bodenzauberer Parkettleger“. Inhaber und Meister seines Fachs ist ein Mann namens Henrik Sörensen, der mit viel Liebe zum Detail alte Böden restauriert und neue, kunstvolle Parkettböden verlegt. Sein kleines, aber feines Geschäft ist ein Ort, an dem der Duft von Holz und Wachs in der Luft liegt, und wo man noch echte Handwerkskunst bestaunen kann.

Wer in Nossen sein Lächeln verschönern lassen möchte, der findet im Zahnarzt Lucas Håkansson einen kompetenten Ansprechpartner. Der freundliche Zahnarzt, der vor einigen Jahren aus dem benachbarten Bierland hierher gezogen ist, führt eine moderne, kleine Praxis im Erdgeschoss eines umgebauten Bauernhauses. Seine ruhige und einfühlsame Art hat ihm nicht nur bei den älteren Bewohnern, sondern auch bei den jungen Familien des Dorfes großes Vertrauen eingebracht. Und – wer auf die Betäubungsspritze verzichtet bekommt dafür nach der Behandlung ein Bier in die Hand gedrückt – für den Heimweg.

Ein ganz anderes, aber nicht weniger spannendes Kapitel schreibt sich in Nossen unter dem Motto „Zukunft“: Das Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) hat hier seinen Sitz. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Speicher am östlichen Ortsrand untergebracht ist, ist ein kleines, aber feines Forschungs- und Bildungszentrum. Geleitet wird es von der engagierten Umwelttechnikerin Riley Summers, die mit ihrem Team an innovativen Projekten für die Energieversorgung von morgen arbeitet. Von der Optimierung kleiner Biogasanlagen für landwirtschaftliche Betriebe bis hin zu effizienten Solarkonzepten für Dorfgemeinschaften – das ZEN ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Tradition und Moderne in Nossen Hand in Hand gehen. Riley Summers ist eine bekannte Persönlichkeit im Dorf, die oft bei Veranstaltungen im Gemeindehaus über ihre Arbeit berichtet und damit nicht nur bei den Jüngeren, sondern auch bei den alteingesessenen Bauern für Begeisterung sorgt.

Das sportliche Zentrum des Dorfes ist der Fußballplatz am südlichen Ortsausgang. Es ist ein einfacher, aber gepflegter Rasenplatz, umgeben von ein paar alten Bäumen, die an heißen Sommertagen willkommenen Schatten spenden. Hier trifft sich jeden Mittwochabend die Mannschaft des „SV Nossen“ zum Training, und an den Wochenenden im Frühling und Herbst ist der Platz Schauplatz spannender Derbys gegen die Mannschaften aus den umliegenden Dörfern wie Rastitz oder Musenstein. Die Spiele sind stets ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem die gesamte Dorfgemeinschaft zusammenkommt, um ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Wer nach einem anstrengenden Spaziergang über die Hügel oder einem aufregenden Fußballspiel eine kleine Auszeit sucht, dem sei das kleine Hotel am Bahnhof ans Herz gelegt. Es ist ein gemütliches, familiengeführtes Haus mit wenigen, aber liebevoll eingerichteten Zimmern, das direkt gegenüber dem Bahnhof liegt. Von hier aus hat man nicht nur einen perfekten Blick auf die ankommenden und abfahrenden Züge der Linie 114, der Blumenlandbahn, die alle zwei Stunden ihre Runden dreht – wer möchte, kann auch problemlos einen Tagesausflug nach Sasnitz oder Waldfurt unternehmen.

Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste in den beiden Gaststätten des Ortes. Die eine, „Zur alten Scheune“, ist eine urige Kneipe mit einer großen Auswahl an regionalen Bieren und deftiger Hausmannskost. Die andere, das „Café am Hang“, ist ein helles, freundliches Lokal mit einer großen Terrasse, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Dächer von Nossen bis hinüber zum Drosener Rücken genießen kann.

Nossen (bei Rastitz) ist kein Ort der großen Attraktionen und des lauten Trubels. Es ist ein Ort der Ruhe, der Gemeinschaft und der gelebten Tradition. Ein Ort, an dem die Zeit noch ein bisschen langsamer vergeht, und an dem man die Schönheit der einfachen Dinge wiederentdecken kann. Die 842 Einwohner empfangen jeden Besucher mit einer herzlichen Gastfreundschaft, die man so schnell nicht vergisst.


Verkehrsverbindungen:
Bahn: Linie 114 (BLB Blumenlandbahn) aller 2 Stunden 7:02-21:02 nach Sasnitz, 7:02-21:02 nach Waldfurt
Straße: B43 (SW: Siebenstein 10,5km, NO: Babybach 7km); B64 (N: Rastitz 14km, SO: Musenstein 7km); L6 (NW: Krisdorf 13km)

Land: Blumenland
Landkreis: Novafurt
Gemeinde: B-2120 Nossen (bei Rastitz)