Die BLB-Linie 114 der Blumenlandbahn verbindet auf ihrem Weg von Sassnitz nach Waldfurt Küstenlandschaften, historische Kleinstädte und die weiten Ebenen des Blumenlandes miteinander. Auf einer Strecke von rund 68 Kilometern führt sie Reisende von den stillen Ufern des Mare Internum durch die abwechslungsreichen Regionen des Landkreises Komerz bis an den wichtigen Bahnknoten Waldfurt. Zu den wichtigsten Stationen zählen Seyde, die Kreisstadt Komerz mit ihren beiden Bahnhöfen, Musenstein, Nossen bei Rastitz, Rastitz und Findlingshain. Die Strecke gilt als eine der reizvollsten Regionalverbindungen der Blumenlandbahn.



Während der Fahrt wechseln sich Küstenwald, fruchtbare Ackerflächen, sanfte Hügellandschaften und traditionsreiche Siedlungen ab. Besonders charakteristisch ist die Verbindung von ländlicher Idylle und regionaler Wirtschaftskraft: Fischereiorte, Handwerksbetriebe, historische Kirchen und kleine Familienunternehmen prägen das Bild entlang der Trasse. Für Einheimische ist die Linie 114 eine wichtige Alltagsverbindung, für Besucher eröffnet sie einen eindrucksvollen Querschnitt durch Kultur, Natur und Geschichte des Blumenlandes. Damit ist sie weit mehr als eine Bahnstrecke – sie ist ein lebendiges Band zwischen Meer, Land und den Menschen der Region.

Sasnitz ist der westlichste Außenposten des Landkreises Komerz am Meer und ein Geheimtipp für Reisende, die das Ursprüngliche suchen. Das Dorf, umgeben vom dichten Küstenwald, liegt idyllisch am Mare Internum, wo die kleine Glanzrinne ihren Weg ins Salzige findet. Das Ortsbild wird von der romantischen Allerheiligenkirche dominiert, einer schlichten romanischen Saalkirche, deren Mauern seit dem 12. Jahrhundert Wind und Wetter trotzen. Heute ist Sasnitz ein Ort der Gegensätze: Moderne Industrie in Form der Lunaris Optiktechnik GmbH und des Instituts für Elektrotechnik trifft auf jahrhundertealte Fischereitradition. Der Angelverein pflegt die Gewässer, und im Restaurant „Zum Holzanker“ serviert Knut Petersen seine berühmten Fish & Chips. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Gäste: einfache Waldhütten im Grünen, zwei charmante Familienhotels oder der naturnahe Campingplatz hinter den Dünen. Der Strand ist ein Paradies der Freiheit – baden, wie und mit wem man möchte, ohne strenge Regeln. Die Verkehrsanbindung ist gut: Die L5 führt nach Seyde, der Strandweg nach Entenbad und Opera. Mit der Küstenbahn erreicht man Nova oder Bierona. Sasnitz ist mehr als ein Reiseziel – es ist ein Gefühl von Weite und Unabhängigkeit.

Seyde (4,2km), ein 257-Seelen-Dorf im Landkreis Komerz, liegt malerisch an der Glanzrinne in der Blumenthal-Ebene. Die Landschaft prägt den Ort: Während sich im Norden fruchtbare Äcker ausbreiten, beginnt im Süden der vier Kilometer breite Küstenwald, durch den die Glanzrinne nach Sasnitz fließt. Das Dorf ist von einem stillen, fast meditativen Charakter und wird von zwei historischen Betrieben zusammengehalten: der ältesten Kornwindmühle des Kreises aus dem Jahr 1745 und einer traditionsreichen Streichholzfabrik, die seit Generationen im Familienbesitz ist. Die Mühle, gepflegt von Müller Torben Mellmann, ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Die Fabrik liefert mit ihren nachhaltig gewonnenen Hölzern nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den unverwechselbaren Geruch, der über dem südlichen Ortsteil liegt. Für Reisende ist der Bahnhof an der BLB-Linie 114 der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge nach Komerz oder Sasnitz. Der Dorfladen an der Tankstelle mit Imbiss, geführt von Elke Martensen, ist das soziale Zentrum. Seyde ist kein Ort der Hektik – sondern ein Kleinod für alle, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen.

