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Der Landkreis Novatal liegt im Nordwesten des Blumenlandes und umfasst den Oberlauf sowie einen Abschnitt des Mittellaufs der Nova. Sein Gebiet reicht von der Blumenthal-Ebene über den Drosener Rücken bis zum Kamm des Zentralmassivs. Im Westen grenzt der Kreis an die zentravianischen Landkreise Paulstedt und Drosen, im Süden an Novafurt, im Osten an Blue River und im Norden an Tremoland. Der Eisberg erreicht 1.734 Meter und bildet den höchsten Punkt des Kreises. Die Lage am Übergang zwischen Gebirge und Ebene bestimmt Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Verkehr und Tourismus. Das Blumenland selbst zieht sich von den Gipfeln des Zentralmassivs bis zum Mare Internum; die Nova bildet dabei das landschaftliche und wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Die Blumenthal-Ebene gilt mit ihren Lössböden, Feldern, Obstgärten und Gärtnereien als eine der wichtigsten Agrarlandschaften Landauris. Mit 15.539 Einwohnern gehört Novatal zu den dünner besiedelten Landkreisen. Die B5 folgt dem Fluss nach Süden, die B63 führt nach Fuhrmannstedt, während L1 und L2 die beiden großen Gebirgstäler erschließen. Bahnreisende erreichen Novatal aus Richtung Muldmünde und Novafurt über die Linie 115. Diese verbindet auch Altenow und Noramünde mit der Kreisstadt. Von Novatal aus gelangt man auf dem Netz der Blumenländer Gebirgsbahn in die Touristenorte des Zentralmassivs.
Die Kreisstadt Novatal zählt 3.420 Einwohner und liegt auf 201 Metern Höhe genau dort, wo die Nova das Zentralmassiv verlässt. Oberhalb der Stadt fließt sie als Gebirgsbach zwischen Felsen, unterhalb wird sie schiffbar und tritt in die Blumenthal-Ebene ein. Diese Lage machte Novatal früh zu einem Umschlagplatz. Holz aus dem Gebirge wurde hier zu Flößen gebunden, Getreide aus der Ebene auf flache Lastkähne verladen. Am rechten Flussufer liegt die Altstadt mit dem Marktplatz, der Stadtkirche St. Florentia am Strom und dem ehemaligen Zollhaus. In dessen Gewölben zeigt das Kreismuseum Modelle alter Flöße, Werkzeuge der Papiermacher und Karten der Bergbahnen. Unter dem Pflaster des Kirchplatzes wurden Mauerzüge eines befestigten Handelshofes freigelegt. Sie werden in die Zeit nach der Wiederbesiedlung des Blumenlandes eingeordnet. Das historische Blumenland war 755 entlang der Nova gegründet worden, erlebte im 9. Jahrhundert Pest, Überfälle und politischen Zerfall und wurde erst im Hochmittelalter dauerhaft neu geordnet.
Das linke Flussufer Novatals wird vom Bahnhof, der Flussschifferei und kleineren Industriebetrieben geprägt. Die Papierfabrik Novaquell verarbeitet Holz aus den Kreisforsten sowie Altpapier zu Karton, Zeichenpapier und Fahrplankarton. Daneben arbeitet die Buchdruckerei Tal & Type, die Wanderkarten, Gemeindeblätter und kleinformatige Reiseführer herstellt. Besucher können freitags die Setzerei und eine noch betriebsfähige Handpresse besichtigen. Die Werkstätten am Mühlengraben umfassen eine Schlosserei, eine Fahrradwerkstatt, einen Steinmetzbetrieb und die Bootswerft Kellner, in der flache Ausflugskähne für die mittlere Nova gebaut werden. Der tägliche Bedarf wird durch Markthalle, Bäckerei, Apotheke und zwei Lebensmittelgeschäfte gedeckt.