Komerz (15,2km) mit seinen 7.482 Einwohnern ist mehr als nur eine Verwaltungsstadt. Hier pulsiert das Leben eines aktiven Handwerks- und Genussortes. Die spätgotische Backsteinhalle der St. Laurentiuskirche aus dem 14. Jahrhundert ist das geistliche Zentrum, während das Landschloss Hohenstein das weltliche Oberhaupt beherbergt. Der Stadtkern ist ein lebendiges Freilichtmuseum, das aber nicht verstaubt wirkt, denn die Distillerie Komerz verleiht ihm mit ihrem Whisky eine moderne, sinnliche Note. Die Manufakturen für Hanfprodukte und für hochwertige Fahrräder zeigen den Pioniergeist der Region. Komerz ist ein perfekt vernetzter Ort, wie die zwei Bahnhöfe beweisen, die die Stadt an die Hauptlinien des Landes anbinden. Die umliegende Landschaft, geprägt von Feldern, Weiden und dem Wittstocker Wald, bietet Erholung pur. Ein Besuch der Kreisstadt lohnt sich zu jeder Jahreszeit, besonders aber während der Erntezeit, wenn das bunte Treiben auf dem Wochenmarkt den Platz vor dem Rathaus erfüllt.
Eilzüge der Stammbahn Linie 1-1 8:20, 12:20, 16:20, 20:20 über Nova nach Storcha, 9:07, 13:07, 17:07, 21:07 über Bierona, Butha nach Ackero;
Regionalbahnen der Stammbahn Linie 1003 stündlich 6:08-21:08 nach Nova, 6:48-20:48 über Wisnitz nach Bierona, 21:48 nach Wisnitz

Eingebettet in die weite Agrarlandschaft der Blumenthal-Ebene, nur drei Kilometer vom Wittstocker Wald entfernt, liegt Musenstein (21,2km), – ein Dorf von stiller Schönheit und lebendiger Geschichte. Im Zentrum erhebt sich die Ruine der Burg Mussenstein, die nicht nur beliebtes Ausflugsziel, sondern auch Namensgeber der 451-Einwohner-Gemeinde ist. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart zeigt sich nirgends deutlicher als in der Steinmetzwerkstatt „Granit & Geist“, die seit über drei Jahrhunderten die Steine der Region bearbeitet – einst zum Leidwesen der Burg, heute zu ihrem Erhalt. Das Institut für Umwelttechnik hingegen blickt nach vorn und forscht an nachhaltigen Lösungen für die Landwirtschaft. Zwischen all dem pulsiert das Dorfleben: in der Kirche mit ihrem besonderen Engagement für Bedürftige, auf dem Tennisplatz, beim Fußballspiel des SV Musenstein oder in der Bar Zaubermond, dem geselligen Herzen des Ortes. Persönlichkeiten wie Lokführerin Jordan Ellis und Redakteur Louis Dumont prägen den Alltag und machen Musenstein zu einem Ort, an dem Tradition und Moderne sich die Hand reichen – ein Kleinod für Besucher, die Abseits der Touristenströme das echte Landleben entdecken möchten.

Eingebettet in die sanften Hügel des Blumenlandes, wo die Blumenthal-Ebene allmählich in den Drosener Rücken übergeht, liegt das beschauliche Dorf Nossen bei Rastitz (27km). Die 842 Einwohner leben hier in einer von Landwirtschaft geprägten Umgebung – die steilen Hanglagen werden seit Generationen bewirtschaftet und verleihen dem Ort sein ursprüngliches Gesicht. Die kleine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert ist das schlichte, aber dennoch prägende Gotteshaus des Dorfes. Das Gemeindehaus fungiert als pulsierendes Zentrum für Vereine, Feiern und Zusammenkünfte. Ein besonderer Stolz der Gemeinde ist das Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit, das unter der fachkundigen Leitung der Umwelttechnikerin Riley Summers innovative Projekte für die Region entwickelt. Handwerkliche Tradition wird im Betrieb „Der Bodenzauberer Parkettleger“ hochgehalten, wo Meister Henrik Sörensen mit Leidenschaft Holzfußböden veredelt. Auch die medizinische Versorgung ist gesichert: Zahnarzt Lucas Håkansson betreut die Bewohner mit moderner Technik und einfühlsamer Art. Für Erholung sorgen der Fußballplatz am Ortsrand, das kleine, familiengeführte Hotel am Bahnhof sowie zwei urige Gaststätten, die regionale Küche und Gastlichkeit bieten.