Über der Stadt steht die Ruine Burg Novawacht. Ihr erhaltener Bergfried dient als Aussichtsturm über Ebene, Drosener Rücken und die ersten Gipfel des Zentralmassivs. Unterhalb liegt der kommunale Wildpark Novatal mit Rotwild, Luchsen, Wildkatzen, Mufflons und einem Gehege für Gebirgsziegen. Das Waldhaus am Eingang informiert über Schutzwaldpflege und Holzernte. Im Sommer wird sein Innenhof als Biergarten genutzt. Eine zweite Einkehrmöglichkeit bietet die Brauerei Nova-Sprung am alten Hafen. Sie braut ein helles Talbier, ein dunkles Waldmalz und ein nur im Winter ausgeschenktes Eisbergbock. Das Brauhaus besitzt einen Saal für Vereinsabende und ein Gästehaus mit zwölf Zimmern.
Als Standort für Reisende bietet Novatal das Hotel „Am Flusswechsel“, den Gasthof „Zur Bergbahn“ und mehrere Ferienwohnungen in ehemaligen Schifferhäusern. Vom Anleger starten Ausflugsschiffe nach Noramünde und Altenow. Wanderer folgen dagegen der Nova flussaufwärts oder steigen zur Novawacht hinauf. Der Hauptbahnhof bildet den Übergang zwischen der Blumenlandbahn und den Strecken der Blumenländer Bergbahn. Die Bahnlinie 115 erreicht Novatal über Noramünde und Altenow; laut veröffentlichtem Fahrplan wird die Strecke tagsüber regelmäßig bedient. Damit ist die Kreisstadt zugleich Verwaltungszentrum, Marktort, Industriestandort und Ausgangspunkt für Reisen in das Zentralmassiv.
Südlich von Novatal beginnt die Blumenthal-Ebene. Die Nova fließt hier in breiten Bögen durch Felder, Gemüseflächen und Weideland. Die Landwirtschaftliche Kooperation Mittlere Nova koordiniert Bewässerung, Saatguteinkauf und den gemeinsamen Einsatz von Erntemaschinen. An den Flussufern werden Überschwemmungsflächen nicht mehr gepflügt, sondern als Weiden und Rückhalteräume genutzt. Der Morgennebelwald, der Frosted Copse und der Fosseholt unterbrechen die Feldlandschaft. Sie liefern Bauholz, Brennholz und Material für die Papierfabrik, werden aber abschnittsweise bewirtschaftet, sodass alte Baumbestände und Rückzugsräume für Tiere erhalten bleiben.
Noramünde, 2.398 Einwohner und 158 Meter hoch gelegen, entstand an einem alten Übergang über die Nova. Der Ortsname erinnert an die Nora, auch wenn deren eigentliche Mündung weiter östlich mit der Landschaft verbunden wird. Im Zentrum steht die dreischiffige St.-Nora-Kirche, deren Westturm zugleich als Hochwassermarke dient. In der Alten Furt sind die Pfeiler einer mittelalterlichen Holzbrücke sichtbar. Das Kornhaus am Fluss beherbergt eine Ausstellung über Bewässerung und Flussschifffahrt. Wirtschaftlich prägen die Noramünder Landmaschinenwerke den Ort. Sie fertigen Pumpen, Anhänger und Geräte für Gemüsebaubetriebe. Die Kooperative Fossefeld betreibt eine Getreidetrocknung, eine Kühlhalle und einen Hofladen. Im Fosseholt unterhält die Gemeinde einen Waldlehrpfad. Das Gasthaus „Zur Norafähre“ besitzt einen Biergarten am Anleger, während das kleine Hotel „Flusskrone“ vor allem Radwanderer und Geschäftsreisende aufnimmt. Über die L8 besteht eine direkte Verbindung nach Klassimo und weiter in Richtung Blue River.
Altenow ist mit 3.987 Einwohnern die größte Stadt des Landkreises. Sie liegt auf 90 Metern Höhe inmitten der Blumenthal-Ebene und ist von Gärten, Weiden und Getreidefeldern umgeben. Der rechteckige Markt wird von der Stadtkirche St. Alveria und dem Alten Rathaus bestimmt. Hinter der Kirche sind Reste eines befestigten Wirtschaftshofes erhalten, der einst Abgaben aus dem südlichen Novatal sammelte. Das Stadtmuseum befindet sich in der ehemaligen Mälzerei. Altenow besitzt mit der Instrumentenfabrik Morgenklang den bekanntesten Industriebetrieb des südlichen Kreisgebietes. Dort entstehen Flöten, Klarinetten, Holzhörner und einfache Schulinstrumente aus Hölzern des Frosted Copse. Eine Klavierwerkstatt und mehrere Geigenbauer ergänzen den Betrieb. Die Brauerei Altenower Feldkrone nutzt Gerste aus der Kooperative Blumenthal-Süd und betreibt am Brauereihof einen Biergarten. Am Waldrand liegt das Kurhaus Frosted Copse mit Solebecken, Kräuterdampfbad und Gästezimmern. Es ist kein großes Thermalbad, sondern ein regionales Gesundheitszentrum, dessen Wasser aus einer tiefen Mineralbohrung stammt. Über die L14 gelangt man nach Packelfeld und Korbetha, mit der Bahn nach Waldfurt, Novafurt und Novatal. Die veröffentlichte Strecke der Linie 115 führt ausdrücklich über Altenow.
Westlich der Nova steigt das Gelände zum Drosener Rücken an. Heideflächen, trockene Wiesen, kleine Äcker und Waldstücke bestimmen diese Region. Die Grenze zu Zentravia ist wirtschaftlich durchlässig: Vieh, Holz, Käse und Handwerkswaren werden in beide Richtungen geliefert. Der benachbarte Kreis Drosen liegt selbst am Übergang zwischen Ebene und Drosener Rücken. Dort prägen Kuppenäcker, Waldinseln und schmale Bachtäler die Höhenlandschaft. Die L4 bildet im Novataler Kreisgebiet die wichtigste Nord-Süd-Verbindung.
Klassimo zählt 751 Einwohner und liegt auf 260 Metern Höhe. Das Dorf besitzt einen langen Anger mit der Feldsteinkirche St. Severin, einem Ziehbrunnen und mehreren Höfen aus dunklem Bruchstein. Auf einer Anhöhe westlich des Ortes stehen die Grundmauern der Klassimoburg, einer kleinen Grenzbefestigung. Ein ausgeschilderter Rundweg verbindet die Ruine mit Heideflächen und Aussichtspunkten. Die Kooperative Rückenweide hält Rinder und Schafe, betreibt eine Dorfkäserei und pflegt die offenen Flächen durch Beweidung. Im Ort arbeiten ein Hufschmied, eine Landtischlerei, ein Dachdecker und eine Reparaturwerkstatt für Traktoren. Der Gasthof „Drei Grenzen“ besitzt einen von Kastanien beschatteten Biergarten. Ein kleines Wanderhotel bietet Gepäcktransport nach Brenin und Packelfeld. Über die L8 ist Klassimo mit Noramünde verbunden, sodass sich Flusslandschaft und Höhenrücken an einem Tag kombinieren lassen.
Packelfeld hat 231 Einwohner und liegt rund zehn Meter tiefer als Klassimo. Sein Name wird auf einen früheren Packhof zurückgeführt, an dem Waren für den Weg über den Rücken umgeladen wurden. Das erhaltene Speicherhaus dient heute als Dorfgemeinschaftshaus und Heimatstube. Die Kapelle St. Martha besitzt eine bemalte Holzdecke mit Darstellungen von Werkzeugen, Feldfrüchten und Fuhrwerken. Packelfeld ist Sitz der kleinen Kooperation Rückenkräuter, die Heilpflanzen, Küchenkräuter und Färberpflanzen anbaut. Eine Korbflechterei, eine Schneiderei und die Bäckerei Packes Brot sichern Arbeitsplätze und Versorgung. Südlich des Dorfes beginnt ein Heideweg in Richtung Reichenau im Kreis Novafurt. Dieser Nachbarkreis erstreckt sich von der Ebene bis zu den Ausläufern des Drosener Rückens und verbindet Landwirtschaft mit Handwerk, Brauereien, Schlössern und Waldlandschaften.