Rastitz (43,1km) – das sind 7.841 Menschen auf 280 Metern Höhe, eingebettet zwischen zwei Wäldern am Osthang des Drosener Rückens. Die gotische Hallenkirche St. Ägidius überragt die Stadt, während am Marktplatz das Renaissance-Rathaus mit seinem Erker die Verwaltung beherbergt. Bürgermeisterin Martina Feldhusen hat hier ihren Sitz. Was Rastitz besonders macht, ist die Verbindung von Idylle und Industrie: Aerolith Lufttechnik und Rastitz Audio beschäftigen Hunderte Arbeiter und Angestellte, darunter Werksleiter Dr. Gregor Borkmann und Entwicklungstechnikerin Yuki Tanaka. Das Landschloss, ein klassizistischer Bau, dient als Bibliothek und Stadtarchiv. Das Krankenhaus mit Polyklinik wird von Ärzten wie Dr. Sabine Winter geleitet und sichert die Gesundheitsversorgung der Region. Der Biergarten am Stadtpark ist der soziale Mittelpunkt – hier trifft sich die SG Rastitz, deren Heimspiele gegen Findlingshain hunderte Zuschauer anziehen. Im Gasthaus „Zur alten Linde“ serviert Gertrud Sommerfeld Hausmannskost, während Antonio Rossi in der Rastitzeria Pizza backt. Der Wochenmarkt und die Bäckerei „Zum goldenen Weizen“ prägen den Alltag in einer Stadt, die lebendig ist und kein verträumtes Nest.
Linie 111 (BZF Bierona-Zentravia-Ferrovia) stündlich 5:51-20:51 nach Novafurt Hbf, 6:57-20:57 über Drosen nach Zentro Hbf, 21:57 nach Drosen

Am Rand des Drosener Rückens liegt Findlingshain (50,4km), eine von Findlingssteinen geprägte Stadt, deren Bauweise die eiszeitliche Vergangenheit der Region bis heute sichtbar macht. Mit 3.215 Einwohnern vereint der Ort traditionsreiches Steinmetzhandwerk mit moderner Industrie – darunter die Kobalt & Kern Präzisionstechnik GmbH und die Pyrovia Brennstofftechnik AG. Das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften forscht vor Ort, während die Kirche St. Peter und Paul das geistliche Zentrum bildet. Das Gemeindeleben wird von Festen, der kleinen Bibliothek und engagierten Bürgern wie Kurt Henke getragen. Kulinarisch verwöhnt Köchin Océane Perrot die Gäste im Gasthaus „Zum Frostberg“. Die Unterkünfte reichen von der familiären Pension Sonnenkuss bis zum modernen Himmelszauber Hotel. Das barocke Landschloss am Frostskog bietet aktive Erholung auf dem Bauernhof. Der Frostberg mit seinem Wäldchen ist ein beliebtes Ausflugsziel mit weitem Blick über die Blumenthal-Ebene. Die Fußballrivalität mit der SG Rastitz sorgt für sportliche Spannung. Die Chronik der Stadt wird im Archiv der Nachbarstadt Rastitz aufbewahrt – ein Zeichen für die Verwurzelung Findlingshains in der weiteren Region.