Brenin liegt westlich der Kreisstadt mitten im Wald und zählt 987 Einwohner. Der Ort wird von der B5 durchquert. Mittelpunkt ist die romanische Waldkirche St. Hubertus mit freistehendem Glockenstuhl. Am nördlichen Ortsrand erhebt sich das Forsthaus Breniner Tor, in dem die Kreisforstverwaltung untergebracht ist. Sie koordiniert Holzeinschlag, Wiederaufforstung, Waldbrandschutz und Wildbestände. Die Sägewerke Brenin schneiden Bauholz für den Landkreis, während die Möbeltischlerei Waldkante Schränke, Tische und Hoteleinrichtungen produziert. Eine historische Köhlerei wird an mehreren Wochenenden im Jahr vorgeführt. Für Besucher gibt es den Waldgasthof „Zum grünen Meiler“, einen Biergarten an einem Teich und das Hotel „Breniner Hof“. Ein Rundweg führt zur Ruine der Kapelle Alt-Brenin, zu einem aufgelassenen Steinbruch und zu den Waldwiesen an der Grenze nach Paulstedt.
Flussaufwärts führt die L2 von Novatal in das enger werdende Tal der Nova. Hier verändert sich der Charakter des Kreises. Die Felder weichen Hangwiesen und Fichten-, Buchen- und Tannenwäldern. Wassermühlen, Stauwehre und Brücken erinnern an Papierherstellung, Holztransport und Erzverarbeitung. Die Blumenländer Bergbahn folgt mit Tunneln und Viadukten den Tälern und erschließt auch kleinere Orte, die auf der Straße nur über Kehren erreichbar sind.
Boxa zählt 421 Einwohner und liegt auf 312 Metern Höhe. Der Ort zieht sich entlang der L2 zwischen Nova und Berghang. Die Kirche St. Johannes am Wasser steht neben einer gedeckten Holzbrücke. Oberhalb sind die Mauerreste der Burg Boxenstein zu erreichen, die einst den Zugang ins obere Tal kontrollierte. Eine Papiermühle arbeitet heute als Manufaktur für Büttenpapier, Briefkarten und Künstlerblöcke. Besucher können selbst Papier schöpfen. Für den täglichen Bedarf gibt es Bäckerei, Dorfladen und eine Werkstatt für Fahrräder und Motorräder. Zur Gemeinde gehört die Waldsiedlung Dol im Feenwassertal. Ein Wanderweg folgt dem Bach dorthin. Der Gasthof „Zum wilden Bach“ besitzt eine Terrasse über der Nova und vermietet einfache Zimmer.
Dol hat 109 Einwohner und liegt bereits auf 488 Metern Höhe. Die Siedlung besteht aus Holzhäusern, einem Forststützpunkt und der kleinen Feenwasserkapelle. Im ehemaligen Schulhaus befindet sich eine Ausstellung über Waldberufe, Flößerei und Harzgewinnung. Die Bewohner arbeiten überwiegend in Forstwirtschaft, Tourismus und Holzhandwerk. Eine Drechslerei fertigt Schalen, Knöpfe und Teile für die Instrumentenfabrik in Altenow. Am oberen Ortsrand beginnt der Feenwassersteig mit Stegen, kleinen Wasserfällen und einem Anschluss an die Bergwanderwege nach Dulau. Die Pension „Waldlicht“ bietet sechs Zimmer und eine öffentliche Gaststube. Im Sommer werden auf einer Wiese Käse, Waldhonig und getrocknete Kräuter verkauft.
Neinsto, 231 Einwohner und 405 Meter hoch, besitzt einen kompakten Ortskern um die Bergkirche St. Nikolaus. Ihr Turm diente den Fuhrleuten als Orientierungspunkt. Am linken Ufer der Nova steht das Hammerhaus, der letzte erhaltene Teil einer früheren Werkzeugschmiede. Heute arbeiten dort ein Messerschmied und eine Werkstatt für Handglocken. Die Landwirtschaft beschränkt sich auf Weidewirtschaft, Kartoffeläcker und kleine Obstgärten. Mehrere Höfe gehören zur Kooperation Oberes Novatal, die Milch sammelt und in einer gemeinsamen Käserei verarbeitet. Das Gasthaus „Hammer und Horn“ schenkt Biere aus Novatal und Altenow aus. Hinter dem Bahnhof beginnt ein Weg zu einer Felshöhle, die früher als Kühlraum verwendet wurde.
Novagrund zählt 532 Einwohner und liegt auf 591 Metern Höhe. Der Ort ist ein Bahnknoten der Bergbahn und ein wichtiger Ausgangspunkt für Wanderungen zur Hangbaude. Die Pfarrkirche St. Barbara erinnert an den früheren Bergbau. In der Umgebung wurden geringe Mengen Kupfererz, Schiefer und Quarz gewonnen. Das Bergwerksmuseum nutzt einen kurzen, gesicherten Stollen. Am Bahnhof befinden sich ein Berghotel, ein Lebensmittelgeschäft, eine Apotheke und ein Verleih für Wander- und Skiausrüstung. Die Werkstatt Grundton repariert Akkordeons, Zithern und Blasinstrumente. Oberhalb des Ortes liegt das Thermalbad Novagrund. Zwei Innenbecken, ein Außenbecken und eine physiotherapeutische Abteilung nutzen mineralhaltiges Wasser aus einer Bohrung. Die Waldgenossenschaft bewirtschaftet die Hänge gemeinsam und liefert ausgewählte Klanghölzer an Instrumentenbauer.
Annendorf, 436 Einwohner und 625 Meter hoch, liegt rund neun Kilometer unterhalb der Novaquelle. Im Ortszentrum stehen die Kirche St. Anna, ein steinernes Brunnenhaus und das ehemalige Amtshaus der oberen Talgemeinden. Eine Ausstellung erklärt Quellschutz, Lawinenverbauung und die Geschichte der Hochweiden. Annendorf ist Hauptort einer weitläufigen Gemeinde, zu der Nolau, Dulau und der winzige Wohnplatz Gletscherberg gehören. Die örtliche Agrarkooperation hält Bergrinder und Ziegen und betreibt eine Molkerei. Eine Seilerei fertigt Zugleinen, Kletterseile und Netze für den Forstbetrieb. Das Hotel „Neun Kilometer“ richtet sich an Wanderer, Bahnreisende und Wintersportler. Von Annendorf führen Wege zur Novaquelle, nach Nolau und in die Gipfelregion.
Nolau zählt 421 Einwohner und liegt auf 721 Metern Höhe. Der Ort zieht sich über eine sonnige Geländestufe oberhalb des Novatals. Die Kirche St. Laurentius besitzt einen Schindelturm und einen Altar aus Zirbenholz. Neben ihr steht ein befestigter Kornspeicher, der als ältestes erhaltenes Wirtschaftsgebäude der oberen Talgemeinden gilt. Die Weidekooperation Nolauer Höhe stellt Bergkäse, Butter und Trockenfleisch her. Hinzu kommen eine Schuhmacherei, eine Installationsfirma und eine kleine Weberei für Wolldecken. Am Rand des Ortes liegt das Familienhotel „Quellblick“ mit Sauna und öffentlichem Warmwasserbecken. Ein Lehrpfad führt zu Lawinenschutzbauten und einer Wetterstation. Im Winter dient Nolau als ruhiger Ausgangspunkt für Langlaufloipen.