Waldfurt (68,5km) liegt mit 4.572 Einwohnern zu beiden Seiten der Nova am nördlichen Rand der Blumenthal-Ebene. Über der Kleinstadt erhebt sich die Burg Waldfurt, einst Sitz der Herren von Waldenried und heute ein Heimatmuseum mit Ausstellungen zur Flussgeschichte, Landwirtschaft und frühen Elektrifizierung. Im Zentrum stehen die neugotische Kirche St. Aurelia und der Marktplatz, dessen Biergarten „Zur Alten Furt“ Einheimische und Besucher zusammenbringt. Die Flößergasse bewahrt mit der „Zauberhaften Zimmerei“ und dem Betrieb „Der Nähsalon“ die handwerkliche Seite des Ortes. Zugleich ist Waldfurt ein moderner Arbeits- und Forschungsstandort: Nova-Elektronik produziert Unterhaltungselektronik und Komponenten für die Landwirtschaft, während das Institut für Tierphysiologie und Ernährung zu Tierwohl und Futterverwertung forscht. Der kleine Flusshafen bietet Bootsverleih und einen stimmungsvollen Ausgangspunkt für Wasserwanderungen auf der Nova. Für den Alltag sorgen das Medizinische Zentrum, das Pflegeheim Abendgarten und die Geschäfte am klassizistischen Bahnhof. Abends öffnet der Musikclub „Nachtflüsterer“. Ruhe findet man im westlich gelegenen Verdure-Grove mit seinen naturbelassenen Waldwegen.
BLB115 (Novatalbahn) stündlich 6:29-20:29 über Novafurt Hbf nach Muldmünde, 21:29 nach Novafurt Hbf, 6:27-21:27 nach Novatal
Fahrplan
| Sasnitz | 06:27 | 08:27 | 10:27 | 12:27 | 14:27 | 16:27 | 18:27 | 20:27 |
| Seyde (Blumenland) | 06:33 | 08:33 | 10:33 | 12:33 | 14:33 | 16:33 | 18:33 | 20:33 |
| Komerz unt. Bf. | 06:40 | 08:40 | 10:40 | 12:40 | 14:40 | 16:40 | 18:40 | 20:40 |
| Komerz ob. Bf an | 06:46 | 08:46 | 10:46 | 12:46 | 14:46 | 16:46 | 18:46 | 20:46 |
| Komerz ob. Bf ab | 06:48 | 08:48 | 10:48 | 12:48 | 14:48 | 16:48 | 18:48 | 20:48 |
| Musenstein | 06:55 | 08:55 | 10:55 | 12:55 | 14:55 | 16:55 | 18:55 | 20:55 |
| Nossen (bei Rastitz) | 07:02 | 09:02 | 11:02 | 13:02 | 15:02 | 17:02 | 19:02 | 21:02 |
| Rastitz an | 07:14 | 09:14 | 11:14 | 13:14 | 15:14 | 17:14 | 19:14 | 21:14 |
| Rastitz ab | 07:16 | 09:16 | 11:16 | 13:16 | 15:16 | 17:16 | 19:16 | 21:16 |
| Findlingshain | 07:24 | 09:24 | 11:24 | 13:24 | 15:24 | 17:24 | 19:24 | 21:24 |
| Waldfurt | 07:37 | 09:37 | 11:37 | 13:37 | 15:37 | 17:37 | 19:37 | 21:37 |
| Waldfurt | 06:27 | 08:27 | 10:27 | 12:27 | 14:27 | 16:27 | 18:27 | 20:27 |
| Findlingshain | 06:40 | 08:40 | 10:40 | 12:40 | 14:40 | 16:40 | 18:40 | 20:40 |
| Rastitz an | 06:48 | 08:48 | 10:48 | 12:48 | 14:48 | 16:48 | 18:48 | 20:48 |
| Rastitz ab | 06:50 | 08:50 | 10:50 | 12:50 | 14:50 | 16:50 | 18:50 | 20:50 |
| Nossen (bei Rastitz) | 07:02 | 09:02 | 11:02 | 13:02 | 15:02 | 17:02 | 19:02 | 21:02 |
| Musenstein | 07:09 | 09:09 | 11:09 | 13:09 | 15:09 | 17:09 | 19:09 | 21:09 |
| Komerz ob. Bf an | 07:16 | 09:16 | 11:16 | 13:16 | 15:16 | 17:16 | 19:16 | 21:16 |
| Komerz ob. Bf ab | 07:18 | 09:18 | 11:18 | 13:18 | 15:18 | 17:18 | 19:18 | 21:18 |
| Komerz unt. Bf. | 07:24 | 09:24 | 11:24 | 13:24 | 15:24 | 17:24 | 19:24 | 21:24 |
| Seyde (Blumenland) | 07:31 | 09:31 | 11:31 | 13:31 | 15:31 | 17:31 | 19:31 | 21:31 |
| Sasnitz | 07:37 | 09:37 | 11:37 | 13:37 | 15:37 | 17:37 | 19:37 | 21:37 |