Dulau hat 234 Einwohner und liegt auf 882 Metern Höhe. Der zur Gemeinde Annendorf gehörende Ort besteht aus einem Dorfkern und verstreuten Berghöfen. Die Kapelle Maria im Schnee, ein ehemaliger Wachturm und die Dulauer Mühle bilden seine Sehenswürdigkeiten. Die Mühle arbeitet nicht mehr mit Getreide, sondern erzeugt Strom für mehrere Häuser. Dulau ist auf Wanderurlaub ausgerichtet. Zwei Pensionen, ein kleiner Campingplatz und die Wanderbaude „Alverias Rast“ stehen zur Verfügung. Auf den Almflächen werden Rinder, Ziegen und robuste Gebirgsschafe gehalten. Eine Kräutergärtnerei beliefert Apotheken und Hotels im Landkreis. Oberhalb des Ortes beginnt der Panoramaweg zum Gletscherberg, der nur bei sicherem Wetter begangen werden sollte.
Die Hangbaude liegt auf 1.098 Metern Höhe und hat fünf ständige Einwohner. Sie gehört zu Novagrund und ist nur über eine Bergstraße, einen Wanderweg und einen Bedarfshalt der Bergbahn erreichbar. Das Gebäude vereint Gaststube, Schlaflager, Bergrettungsraum und Wetterstation. Serviert werden Kartoffelsuppe, Käsebrot, Pilzgerichte und Bier der Nova-Sprung-Brauerei. Neben der Baude steht eine kleine Wegkapelle, die an verunglückte Waldarbeiter und Bergwanderer erinnert. Im Winter führt eine Rodelstrecke nach Novagrund. Die Hangbaude ist kein eigenständiges Skigebiet, dient aber als Zwischenstation auf Touren zu den Hochlagen.
Unterhalb des Gletscherberg liegt die Gletscherbaude mit zwölf Einwohnern auf 1.191 Metern Höhe. Sie gehört zur Gemeinde Roxdorf und bildet das Versorgungszentrum des gleichnamigen Skigebiets. Neben Hotelzimmern bietet sie Matratzenlager, Skiverleih, Werkstatt, Bergrettungsstützpunkt und eine Gaststube. Das Skigebiet umfasst Übungshänge, Waldabfahrten und eine längere Piste zur Talstation der Gletscherbahn. Im Sommer werden geologische Führungen zu Moränen, Felsrippen und kalten Quellaustritten angeboten. Eine hölzerne Kapelle dient Berggottesdiensten. Die Baude wird mit Holz aus den Roxdorfer Forsten beheizt; Lebensmittel und Wäsche kommen überwiegend per Bahn.
Der Wohnplatz Gletscherberg liegt auf 1.421 Metern Höhe und zählt zwei Einwohner. Er gehört zu Annendorf und besteht aus dem Gipfelhaus, einer technischen Station und einem kleinen Schutzraum. Das Gipfelhaus bewahrt Karten, historische Ski und Geräte früherer Vermessungstrupps. Die Aussicht reicht über das obere Novatal, das Tal der Wunderwelle und weite Teile der Blumenthal-Ebene. Im Winter endet hier ein Sessellift; mehrere Abfahrten führen zur Gletscherbaude. Wegen Wind und rascher Wetterwechsel werden einzelne Bereiche zeitweise gesperrt. Im Sommer kreuzen sich am Gipfel Wege nach Dulau, Talkapelle und Eisberg.
Talkapelle liegt hinter dem Gletscherberg auf dem Kamm, zählt 43 Einwohner und erreicht 1.124 Meter Höhe. Der Name bezieht sich auf die Kapelle St. Wendelin, die in einer windgeschützten Mulde steht. Der Ort besitzt einen Bahnhof, ein Berghotel, eine Skischule und wenige Wohnhäuser. Er bildet den Ausgangspunkt der Eisbergbahn und eines Skigebiets mit familiengerechten Hängen, einer Trainingspiste und einer Verbindung zur Gletscherregion. Im Sommer führen Höhenwege zur Wunderwelle und nach Wartau. Das Hotel „Kammstation“ verfügt über ein öffentliches Thermalbecken, das mit erwärmtem Quellwasser betrieben wird. Ein kleiner Biergarten am Bahnsteig öffnet nur bei geeignetem Wetter.
Der Eisberg ist mit 1.734 Metern der höchste Gipfel des Zentralmassivs und des Landkreises. Am Gipfel leben zwei Beschäftigte der Bergbahn und Wetterstation. Die Bahn erschließt den Berg von Talkapelle aus; auch die Landesdarstellung des Blumenlandes nennt den Eisberg als höchsten Gipfel und verweist auf seine Zahnradbahn. Das Gipfelhaus enthält Restaurant, Schutzraum, Wetterausstellung und eine Aussichtsplattform. Das Skigebiet am Eisberg richtet sich an erfahrene Fahrer. Es umfasst hoch gelegene Abfahrten, eine markierte Skiroute und Übungsbereiche nahe der Bergstation. Wegen Vereisung, Sturm und Nebel gelten strenge Betriebsregeln. Im Sommer ist der Gipfel Ziel geübter Wanderer; alpine Ausrüstung kann auch dann erforderlich sein.
Von Talkapelle führt die Route durch das Tal der Wunderwelle hinab zum Ulveelv. Wartau, 64 Einwohner und 923 Meter hoch, liegt an der Mündung beider Täler. Ein befestigter Wachhof, heute Jugendherberge, erinnert an die frühere Kontrolle der Passwege. Die Kapelle St. Michael besitzt eine Glocke, die bei Nebel und Schneefall geläutet wird. Wartau lebt von Forstarbeit, Bergbahn und Tourismus. Die Wanderbaude „Wunderwelle“ bietet Zimmer, Trockenraum und einen Biergarten auf einer geschützten Terrasse. Ein kleiner Handwerksbetrieb fertigt Wegweiser, Skistöcke und Holzschindeln. Der Wasserfall oberhalb des Ortes ist über einen gesicherten Steig erreichbar.
Vel im Zentralmassiv hat 78 Einwohner und liegt auf 481 Metern Höhe. Der starke Höhenunterschied zu Wartau zeigt, wie tief sich das Ulveelv-Tal in das Gebirge eingeschnitten hat. Die Dorfkirche St. Olaf steht auf einem Felssporn über dem Fluss. Darunter befindet sich eine historische Bogenbrücke. Vel war früher Standort von Sägemühlen; heute verarbeitet eine Holzfaserwerkstatt Restholz zu Dämmplatten und Verpackungsmaterial. Eine Zimmerei, ein Dorfladen und die Pension „Brückenblick“ sichern die Grundversorgung. Die Talwiesen werden von einer kleinen Kooperation bewirtschaftet. Wanderwege führen zurück nach Wartau und über Seitentäler nach Dol.
Roxdorf zählt 324 Einwohner und liegt auf 421 Metern Höhe. Die Gemeinde reicht vom Ulveelv bis zur Gletscherbaude und besitzt daher große Wald- und Hochlagenflächen. Im Ort stehen die Kirche St. Rochus, das Forstschloss Roxstein und ein Bahnhof der Bergbahn. Das Schloss war ursprünglich Verwaltungssitz der Bergwälder und beherbergt heute ein Waldmuseum, Seminarräume und ein Hotel. Die Roxdorfer Holzwerke produzieren Fenster, Türen und Bauteile für Lawinenschutzanlagen. Ein Thermalbad am südlichen Ortsrand bietet Innenbecken, ein Flussbad und eine Rehabilitationsabteilung. Der Biergarten „Zum Gletscherzug“ liegt neben dem Bahnhof. Von Roxdorf bestehen Bahn- und Straßenverbindungen zur Gletscherbaude sowie talwärts über die L1.
Stendal hat 321 Einwohner und liegt auf 382 Metern Höhe. Der Ortskern gruppiert sich um die Kirche St. Christophorus und einen gepflasterten Fuhrmannsplatz. Im ehemaligen Posthof zeigt eine Ausstellung die Geschichte des Warenverkehrs über das Zentralmassiv. Ein metallverarbeitender Betrieb produziert Beschläge, Öfen und Ersatzteile für Bergbahnen. Daneben bestehen eine Bäckerei, eine Elektrowerkstatt und ein Landhandel. Die umliegenden Hänge tragen Mischwald und kleine Weiden. Der Gasthof „Alter Postwagen“ besitzt Zimmer und einen Innenhof mit Bierausschank. Stendal eignet sich als Ausgangspunkt für kürzere Wanderungen, weil die Wege weniger steil sind als in den oberen Bergorten.
Qul ist mit 530 Einwohnern der größte Ort im Ulveelv-Tal und liegt auf 232 Metern Höhe. Hier weitet sich das Tal, bevor es Novatal erreicht. Die Pfarrkirche St. Quirin besitzt einen romanischen Chor und einen später ergänzten Wehrturm. Auf einem Hügel stehen die Reste der Burg Qulstein. Am Fluss arbeitet die Druckerei Quler Bogen, die Bücher, Notenhefte und Verpackungen herstellt und mit der Kreisstadt kooperiert. Ein Gewerbehof vereint Klempnerei, Autowerkstatt, Malerbetrieb und Möbelmontage. Die Landwirtschaftliche Kooperation Unteres Ulveelv bewirtschaftet Wiesen, baut Futterpflanzen an und betreibt eine Molkerei. Reisende finden Unterkunft im Hotel „Ulveelver Hof“. Der Biergarten an der alten Mühle liegt direkt am Radweg nach Novatal.
Eine Reise durch den Landkreis Novatal lässt sich als Rundfahrt planen: von der Kreisstadt auf der B5 durch Noramünde und Altenow, über L14 und L4 zum Drosener Rücken, anschließend über Brenin zurück nach Novatal und auf L2 hinauf in das obere Novatal. Von Annendorf führen Bergbahn und Wanderwege über Gletscherberg und Talkapelle zum Eisberg. Der Rückweg verläuft durch das Tal der Wunderwelle und des Ulveelv über Wartau, Vel, Roxdorf, Stendal und Qul. Wer die gesamte Strecke bereist, erlebt einen Landkreis, dessen wirtschaftliche und landschaftliche Gegensätze eng miteinander verbunden sind: Flussschifffahrt und Bergbahn, Papierindustrie und Instrumentenbau, Feldwirtschaft und Almweiden, Thermalbad und Wanderbaude, Kleinstadtmarkt und Gipfelstation. Novatal ist damit kein bloßer Durchgangsraum zwischen Blumenland und Tremoland, sondern ein eigenständiges Reiseziel, das sich am besten langsam, mit Bahn, Schiff und zu Fuß erschließt.
Städte und Gemeinden
Städte
- Kreisstadt Novatal
- Altenow (Blumenland)
- Noramünde
Gemeinden
- Brenin
- Klassimo
- Novagrund
- Hangbaude
- Annendorf
- Nolau
- Dulau
- Gletscherberg
- Eisberg
- Boxa
- Dol
- Roxdorf
- Vel (Zentralmassiv)
- Wartau
- Talkapelle
- Gletscherbaude
- Stendal
- Qul
- Packelfeld
- Neinsto
-
Landkreis Novatal (Blumenland)

Der Landkreis Novatal liegt im Nordwesten des Blumenlandes und reicht von der landwirtschaftlich geprägten Blumenthal-Ebene bis zu den Gipfeln des Zentralmassivs. Die Kreisstadt Novatal bildet am Übergang der Nova vom Gebirgsbach zum schiffbaren Fluss das wirtschaftliche und verkehrliche Zentrum. Entlang der B5 liegen Noramünde und Altenow, während Klassimo und Packelfeld den Drosener Rücken erschließen. Im oberen Novatal folgen Boxa, Neinsto, Novagrund und Annendorf. Bergorte… Weiter …
